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02/12/2019

Audi und Porsche haben Tesla Model 3 zerlegt und waren überrascht

Der neue Audi-Chef gewährt tiefe Einblicke in die Entwicklung elektrischer Fahrzeuge des deutschen Herstellers.

Als das Tesla Model 3 angekündigt wurde und auf den Markt kam, gab es zahlreiche Skeptiker: Ein Elektroauto zu diesem Preis müsse einen Haken haben und könne nicht reif für den Massenmarkt sein. Branchenexperten verglichen das Model 3 mit einem Kia aus den 1990er Jahren.

Mit dieser Annahme sind wohl auch die deutschen Autobauer Audi und Porsche an die Sache herangegangen und haben sich frühzeitig ein Model 3 organisiert. Wie in der Branche üblich haben sie den Tesla-Wagen zerlegt und den Aufbau sowie die einzelnen Komponenten genau unter die Lupe genommen.

Zwei Tage lang durfte die futurezone ein aus den USA importieres Tesla Model 3 testen

Das Model 3 ist etwas kleiner als der große Bruder Model S und wird vom Hersteller noch nicht in Europa ausgeliefert

Das Elektroauto hat ein durchgehendes Glasdach und 19-Zoll-Reifen

Im Unterboden des Model 3 befindet sich in der Long-Range-Version ein 80-kWh-Akku

Die Türschnalle des Model 3 kann auf der Fahrerseite nur mit der linken Hand geöffnet werden. Der Daumen drückt, die restlichen Finger ziehen an der aufklappenden Schnalle

Beim Einsteigen sticht zunächst das aufgeräumte Armaturenbrett ins Auge

Runde oder eckige Lüftungsauslässe fehlen. Man sieht lediglich einen breiten, schmalen Lüftungsschlitz, eine Holzzierleiste und das zentrale 15-Zoll-LCD-Touchscreen

Die einzigen physischen Eingabeinstrumente befinden sich am Lenkrad

Am Touchscreen werden so gut wie alle Einstellungen vorgenommen. Hier stellt man u.a. auch die Blasrichtung der Lüftung ein, wobei man als Fahrer und Beifahrer zwischen einem und zwei Strahlen wählen kann

Unterhalb des Displays gibt es eine Smartphone-Ablage mit Ladeanschlüssen, die man selbst wechseln kann. Die dazugehörigen USB-Ports sind unterhalb der aufklappbaren Ablage untergebracht

Blick vom Fahrersitz in den gläsernen Himmel

Praktisch: Kleiderhaken oberhalb der hinteren Türen

Platz haben alle fünf Passagiere reichlich. Auch Babyschalen lassen sich komfortabel unterbringen. Wenn gleich zwei davon per Isofix montiert werden, ist der fünfte Sitzplatz allerdings niemandem mehr zuzumuten

Die Rücksitzlehnen können in zwei Teilen umgeklappt werden, um die Ladefläche zu vergrößern

Die Türen werden durch Druck auf einen kleinen Knopf am oberen Ende des Handgriffs geöffnet

Im vorderen Kofferraum ("Frunk" genannt) bekommt man einen Handgepäckskoffer oder andere kleine Gepäckstücke hinein

Der hintere Kofferraum klappt unterhalb der Heckscheibe auf. Die Klappe scheint klein,...

... doch der Raum dahinter ist groß. Platz findet sich auch unterhalb einer Bodenabdeckung - wo man üblicherweise einen Ersatzreifen vermuten würde

Das futurezone-Testfahrzeug wies die Premium-Ausstattung auf, worin u.a. ein adaptiver Tempomat, LED-Frontlichter oder automatisch einklappende Seitenspiegel enthalten sind

Zwischen vorderem Radkasten und Vordertüre erkennt man eine der zahlreichen Außenkameras des Model 3, die dereinst weitgehend autonome Fahrt ermöglichen sollen

Blick von oben durch die Windschutzscheibe. Das Lenkrad kann in Höhe und Tiefe verstellt werden. Das Display ragt aus dem Armaturenbrett hervor

Zentral in der Windschutzscheibe integriert sind Helligkeitssensor und weitere drei Kameras

Aufladen an der Schnellladestation Weigelsdorf nahe Ebreichsdorf in Niederösterreich

Bei viel Staub in der Luft sind rund um die Ladeanschlussklappe zahlreiche Fingerabdrücke erkennbar

Der Ladeanschluss des US-Modells ist um einiges kleiner als ein für europäische Tesla-Modelle gebräuchlicher Typ-2-Anschluss. Ein Adapter ist deshalb zum Aufladen notwendig

In Wien werden derzeit hunderte neue Ladestationen für Elektroautos im öffentlichen Raum errichtet. Die neuen Tanke-Stationen sind noch bis 1. Oktober 2018 kostenlos und ohne Zugangskarte benutzbar

Die Möglichkeit des Gratis-Aufladens habe ich in der Nussdorferstraße genutzt

Die Station befindet sich direkt vor dem Kaffee Monarchie

Am Display sieht man genau, wie lange man an der Station bleiben sollte, um den Akku bis zu einem selbst gewählten Grenzwert aufzuladen

Das Model 3 bei Nacht: Coole Beleuchtung vorne und unterhalb der Türen

Hecklichter und strahlende Passagiere

Mit dem Model 3 will Tesla sein erstes Mittelklassefahrzeug auf den Markt bringen und damit die Herzen von Millionen Elektromobilitäts-Fans rund um die Welt erobern

Am Ende sollen Elektroautos laut Plan des US-Unternehmens sämtliche Fahrzeuge mit fossilen Brennstoffen hinter sich lassen

Das Model 3 am Cobenzl

Das Model 3 in der Nähe von Seibersdorf

Das Model 3 war nach Model S und Model X bereits das dritte Tesla-Modell, das die futurezone getestet hat

Teardown des Model 3

Doch als sich die Audi-Konstrukteure das Model 3 genauer angesehen haben, waren sie schockiert, weil ihre Annahmen nicht zutrafen. Die Porsche- und Audi-Ingenieure mussten die PPE (Premium Platform Electric) ändern, da das Tesla Model 3 wesentlich besser war als sie dachten, heißt es in einem Bericht des deutschen Manager Magazins.

Diese Erkenntnis führte zu Ernüchterung bei den deutschen Premium-Herstellern, wie der neue Audi-Chef Bram Schot in dem Bericht erzählt.

Zahlreiche Fehler beim Audi e-tron

Audi selbst gesteht, beim ersten Ingolstädter Elektrowagen e-tron zahlreiche Fehler gemacht zu haben, welche zu stark gestiegenen Kosten und deutlichen Verzögerungen geführt haben. Das e-tron-Programm sei viel zu teuer geworden, heißt es.

Insgesamt sind Audi dadurch Kosten in der Höhe von zwei Milliarden Euro entstanden. Audi müsste nun ungefähr 600.000 e-tron-Modelle verkaufen, um den Break-Even-Point zu erreichen. Das wird in Ingolstadt mittlerweile als Illusion angesehen.