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14.11.2012

Datennetz für "Internet der Dinge" gestartet

Ein französisches Start-up will ganz Frankreich mit einer eigenen Datenverbindung versorgen, die alltägliche Dinge mit dem Internet verbindet. Diese soll eine relativ geringe Bandbreite von lediglich 100 Bit/s bieten und knapp 1 US-Dollar pro Gerät und Jahr kosten. Ein Ausbau in anderen EU-Ländern und den USA ist geplant.

Das "Internet der Dinge", in der jegliche Form von Elektrogeräten und Infrastruktur mit dem Internet verbunden ist, ist eine der Zukunftsvisionen, die viele Unternehmen als den Trend der kommenden Jahre auserkoren haben. Doch die überlasteten Datenverbindungen der Mobilfunknetze verstopfen die Bandbreiten der Anbieter, die bereits jetzt von einer untragbaren Situation sprechen. Um das Internet der Dinge dennoch Wirklichkeit werden zu lassen, hat das französische Start-up SigFox nun ein Lösung angekündigt. Dieses will in ganz Frankreich ein eigenes Netz im sogenannten "ultra narrow band" für derartige Anwendungen installieren, das allerdings erhebliche Vorteile gegenüber bestehenden Datennetzen bietet.

Wenig Aufwand notwendig
"Im Vergleich mit dem herkömmlichen GSM-Netz ist unsere Lösung deutlich kostengünstiger, verbraucht sehr viel weniger Energie und kann deutlich länger genutzt werden.", sagt Thomas Nicholls, Leiter für Geschäftsentwicklung beim französischen Unternehmen. SigFox will das auch mit Zahlen belegen können: Während eine herkömmliche 5.000 Milliwatt Leistung benötigt, soll die SigFox-Lösung 100 Milliwatt konsumieren. Für eine flächendeckende Versorgung seien außerdem deutlich weniger Investitionen erforderlich. So will SigFox ganz Frankreich mit lediglich 1.000 Antennen versorgen. Das hat auch das Interesse von US-Firmen geweckt, die ein ähnliches Netz in den USA aufbauen wollen. Dort seien laut SigFox knapp 10.000 Antennen erforderlich, um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten.

Geringe Bandbreite
SigFox kann auch durch die Nutzung freier Frequenzen (868 MHz in Europa, 915 MHz in den USA) Kosten einsparen. Dadurch soll der Dienst pro Gerät und Jahr knapp 1 US-Dollar kosten. Im Vergleich zu den derzeitigen Datennetzen müssen auch einige Abstriche gemacht werden. So wird die maximale Geschwindigkeit wohl bei knapp 100 Bits pro Sekunde liegen, deutlich unter den Werten moderner Netze, die mehrere MBit/s erreichen können. Für die Übertragung von simplen Daten ist allerdings auch keine größere Bandbreite erforderlich. So könnte diese Lösung beispielsweie in Smart Grid-Installationen oder aber bei der digitalen Überwachung von kostenpflichtigen Parkplätzen zum Einsatz kommen.