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Smart Home
02/01/2017

Effizienz und Sicherheit durch "Haushalts-Armaturenbrett"

Das Smart-Home-System Eco-Home von Verbund bietet einen Überblick über Stromverbrauch und Haussicherheit und steuert Geräte je nach Stromangebot.

von David Kotrba

Die Automatisierung von Haushalten verspricht mehr Komfort, weniger Energieverbrauch und nachhaltiges Leben im Ökosystem. Produkte, die Versorgungsinfrastruktur und Haushaltsgeräte bestmöglich aufeinander abstimmen, liegen im Trend. Der Energieversorger Verbund bietet seinen Kunden mit Eco-Home eine Smart-Home-Lösung, die für Sicherheit, Energieeffizienz und standortunabhängige Kontrolle sorgen soll.

Infos und Kontrolle

"Eco-Home ist das Armaturenbrett für die Wohnung", meint Produktmanager Gerhard Faltner von Verbund. "Man erhält damit Statusinformationen über den Zustand der eigenen Wohnung. Man kann Stromflüsse, Temperatur oder Helligkeit kontrollieren oder einfach nur nachsehen, ob die Fenster geschlossen sind."

Das Produkt wird in mehreren Varianten angeboten. Eine legt den Fokus auf Sicherheit, eine weitere auf Energiemanagement, eine dritte auf allgemeine Energieeffizienz und komplexere Gerätesteuerungen. Grundbaustein bei allen Varianten ist eine Zentraleinheit, die mit Breitband-Internet verbunden wird und das Hirn von Eco-Home darstellt. Die Zentraleinheit kommuniziert über den Drahtlosfunk Z-Wave mit unterschiedlichen Peripheriegeräten.

Drei Basispakete

Im Sicherheitspaket sind etwa ein Funkstecker, ein Mehrfachsensor und ein Kontaktsensor für Türen und Fenster inkludiert. Mit dem Funkstecker lassen sich Geräte, etwa Lampen, aus der Ferne an- oder abschalten und ihr Stromverbrauch wird genau gemessen. Der Mehrfachsensor registriert Bewegungen, Temperatur und Lichtintensität. Der Kontaktsensor erkennt, ob Türen oder Fenster geöffnet oder geschlossen sind.

Das Energiemanagement-Paket wiederum enthält neben Zentraleinheit und einem Funkstecker ein Strommessmodul, das den Stromverbrauch im ganzen Haushalt misst. Eine eigene Photovoltaikanlage kann mit Eco-Home verbunden werden, um Geräte etwa genau dann zu aktivieren, wenn ein Überschuss an Solarenergie vorhanden ist. "Ich schließe zuhause etwa ein Elektroauto an, das genau dann aufgeladen wird, wenn genügend Strom aus Eigenproduktion da ist", schildert Faltner.

Im Paket Eco-Home Pro sind neben Zentraleinheit und Strommessmodul Unterputzaktoren inkludiert, die komplexere Gerätesteuerungen, wie etwa Jalousien, Dimmer oder Schalter ermöglichen. Eco-Home Pro wird über den Fachhandel angeboten. Zertifizierte Elektriker in ganz Österreich bieten hier Kunden maßgeschneiderte Automatisierungslösungen inklusive Installation an.

Web-Portal und App

Gesteuert wird Eco-Home über eine Web-Oberfläche und eine App für Smartphone oder Tablet. Hier lassen sich Regeln definieren, was im Haushalt in welcher Situation zu tun ist. Steigt etwa im Sommer die Temperatur im Wohnungsinneren an, können automatisch die Fenster verdunkelt werden. Überschüsse aus Solarstromproduktion können nicht nur in den Betrieb von Haushaltsgeräten, sondern auch beispielsweise in eine Wärmepumpe fließen, die das Warmwasser dann stärker aufheizt.

Mit der Eco-Home-Benutzeroberfläche lassen sich bestimmte Aktionen auch zeitgesteuert ausführen. Im Winter können Bewohner nach der Arbeit etwa durch eine vorgeheizte Wohnung begrüßt werden.

Tricksereien

In manchen Bereichen hat Eco-Home noch seine Grenzen, da es hier noch an standardisierten Geräteschnittstellen mangelt. Die oft zitierte automatische Lebensmittelbestellung des Kühlschranks kann damit noch nicht weitergeleitet werden. Auch die Aktivierung aus Ausführung von Programmen von Geschirrspülern, Waschmaschinen und Trocknern bei Solarstromüberschuss ist noch nicht nahtlos möglich.

Man kann sich jedoch schon jetzt mit Tricks helfen, meint Gerhard Faltner: "Ich setze einfach einen Zwischenstecker vor die Waschmaschine, starte einen Waschvorgang und simuliere dann per Befehl an den Funkstecker einen Stromausfall. Ist überschüssiger Solarstrom vorhanden, erhält die Waschmaschine wieder Strom und setzt den Waschvorgang fort." Laut Faltner unterstützen aber nicht alle Haushaltsgeräte ein solches Vorgehen.

Erweiterung

Die Funktionalität von Eco-Home wird aber ständig erweitert. Der offene Z-Wave-Kommunikationsstandard erlaubt es, unterschiedlichste Geräte und Sensoren in das Smart-Home-System zu integrieren. In naher Zukunft soll etwa eine Überwachungskamera im Angebot sein. Sämtliche Komponenten für Eco-Home sind über einen Webshop erhältlich. Über diesen erhält man auch zusätzliche Sensoren, um die oben geschilderten Basispakete zu erweitern.

"Es kommen permanent neue Komponenten dazu", meint Faltner. "Wir testen all diese Produkte und sorgen dafür, dass sie dann mit Eco-Home einwandfrei funktionieren." Als Ersatz für andere Produkte, etwa Alarmanlagen, will Faltner Eco-Home aber nicht bewerben. "Wir positionieren unser Angebot nicht als Alternative zu Alarmanlagen." Es gehe vielmehr darum, Kunden Informationen über das eigene Zuhause zu liefern und damit das Wohlbefinden zu steigern.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und Verbund.