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So funktioniert Apples Universal Control

Angekündigt hat Apple Universal Control (dt.: Universelle Steuerung) bei seiner Entwicklerkonferenz WWDC im vergangenen Juni. Als im Herbst die Updates auf iPadOS 15 und MacOS Monterey veröffentlicht wurden, war das Feature aber nicht an Bord.

Von vielen Mac-Nutzer*innen wird es bereits sehnlichst erwartet. Nun soll es bald verfügbar sein. Die entsprechenden Betaversionen von iPadOS 15.4 und MacOS 12.3 stehen bereits seit einiger Zeit zum öffentlichen Testen bereit. Voraussichtlich Mitte März, zeitnah zur Präsentation neuer Apple-Produkte am kommenden Dienstag, werden wohl auch die regulären Versionen veröffentlicht.

Um Universal Control schon jetzt ausprobieren zu können, müsst ihr euch beim Apple Beta Software-Programm anmelden, die dazu nötigen Geräten registrieren und die jüngsten iPadOS- und MacOS-Betaversionen herunterladen. Wir haben die universelle Steuerung bereits ausprobiert.

Was kann Universal Control?

Über die Funktion lassen sich mehrere Apple-Geräte mit einer Maus, Tastatur oder Trackpad - steuern. Dateien und Inhalte können zwischen den Geräten kopiert, verschoben und eingefügt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Geräte nebeneinander stehen oder sich zumindest nicht weiter als 10 Meter voneinander entfernt befinden.  

Bei der Präsentation der Funktion im vergangenen Juni zeigte Apple-Manager Craig Federighi wie es geht:

Auf welchen Geräten funktioniert Universal Control?

Universal Control funktioniert auf Macs, MacBooks und iPads. Eines der verwendeten Geräte muss allerdings ein Mac oder ein MacBook sein. Nur mit 2 iPads funktioniert Universal Control nicht. Zwischen einem Mac und einem MacBook oder zwischen einem Mac und einem iPad aber sehr wohl.

Auch 3 oder mehrere Geräte, etwa ein Mac, ein MacBook und ein iPad, sollten kein Problem darstellen. Auf iPhones, auf der Apple Watch oder auf Apple TV funktioniert das Feature hingegen nicht.

Unterstützt werden folgende Geräte:

Mac:

  • MacBook Pro (2016 und später)
  • MacBook (2016 und später)
  • MacBook Air (2018 und später)
  • iMac (2017 und später)
  • iMac (5K Retina 27 Zoll, Ende 2015)
  • iMac Pro, Mac mini (2018 und später)
  • Mac Pro (2019)

iPad:

  • iPad Pro
  • iPad Air (die 2019 veröffentlichte 3. Generation und später)
  • iPad (die 2018 veröffentlichte 6. Generation und später)
  • iPad mini (die 2019 veröffentlichte 5. Generation und später)

Muss ich Universal Control aktivieren?

Nein. Es sollte - vorausgesetzt die Software- und Hardware-Voraussetzungen sind erfüllt - standardmäßig aktiviert sein und entsprechend automatisch funktionieren.

Zu sehen ist das etwa, wenn man die universelle Steuerung zuerst verwendet, an einem grauen Balken am Bildschirmrand der verwendeten Geräte, der dann wieder verschwindet.

Ist ein iPad Teil des Geräte-Ensembles, kann es sein, dass das iPad in den Display-Einstellungen unter "Display hinzufügen" mit dem Mac verbunden werden muss. Ansonsten werden kompatible Apple-Geräte automatisch hinzugefügt und scheinen in den Display-Einstellungen auf.

Der Cursor am iPad wird nicht wie am Mac in Pfeilform, sondern als transparenter Punkt dargestellt. Je nach Hintgrund wechselt der seine Helligkeit.

 

Beim Ausprobieren der Betaversion war dies am iPad nicht immer der Fall. Wurde etwa der Cursor über ein App-Symbol gelegt, um die App zu öffnen, verschwand er manchmal gänzlich. Die Apps konnten aber im "Blindflug" dennoch geöffnet werden.

Was soll ich tun, wenn Universal Control nicht automatisch funktioniert?

Zunächst empfiehlt sich zu überprüfen, ob man mit derselben Apple-ID auf den Geräten eingeloggt ist. Die Geräte sollten sich auch im selben WLAN-Netzwerk befinden und nicht via Bluetooth miteinander verbunden sein. Auch wenn ein Gerät für das andere als persönlicher Hotspot fungiert, gibt es Probleme. Bluetooth und WLAN müssen auf beiden Geräten aktiviert sein.

Funktioniert es noch immer nicht, sollten folgende Einstellungen überprüft werden:

Am iPad sollte unter "Einstellungen" > "Allgemein" > "AirPlay & Handoff" der Menüpunkt "Cursor und Tastatur" aktiviert sein.

Am Mac finden sich die Einstellungen für die "Universelle Steuerung" in den "Systemeinstellungen" > "Displays" am rechten unteren Rand, links neben "Night Shift"

Dort sollten zumindest die ersten beiden Punkte aktiviert sein. Es empfiehlt sich auch, den dritten Punkt anzuklicken. Dann werden Geräte, auch nach einem Neustart bzw. Pausen, automatisch wieder miteinander verbunden.

Wurde ein beteiligtes Gerät zuvor in der seit längerem verfügbaren Apple-Funktion Sideload als externer Bildschirm verwendet, könnte das Nichtfunktionieren von Universal Control auch damit zu tun haben.

Dann sollte Sideload in den "Display"-Einstellungen deaktiviert werden. Das kann gemacht werden, in dem man unter "Display hinzufügen" den Haken vor den entsprechenden Geräten unter "Spiegeln oder erweitern auf" entfernt.

Funktioniert es noch immer nicht, empfiehlt es sich, das zu tun, was man immer tun sollte, wenn Programme oder Funktionen nicht wie gewünscht arbeiten: Die Geräte neu starten. Das hat auch in meinem Fall geholfen.

Was ist, wenn sich Dateien und Inhalte nicht zwischen den Geräten verschieben oder kopieren lassen?

Üblicherweise sollten sich beliebige Dateitypen per Drag-and-Drop ohne Freigabe zwischen den Geräten bewegen und verschieben lassen. Am iPad müssen dafür aber die entsprechenden Apps auf dem Gerät geöffnet sein.

So lässt sich etwa ein Foto von einem Mac nicht einfach auf den Startbildschirm eines iPads kopieren. Schiebt man das Bild aber in die Photos-App funktioniert es sehr wohl. Dokumente können auf dem iPad etwa in der Dateien-App abgelegt werden.

Zwischen 2 Macs lassen sich hingegen problemlos PDFs, Fotos oder Textdateien verschieben und etwa von einem Desktop auf den anderen kopieren.

Das Kopieren und Einfügen, etwa von URLs von einem Browser auf dem Mac zu einem MacBook oder auf ein iPad, oder von Textbausteinen von unterschiedlichen Textverarbeitungsprogrammen bzw. Mail-Programmen, funktionierte in der Regel klaglos.

In einigen Konstellationen könnten sich aber, zumindest in den Betaversionen der Programme, noch Probleme ergeben. Die sollten sich aber mit der Veröffentlichung der regulären Versionen von iPadOS 15.4 und MacOS 12.3 hoffentlich von selbst lösen.

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Patrick Dax

pdax

Kommt aus dem Team der “alten” ORF-Futurezone. Beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Innovationen, Start-ups, Urheberrecht, Netzpolitik und Medien. Kinder und Tiere behandelt er gut.

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