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06.01.2014

Elektronikhersteller kämpfen mit Preisverfall

Im Jahr 2013 sind die weltweiten Ausgaben für elektronische Geräte um drei Prozent gewachsen. 2014 soll die beginnende Sättigung bei Smartphones und Tablets ein Minus bringen.

Die Gründe für den für das kommende Jahr erwarteten Einnahmenrückgang sind vielfältig. In reiferen Märkten wie in Nordamerika oder Westeuropa wächst die Wirtschaft nur mäßig und auch die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) schwächeln derzeit verhältnismäßig etwas.

Zudem hat die rasante Verbreitung von Smartphones und Tablets in den vergangenen Jaren darüber hinweggetäuscht, dass es der Industrie seit 2008 eigentlich nicht besoders gut ergangen ist. “2014 werden sich die Einnahmen durch Smartphones und Tablets etwas abkühlen. Die Absatzzahlen werden zwar weiterhin leicht steigen, die Preise fallen aber und so gehen auch die Umsätze zurück”, sagt CEA-Analyst Steve Koenig bei einem Vortrag im Rahmen der Eröffnung der CES 2014 in Las Vegas.

Günstige Geräte, weniger Umsatz

Zudem hat die Elektronikindustrie 2013 mit 1.055 Milliarden Dollar das beste Ergebnis aller Zeiten abgeliefert. “Außer den Smartphones und Tablets wachsen 2014 lediglich Spielekonsolen und im geringen Ausmaß LCD-Fernseher. Bei den mobilen Geräten werden aber vor allem günstigere Modelle für das Wachstum verantwortlich sein, wodurch der Einfluss auf die Bilanz geringer ist,” sagt Koenig.

Durch das steigende Angebot an billigen Smartphones und Tablets wird der Umsatz auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften nicht mehr so stark wachsen wie bisher. "Gerade chinesische Hersteller, die auch außerhalb ihres Heimatmarkts wichtiger werden, verkaufen sehr günstige Geräte, die wenig Umsatz bringen”, so der Analyst weiter. In den etablierten Wirtschaftsräumen, wo die Märkte bereits gesättigt sind, geht der Trend ohnehin nach unten.

Wachstumsmotor China

Dadurch werden die aufstrebenden Märkte 2014 erstmals für 50 Prozent der Umsätze mit Elektronik-Geräten verantwortlich sein. “Zudem löst die Region ‘Developping Asia’ mit China als Treiber die Region Nordamerika als umsatzstärkste Weltgegend ab. Das wird sich in Zukunft vermutlich auch nicht mehr ändern”, erklärt Koenig.

Dabei ist das Potenzial in China, wo bislang hauptsächlich Großstädter Elektronik-Artikel gekauft haben, noch lange nicht ausgeschöpft. “Bis 2018 wird rund ein Drittel jedes weltweit für Elektronik ausgegebenen Dollars aus China kommen”, so Koenig. Die Chinesen geben derzeit im Schnitt 671 Euro pro Person und Jahr für Elektronikartikel aus. Im Vergleich dazu wurden laut WKO 2012 in Österreich 4,7 Milliarden Euro mit Unterhaltungselektronik umgesetzt, das entspricht 557 Euro pro Kopf. Laut einer Umfrage wollen 61 Prozent der Chinesen im kommenden Jahr mehr ausgeben.

Plus für TV-Geräte

In Nordamerika ist der Höhepunkt der Ausgaben für Consumer Electronics laut dem Analysten bereits überschritten. “Es sei denn, die nächste Innovationswelle kommt schnell, dann sehen wir sofort wieder einen Wachstumszyklus”, so Koenig. Wie wichtig Smartphones und Tablets für die Elektronikbranche sind, sieht man am Anteil am Gesamtgeschäft: Von jedem umgesetzten Dollar gehen 43 Cent auf das Konto mobiler Geräte. “Dieser rasante Absatz wirkt sich aber negativ auf andere Produktkategorien aus, wie Navigationsgeräte, Fotokameras oder tragbare Spielekonsolen”, sagt Koenig.

Die Zahl der abgsetzten Smartphones und Tablets wird in den kommenden Jahren noch weiter steigen. “Die Zahl der Geräte pro Haushalt wird auf vier bis sechs steigen”, erwartet Koenig. Dieses Wachstum wird anderen Gerätekategorien weiter zu schaffen machen. “80 Prozent der Unterhaltungselektronik-Ausgaben werden für nur acht Produktkategorien getätigt. Der Rest, etwa Drucker oder Blu-ray-Player wird weiter schrumpfen”, erklärt der Analyst.

Im Bereich TV erwarten Beobachter für 2014 ein leichtes Plus. Vor allem große Schirme und Smart-TVs erfreuen sich großer Beliebtheit. 3D-Displays spielen kaum eine Rolle. Sie werden zwar standardmäßig eingebaut, aber kaum genutzt. UltraHD ist auch für die Analysten noch kaum ein Thema. In den USA sollen im laufenden Jahr 485.000 4K-Geräte verkauft werden.