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09.12.2011

Die LTE-Angebote im Überblick

Drei der vier heimischen Betreiber haben ihr Netz in Städten mit der neuen Mobilfunktechnologie LTE aufgerüstet. Wer den 4G-Standard nutzen will, muss für das Tempo aber kräftig zahlen. Bis zu 100 Mbit/s Download-Geschindigkeit kosten, je nach Anbieter, bis zu 90 Euro im Monat.

Die Lernphase

2011 sei für A1 eine Art „ Lernphase“ gewesen, 2012 werde das LTE-Netz massiv erweitert, bereits heuer sind 2000 Basisstationen an das Glasfasernetz angebunden worden, eine wesentliche Voraussetzung, um die hohen Datenvolumina und Datenraten künftig auch abführen zu können.

Jüngster LTE-Betreiber ist Drei. Seit zwei Wochen ist auch für Drei Wien eine LTE-Stadt, im kommenden Jahr sollen noch Graz, Linz und Salzburg dazukommen, in den kommenden 18 Monaten will man eine LTE-Versorgung von 25 Prozent. Drei bringt deshalb LTE rund ein Jahr später als die Konkurrenz, „weil wir warten wollten, bis die Technologie fertig ist“, so Drei-Chef Jan Trionow. Mit dem Ausbau der ländlichen Regionen wird man ebenfalls mit den Frequenzen der Digitalen Dividende starten.

Der Tarif-Vergleich
Den gewinnt Drei. Um monatliche 49 Euro kann man down- und uploaden wie viel man will. Bei T-Mobile ist das prinzipiell auch möglich, allerdings wird ab 40 GB das Tempo auf 128 Kbit/Sekunde gesenkt. Und bei A1 zahlt man nicht nur um fast 40 Euro mehr, sondern jedes MB über 40 Gigabyte kostet 5 Cent zusätzlich.

Statistisch betrachtet besitzen 15 Prozent der Österreicher einen mobilen Breitband-Anschluss. Wir liegen damit unter den Top 3 Europas – nur in Portugal und in Finnland gibt es noch mehr mobile Breitband-Kunden. Einer der Gründe ist, dass bei uns die Datentarife im Keller sind. 10 GB für neun Euro, wie der „3data 10 GB“ von Drei – ist ein Tarif, der nicht nur europaweit konkurrenzlos ist, sondern der auch heimische Betreiber dazu gezwungen hat, mit ähnlichen Tarifen nachzuziehen. Diese Tarife gelten allerdings nur für den Mobilfunkstandard 3G. Mit dem Start der neuen Mobilfunktechnologie LTE (Long Term Evolution), der gerne als Datenturbo bezeichnet wird, haben die Betreiber nun die Chance, Geld, das sie bei 3G nicht eingenommen haben, zu verdienen. Denn wer den schnellen Mobilfunk LTE nutzen will, muss mit monatlichen Kosten von 49 bis 89,90 Euro rechnen. LTE wird nämlich als Festnetz-Ersatz gesehen, soll Dienste ermöglichen, die mit 3G kaum machbar sind. Immerhin sind bereits jetzt bei LTE Datenraten von bis zu 100 Mbit/Sekunde möglich.

Die Angebote
Drei der vier heimischen Betreiber bieten bereits LTE an. Der erste LTE-Betreiber im Land war T-Mobile. Im Oktober 2010 wurde in Innsbruck das LTE-Netz in Betrieb genommen, seit Mitte 2011 kann man in Teilen von Wien, Graz, Innsbruck und Linz mit dem Datenturbo surfen. Voraussetzung ist ein entsprechender Datenstick. „Derzeit ist jeder 20. abgeschlossene Datenvertrag ein LTE-Tarif“, sagt T-Mobile-Sprecher Christian Rothmüller.

Gleichzeitig mit T-Mobile startete A1 mit einem eigenen LTE-Produkt, allerdings war die Nachfrage verhalten. „Die Kundenzahl ist noch überschaubar“, verlautete aus der A1-Zentrale. „LTE ist derzeit noch kein Massenprodukt, wir erwarten aber mit Verfügbarkeit von mehr Datensticks, Handys, Tablets etc. eine steigende Nachfrage und bauen dementsprechend auch unser Netz weiter aus.“

Ausbauplan
Derzeit konzentrieren sich die Betreiber beim LTE-Netz-Aufbau auf Ballungszentren und Städte, weil es mit der derzeit verfügbaren Frequenz von 2,6 GHz keinen Sinn macht, die ländlichen Gebiete zu versorgen. Diese werden künftig mit niedrigeren Frequenzen im 800-MHz-Bereich versorgt, die im kommenden Jahr als „Digitale Dividende“ (die frei gewordenen analogen Frequenzen nach der Rundfunk-Digitalisierung) versteigert werden.

„Wir haben uns dazu entschlossen, die Versteigerung der Digitalen Dividende abzuwarten, denn ein LTE auf 2,6 GHz aufzubauen, ist nicht effektiv und sinnvoll“, sagt Orange-CEO Michael Krammer. 2012 würde es zudem ein Refarming der Frequenzen geben. Refarming bedeutet, dass die Nutzungsbeschränkung in den GSM-Bändern 900 und 1800 MHz aufgehoben wird. Die Mobilfunkbetreiber fordern seit geraumer Zeit schon netzneutrale Frequenzen, die sie für alle Mobilfunk-Technologien – egal, ob 2G (GSM), 3G (UMTS) oder 4G (LTE) – frei nutzen können.

Diese Neustrukturierung der Netze wird 2012 gestartet, dadurch ist es dann auch möglich, LTE noch rascher auszurollen. Die Frequenz von 2,6 GHz eignet sich nämlich nicht für die ländlichen Regionen, dafür sind die 800er- und 900er-Bänder besser geeignet. Auch eine Indoor-Versorgung ist mit den niedrigeren Frequenzen leichter machbar.

Geräte
Derzeit gibt es nur LTE-Datensticks für Computer, mit denen man in versorgten Gebieten das LTE-Netz nutzen kann, im Laufe 2012 werden auch einige LTE-Smartphones und LTE-Tablets auf den Markt kommen. Für den österreichischen Markt ist etwa das „Galaxy Tab 8.9 LTE“ geplant, es soll im Februar kommen. Im März wird die LTE-Version des „Samsung Galaxy SII“ in den Handel kommen. Auch HTC und ZTE haben LTE-Smartphones angekündigt.