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Bang & Olufsen zeigt bewegungsfreudigen UHD-Fernseher

Bang & Olufsen zeigt bewegungsfreudigen UHD-Fernseher

Zunächst sitzt der Fernseher still da. Schwarz, glänzend, auf einem schlichten Bodenständer in mattem Alu. Wird er eingeschaltet, setzt er sich in Bewegung. Der Bodenständer rotiert und dreht den flachen Schirm näher an den Betrachter heran. Unterhalb des Bildes fährt eine Lautsprecher-Leiste nach unten und zur Seite aus. Das Erscheinen des Bildes erinnert an das Aufgleiten von Theatervorhängen. Was Bang & Olufsen der futurezone in einer Scheune im Nordwesten Dänemarks präsentiert, wird als "der Fernseher, der sich bewegt" beschrieben.

Der BeoVision Avant ist ein 55-Zoll-Fernseher mit 4K- bzw. UltraHD-Auflösung mit integriertem 7.1 Surround-Sound-Modul und Dreikanal-Soundsystem. Rohe Leistungsdaten sollen den Fernseher aber nicht beschreiben, als Alleinstellungsmerkmal gelten sie jedenfalls nicht. Um zu verstehen, warum man für einen Fernseher knapp 7.000 Euro zahlen soll, muss man schon ins Detail gehen.

Design

Bei Bedarf soll man den BeoVision Avent mitten in einen Raum stellen können, ohne durch eine hässliche Rück- oder Seitenansicht gestört zu werden. Während man an einer möglichst randlosen, rechteckigen Fernseher-Front gestalterisch kaum herumtüfteln kann, hat sich Bang & Olufsen auf die normalerweise weniger beachteten Bereiche gestürzt. Schrauben wird man beim Avant vergeblich suchen, die Anschlüsse sind gut versteckt.

Die ausfahrbare Lautsprecherleiste, "Soundbar" genannt, vereint die Soundentfaltung nach vorne und ein kompaktes Antlitz im ausgeschalteten Zustand. Das gesamte Gehäuse ist mit Aluminium-Elementen ausgestattet. An der Rückseite lassen sich diese zur Seite schieben, um die Anschlüsse des Geräts freizugeben.

Für den Avant werden vier Befestigungsmodule angeboten, die sich mit dem Fernseher visuell nahtlos verbinden lassen. Auch hier sind keine Schrauben am Ferseher sichtbar, sondern verbergen sich hinter den Alu-Türen an der Rückseite. Neben dem Bodenständer mit rundem Fuß gibt es einen Tisch-Ständer, der den Fernseher motorisch anhebt, um Platz für die ausfahrende Lautsprecherleiste zu schaffen.

Eine bewegliche Wandhalterung findet genau so an den Auslassungen der Avant-Rückseite Platz, dass kein zusätzlicher Platz zwischen Fernseher und Wand benötigt wird. Ferngesteuert fährt auch diese Halterung das Gerät motorisiert in den gewünschten Betrachtungswinkel. Als vierte Option wird eine starre Wandhalterung angeboten.

Zum Avant gibt es eine nagelneue Fernbedienung, die aus einem soliden Alu-Block mit Knick gefräst wird. Dadurch ist sie besonders leicht. Mit Hilfe eines kleinen Displays können Bild- und Tonquellen direkt angesteuert werden. Drei programmierbare Knöpfe lassen sich mit persönlichen Bild-, Ton-, Quellen- und Ausrichtungspräferenzen belegen.

Bild

Wer geeignetes Material findet - die Versorgungslage ist derzeit noch schwierig - kann auf dem Avant TV- und Videobilder in UHD sehen. Der Bildschirm ist mit 160 LEDs beleuchtet, die während der Wiedergabe lokal gedimmt werden, um den Schwarzwert zu erhöhen. Das Display ist mit einer Anti-Reflexionsschicht überzogen und ab Werk farbkalibriert.

Besonders stolz ist Bang & Olufsen auf die chromatische Raumanpassung. Mittels zweier Sensoren, die die Vorder- und Rückseite des Bildschirms überwachen, wird das Bild an die jeweils herrschenden Lichtverhältnisse (Stärke und Farbtemperatur) angepasst. Die Sensoren sind in einem flachen Gehäuse untergebracht, das die rechte obere Kante des Avant ziert.

