© Screenshot

Mobil
11/02/2010

Blitzstart für Foto-Sharing-App Instagram

Die iPhone-App Instagram erlebt derzeit einen unglaublichen Boom. Nach einem Monat verzeichnet das Service ca. 500.000 User. Die Killer-Features: Hübsche Filter, simple Bedienung und schnelles Sharing im Social Web.

von David Kotrba

Die Gründer von Instagram rechneten mit 5.000 Nutzerin in der ersten Woche, nachdem sie ihre kostenlose iPhone-App Instagram am 8. Oktober freigeschalten hatten. Ihr Produkt knackte nach bereits sechs Tagen die Marke von 100.000 Downloads. Weniger als ein Monat später weist das Foto-Sharing-Service weiterhin eine rasante Wachstumsrate auf. 500.000 Menschen sollen bereits Instagram-Nutzer sein.

Instagram ist eine äußerst simple App, bei der man Fotos schießen und mit verschiedenen Filtern versehen kann. Aufnahmen werden per Fingertipp auf Facebook, Twitter, Flickr, Tumblr oder Foursquare veröffentlicht. Außerdem erscheinen sie auf einem eigenen User-Profil in der Instagram-App, wo man sich mit Freunden aus den genannten Social-Webseiten vernetzen kann. Fotos sind entweder für alle Instagram-User sichtbar oder nur für einen selbst. Jedes veröffentlichte Foto kann kommentiert oder ge"like"t werden. Außerdem kann jedes Bild mit einem Geo-Tag (Ortsangabe) versehen werden.

Hervorgegangen aus Location-Service Burbn

Gegründet wurde Instagram von den US-Amerikanern Kevin Systrom und Mike Krieger. Diese hatten zuvor das Location-Service Burbn entwickelt, welches mit 500.000 Dollar (358.000 Euro) durch die Investmentfirmen Baseline Ventures und Andreessen Horowitz finanziert wurde. Bald stellten die Gründer fest, dass Burbn-User gerne Fotos austauschten, weshalb sie ihren Fokus hierauf verlagerten. Die Entwicklung von Instagram dauerte acht Wochen. Das Programm ist ausschließlich für das iPhone verfügbar. Ein eigenes Web-Service existiert nicht.

Die Erfolgsformel

Der Erfolg von Instagram leitet sich laut ersten Meinungen von Technologie-Insidern vor allem aus der simplen Benutzeroberfläche der App ab. Die Steuerung ist intuitiv und bietet nicht zu viele Möglichkeiten. Die Filter, welche Fotos beispielsweise den Touch von Raumfahrtaufnahmen oder vergilbten Fotos aus den 70er-Jahren verleihen, sind ein weiteres Feature, das Instagram auszeichnet. Hilfreich bei der Verbreitung ist zudem die Auszeichnung als Apples "App of the week", welche Instagram bereits erlangte.

Laut ersten Nutzerdaten kommen die ersten Instagram-User nicht nur aus den USA, sondern zu großen Teilen aus Asien, aber auch aus Russland und Schweden. "Es gibt tonnenweise Personen, die nicht einmal Englisch sprechen, die App entdecken und sie jeden Tag verwenden", zeigt sich Mitbegründer Systrom begeistert. Die starke Nachfrage sorgt bereits teilweise für Server-Überlastungen bei Instagram. Derzeit wird das Service von Systrom, Krieger und einem weiteren Mitarbeiter, der als Community Manager fungiert, betreut.

Erlös-Modell kommt später

Das große Geld soll die App erst später bringen. Zunächst ginge es darum, "ein paar Millionen Nutzer" für Instagram zu gewinnen, meint Systrom. Vorstellbar sind zusätzliche Filter-Pakete, für die man bezahlen muss, Werbung oder Premium-Features, welche die Instagram-Standardfunktionen erweitern. Skeptiker merken an, dass selbst aus dem besten Gratis-Service schnell ein Flop werden kann, wenn die Begeisterung - etwa ob der kostenlosen Verfügbarkeit - einmal abreißt.

(David Kotrba)