Produkte 02.12.2012

BlackBerry: "Keyboards gehören zu unserer DNA"

Mit den neuen BlackBerry-10-Geräten wird der Smartphone-Hersteller weiterhin auf die physische Tastatur setzen. Für die Zukunft vertraut der Konzern verstärkt auf Apps und auf die Zusammenarbeit mit lokalen Entwicklern. Auch in Österreich sollen bereits zum Start lokale Apps angeboten werden, sagt RIM-Österreich-Chef Paulo Baptista zur futurezone.

Research in Motion (RIM) will mit neuer Führungsstruktur und dem kommenden Betriebssystem BlackBerry 10 wieder an Aufwind gewinnen. Mit BlackBerry 10, das am 30. Jänner vorgestellt wird, werden auch neue Endgeräte präsentiert. “Wir werden zwei Geräte in verschiedenen Formen präsentieren”, sagt Baptista. “Einerseits wird ein Full-Touch-Gerät präsentiert werden und andererseits eines im traditionellen Black-Berry-Formfaktor mit physischer Tastatur”. Besonders beim Einsatz in Unternehmen sind laut Baptista Smartphones mit Tastatur gefragt. “Viele Anwender finden auf Full-Touch-Geräten einfach nicht schnell genug, was sie suchen.”

Dass sich Samsung, Sony, Nokia und Co. fast komplett von Modellen mit Hardware-Tastatur verabschiedet haben, liege nicht an der geringen Nachfrage. “Diese Unternehmen haben nicht aufgehört, Smartphones mit Tastatur zu produzieren, weil es dafür keinen Markt gibt, sondern weil sie dabei einfach gescheitert sind”, so Baptista. “Unsere Kunden erwarten sich Modelle mit Tastatur, es liegt in unserer DNA”.

Kurswechsel
Der Konzern war in der Vergangenheit vermehrt durch negative Schlagzeilen aufgefallen. So wurde über

von mehreren hundert Millionen Euro und
berichtet. Zuletzt wurde RIM sogar
, der größte Umweltsünder unter den Elektronikmarken zu sein. Mit BlackBerry 10 soll nun das Ruder herumgerissen werden. Einen klaren Fokus legt der Hersteller dabei auf Apps. Zum Start des Betriebssystems sollen bereits 70.000 bis 100.000 verschiedene Apps zur Verfügung stehen, wie CEO Thorsten Heins vor Kurzem in einem Interview mitReutersangab. Dabei sollen auch verstärkt lokale Apps geboten werden.

Auch in Österreich wird laut Baptista bereits daran gearbeitet: “Wir haben 20 lokale Apps identifiziert, die wir zum Start in Österreich zur Verfügung stellen wollen.” Konkrete Namen können zwar nicht genannt werden, Kategorien wie Nachrichten, Navigation und öffentlicher Verkehr sollen aber abgedeckt werden.

Österreich
Am Markt in Österreich erwartet sich Baptista starken Aufwind, wie er auch bereits in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Format im Juli kundtat. Demnach soll der Kundenstamm in Österreich bis Ende 2013 “kräftig steigen”. Auf die Frage nach dem aktuellen Stand zeigt sich Baptista noch etwas unzufrieden. “Wir sind in Österreich nicht da, wo wir eigentlich sein wollen. Eigentlich hätte ich mir für das zweite Halbjahr 2012 besonders bei den Privatkunden mehr erwartet.” So wurden in der Vergangenheit Schritte gesetzt die Privatanwender anlocken sollen, wie etwa das Wegfallen der BlackBerry-Gebühr beim Mobilfunker A1. 

Österreichisches Ministerium als Großkunde
Neuen Schwung soll auch die Kooperation mit einem Ministerium bringen. “Es wurde ein neuer Deal abgeschlossen, den wir in drei bis vier Wochen bekannt geben.” Um welches Ministerium es sich dabei handelt, wollte Baptista nicht sagen. Es sei aber “ein Name, den man kennt”.

Wann Kunden mit den neuen BlackBerry-10-Geräten auch in Österreich rechnen können, lässt der RIM-Österreich-Chef offen. “Wir kommunizieren noch kein genaues Datum, aber nach der Präsentation wird es nicht mehr allzulange dauern, bis man die Geräte auch in Österreich in Händen halten kann”, so Baptista.

Störungen
In der Vergangenheit wurde auch über 

 der BlackBerry-Dienste berichtet, die für verärgerte Kunden gesorgt haben. “Diese Störungen entstehen, weil wir etwas bieten, was einzigartig ist”, so Baptista. BlackBerry bietet ein geschlossenes eigenes Netzwerk, über das sämtlicher Datenverkehr abgewickelt wird. Dadurch soll eine verbesserte Sicherheit im Vergleich zu Datendiensten unter anderen Smartphone-Betriebssystem ermöglicht werden. “Es ist wie eine große Cloud-Lösung. Wir hatten eine Störung bei einem Core-Switch, der leider Verzögerungen für enige unserer Kunden verursachte. In der Realität waren die Auswirkungen aber nur sehr begrenzt.” Im Anschluss an den Ausfall wurde ein Team gebildet, das sich mit dem Fehler beschäftigt und ähnliche Vorfälle in Zukunft verhindern soll.

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( futurezone ) Erstellt am 02.12.2012