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04/17/2019

Das müsst ihr beim Kauf von gebrauchten E-Autos beachten

Wer ein gebrauchtes E-Auto kauft, muss laut ÖAMTC einiges beachten. Das teuerste Teil ist dabei die Batterie.

Nachdem es E-Autos jetzt bereits einige Jahre am Markt angekommen sind, gibt es auch bereits gebrauchte Fahrzeuge. Im Vorjahr haben laut ÖAMTC bereits 2900 solche Fahrzeuge ihren Besitzer gewechselt. Doch beim E-Auto-Kauf am Gebrauchtwarenmarkt müsst ihr einige Details beachten, die bei einem Benziner oder Diesel-Auto nicht anfallen.

Das teuerste an einem Elektrofahrzeug ist die Batterie, daher sollte man diese ganz genau abchecken. Akkus verlieren im Laufe der Jahre nämlich an Kapazität und das bedeutet weniger Reichweite für den neuen Besitzer. Herstellerseitig gibt es eine Garantie auf die Batterie, meistens für acht Jahre oder 160.000 Kilometer.

Garantie nur mit Serviceheft

"Bis zu diesem Zeitpunkt wird beispielsweise eine Kapazität von 70 Prozent des Akkus garantiert", sagt ÖAMTC-Experte Thomas Stix. Doch um die Garantie auch tatsächlich in Anspruch nehmen zu können, muss der Vorbesitzer mit dem Auto jedes Jahr beim Service gewesen sein, sonst bekommt ihr bei der Übernahme Probleme. „Wer ein gebrauchtes E-Auto kauft, muss unbedingt auf ein durchgängiges Serviceheft achten, damit er in den Genuss der Garantie kommt“, sagt Stix.

Akku selbst checken (lassen)

Zudem sollte man die Akkuleistung unbedingt vor dem Kauf checken lassen. Entweder lässt man ihn direkt in einer Markenwerkstatt auslesen, oder man macht eine ausgiebige Probefahrt. Dabei ist darauf zu achten, dass man mit vollem Akku fährt und zwar mindestens 50 Kilometer weit. "Die im Auto angezeigte Restreichweite passt sich Fahrstil und Temperatur an, sodass man nach rund 50 Kilometern Kapazität und Reichweite in der Regel gut einschätzen kann", erklärt Stix.

Auch bei der Einschätzung, wie viel ein gebrauchtes E-Auto noch wert ist, gibt es unterschiedliche Ratschläge. Prognosen des ÖAMTC gehen jedoch davon aus, dass ein Diesel-Golf nach fünf Jahren rund 56 Prozent seines Neuwertes verliert, während es beim Benzin- oder Elektro-Modell 53 Prozent sind. Das bedeutet gleichzeitig, dass ein gebrauchter E-Golf immer noch an die 20.000 Euro kosten kann.

ÖAMTC rät

Preise sinken: Die Preise für E-Autos dürften in den nächsten Jahren fallen, deshalb sollte man vielleicht noch abwarten. "Sobald neue, billigere E-Modelle mit größerer Reichweite auf den Markt kommen, wird es definitiv das eine oder andere Schnäppchen geben“, sagt der Experte. So kostet der E-Golf neu derzeit rund 40.000 Euro, der Nachfolger, der 2020 kommt, soll bei rund 30.000 Euro starten. Das sollte das Vorgängermodell auf dem Gebrauchtmarkt wesentlich günstiger machen, als es momentan der Fall ist.

Wärmepumpe: Bei aktuellen E-Autos meist Standard, war eine Wärmepumpe früher gar nicht oder nur gegen Aufpreis zu haben. Vorteil einer Wärmepumpe: Sie braucht wesentlich weniger Energie für die Klimatisierung bzw. Beheizung des Fahrzeuges, was vor allem im Winter die Reichweite deutlich weniger schrumpfen lässt.

Lademöglichkeiten: Ältere E-Autos haben geringere Reichweiten als ihre modernen Nachfolger. Darum ist bei vielen Gebrauchten eine private Lademöglichkeit häufig unumgänglich.

Ladeleistung: Vor allem, wenn man gelegentlich längere Strecken fährt, sollte das Fahrzeug eine Schnelllade-Möglichkeit haben. Bei modernen E-Autos ist ein solcher Anschluss meist serienmäßig an Bord, bei älteren war dafür oft ein Aufpreis zu zahlen.