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06.02.2014

3Doodler: 3D-Drucker in Stiftform im Test

Die futurezone hatte die Gelegenheit, einen Prototypen des 3Doodler, eines handbetriebenen 3D-Druckers in Stift-Form, zu testen.

Der aus einem Kickstarter-Projekt entstandene 3Doodler schmilzt Kunststoff auf und ermöglicht so das Zeichnen mit flüssigem Material. Da der Rohstoff praktisch sofort wieder erkaltet, können dreidimensionale Objekte in die Luft gemalt werden. Das Gerät hat die Form eines sehr dicken Filzstifts und liegt trotz nicht zu vernachlässigendem Gewicht bequem in der Hand. Das Druckmaterial wird in Form von Plastik-Stäben im Mikado-Format von oben in den 3Doodler eingeführt. Mittlerweile ist der Rohstoff in über 30 verschiedenen Farben erhältlich.

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Kunststoff, die mit dem 3Doodler verarbeitet werden können: PLA und ABS. PLA wird aus Pflanzenstärke gewonnen, ist in semitransparenten Farben erhältlich und haftet gut auf Oberflächen. ABS ist ein Produkt aus der Erdölindustrie, ermöglicht die Herstellung von biegsamen Gegenständen, lässt sich einfach von Unterlagen lösen und eignet sich aufgrund der höheren Stabilität besser zum tatsächlichen in die Luft Zeichnen.

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Heiße Sache

Unabhängig vom verwendeten Material müssen Nutzer, bevor sie mit dem Gerät losgelegen können, warten, bis der Stift seine Betriebstemperatur erreicht hat. Die liegt für beide Kunststoffe bei über 200 Grad Celsius. Im einsatzbereiten Zustand fühlt sich der 3Doodler deshalb an wie eine Heißklebepistole. Die Wärme ist bei Gebrauch deutlich zu spüren und verhindert, dass der 3D-Drucker für alle Nutzergruppen interessant ist. Für Kinder und ungeschickte Erwachsene ist der 3Doodler zu gefährlich. Die heiße Spitze kann bei Hautkontakt zu üblen Verbrennungen führen.

Der Stift selbst hat zwei Geschwindigkeitsstufen, im Kurztest der futurezone kam fast ausschließlich die schnellere Gangart zum Einsatz. Das Zeichnen von zweidimensionalen Objekten auf der Ebene funktiniert auf Anhieb gut, natürlich abhängig vom Talent des Benutzers. Hier unterscheidet sich die Handhabung des 3Doodler kaum von jener eines normalen Filzstifts, nur dass eben ein Gegenstand entsteht. Im futurezone-Test war ein überaus hässlicher Anhänger für eine Halskette in wenigen Minuten fertig.

Schwieriger wird es, wenn versucht wird, ein dreidimensionales Objekt in die Luft zu zeichnen. Wenn eine stabile Fläche als Basis gedoodelt wird, können tatsächlich Filamente in den leeren Raum gezeichnet werden. Solche Strukturen wirken aber äußerst fragil und lassen sich nur nach einigen Anpassungen der Zeichengeschwindigkeit herstellen. Um ordentliche Objekte herzustellen, gibt es eigentlich nur die Möglichkeit, sie wie bei einem echten 3D-Drucker Schicht für Schicht von unten nach oben in stabilen Dimensionen zu zeichnen. Im futurezone Test scheiterte diese Variante am Mangel an Zeit und Talent.

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Urteil

Für Spaß sorgt der 3Doodler allemal, da allein die Möglichkeit, Objekte in die Luft zu malen, das Potenzial hat, Nutzer für viele Stunden zu fesseln. Viel mehr als eine Spielerei ist das Gerät aber nicht. Zwar hängt die Qualität der Endprodukte stark von den Fertigkeiten des Künstlers ab, echte Gebrauchsgegenstände können aber nicht hergestellt werden. Um die Handhabung richtig zu erlernen, ist neben Talent auch einiges an Zeit gefordert.

Die hohe Betriebstemperatur macht den 3Doodler als Spielzeug für kleine Kinder leider ungeeignet, auch der Geruch, der beim Aufschmelzen des Kunststoffs entsteht, wird nicht jedem gefallen. Wer trotzdem Interesse hat, kann sich den Druck-Stift unter the3doodler.com für 99 Dollar (rund 73 Euro) inklusive 50 Plastikstäben vorbestellen. Für die Lieferung nach Europa kommen noch einmal rund 10 Euro dazu. Der Hersteller will mit der Auslieferung der Geräte noch in diesem Jahr beginnen.