Der kleine "Buckel" rechts oben ist außerdem eine Referenz an den ursprünglichen BeoVision Avant. Dieser Fernseher wurde im Jahr 1994 auf den Markt gebracht. Dank eines neuartigen Designs erweckte der Ur-Avant trotz seines Röhrenbildschirms den Eindruck eines Flatscreens.

Beim Avant des Jahres 2014 kann der Betrachter zwischen den vier Bildmodi Adaptiv, Kino, Game und Monitor wählen. Dabei werden Farbtemperatur, Latenzzeit und Signalverarbeitung modifiziert. An Bord ist zudem digitale Bewegungskompensation, adaptiver Kontrast und Rauschreduzierung.

Ton

"Der Ton ist das halbe Bild", lautet ein Motto bei Bang & Olufsen, das den Qualitätsanspruch bei der Soundwiedergabe beschreiben soll. Die integrierte Soundanlage besteht aus insgesamt acht Lautsprechern (Drei Tweeter, drei Midrange, zwei Woofer). Der Avant beinhaltet jedoch einen Audio-Video-Receiver und einen Surround-Prozessor. Damit lassen sich 5.1 oder 7.1-Surround-Situationen bedienen.

Bei einem "Fernseher, der sich bewegt", sollte sich klarerweise auch der Ton entsprechend bewegen. Das tut er auch. Der Ton lässt sich für verschiedene Betrachtungspositionen optimieren. Wie das funktioniert, zeigt Bang & Olufsen an einem großen Raum, der einen Esstisch, eine Couch mit Fernseher und einen Relaxsessel mit Ausblick nach draußen enthält.

Ein Mikrofon, das mit dem Fernseher verkabelt wird, stellt die Position aller verbundenen Lautsprecher im Raum fest und adjustiert die Tonwiedergabe für den jeweiligen Aufenthaltsort. Die Einstellungen werden gespeichert und lassen sich mit der Fernbedienung - etwa mittels Schnellwahl durch die programmierbaren Knöpfe - jederzeit abrufen.

Bei mehreren mit dem Avent verbundenen Lautsprechern tritt das so genannte "Bass Management" in Kraft. Der Bass wird dann auf jene Lautsprecher gelegt, von denen er am besten ausgegeben werden kann. "Bei der Basswiedergabe kann der Mensch ohnehin nur schlecht die Herkunftsrichtung erkennen", erklärt Geoff Martin, der Tonmeister bei Bang & Olufsen.

Verbindung

Insgesamt kann der Avant 18 zusätzliche Sound-Output-Kanäle ansteuern, acht davon drahtlos, zehn mittels Ethernet-Anschlüssen. Drahtlos kommuniziert der Avant mittels DLNA, Power Link Wireless und WLAN. Andere drahtlose Lautsprecher als jene von Bang & Olufsen können nicht verbunden werden. An Bord sind sechs HDMI-Anschlüsse und zwei USB-Ports.

Via WLAN oder Ethernet-Port wird der Avant mit dem Internet verbunden. Dort kann er sich mit Musikstreaming-Diensten wie Spotify und Deezer oder auch Online-Radiostationen verbinden - entsprechende Apps sind integriert. Auf dem Display kann man auch Facebook direkt ansteuern, unter anderem als Bild-im-Bild während der TV-Wiedergabe. HbbTV wird unterstützt.

Eine Besonderheit ist eine Ladebucht an der Rückseite des Avant. Diese bietet genügend Platz um externe Festplatten oder Streaming-Boxen, wie etwa Apple TV, unterzubringen. Die Ladebucht verbirgt ausreichend klein dimensionierte Geräte und ist oberhalb der Alu-Abdeckungen platziert, sodass die WLAN-Verbindung zwischen Gerät und Router möglichst störungsfrei bleibt.

Preis und Verfügbarkeit

Der BeoVision Avant wird in der 55-Zoll-Version ab sofort ausschließlich in Bang-&-Olufsen-Stores verkauft. Der Preis: 6.995 Euro.

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David Kotrba

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