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20.05.2015

Ende von DVB-T soll Nachfolger simpliTV beflügeln

Ende 2016 ist es mit DVB-T vorbei, der "Digital Switch Over" läuft bereits. Nun hofft man, mit der Nachfolgetechnologie simpliTV die Marktanteile ausbauen zu können.

Vor zwei Jahren feierte simpliTV, das “HD-Fernsehen über die Antenne”, in Österreich Premiere. Dahinter steht der Übertragungsstandard DVB-T2, der DVB-T in Österreich schon bald komplett ablösen soll. Während die Einführung von DVB-T noch etwas holprig verlief, erzielte die ORS mit dem neuen Standard deutlich rascher Erfolge. “Das Angebot wird von den Konsumenten akzeptiert, das war nicht selbstverständlich”, sagt Michael Weber, Sprecher von simpliTV, gegenüber der futurezone. Dafür sind neben der deutlich höheren Abdeckung zum Start auch zahlreiche Aktionen verantwortlich, die DVB-T- und Kabel-Nutzern den Umstieg schmackhaft machen sollten. “Wir haben es mit der Antenne geschafft, dass digitales Fernsehen leistbar geworden ist”, so Weber.

Noch weit von Zielen entfernt

Trotz des positiven Fazits wurden die selbst gesteckten Ziele noch nicht erreicht. Zum Start 2013 wurde die Parole ausgegeben, dass man “in naher Zukunft” 12 bis 15 Prozent Marktanteil erreichen wolle. Davon ist man weiterhin ein deutliches Stück entfernt. Eine aktuelle Studie des Satellitenbetreibers Astra weist terrestrischem Fernsehen lediglich vier Prozent Marktanteil aus, ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Laut Weber habe man aber erste Etappen erreicht. So wird dieses Jahr die Marke von 100.000 verkauften simpliTV-Geräten überschritten. Zum Vergleich: Anfang Oktober waren es noch 30.000 verkaufte Geräte. Zudem ist man aufgrund der geringen Kosten vor allem bei den Zweitgeräten stark. “Hier haben wir zwischen zehn und zwölf Prozent Marktanteil. Viele Kunden rüsten ihren Zweit- oder sogar Dritt-Fernseher mit simpliTV nach, weil es einfach der günstigste Weg zu HDTV ist.”

Weber hält am ursprünglichen Ziel von 12 bis 15 Prozent fest, das in spätestens vier Jahren erreicht sein soll. “Die Zahlen erlauben dieses Wachstum.” Dabei hofft man vor allemauf den “Digital Switch Over”, der bereits seit vergangenem September im Gange ist. Im Rahmen der Abschaltung von DVB-T werden bestehende Sendeanlagen vollständig auf DVB-T2 umgerüstet. Den Anfangmachte Kärnten im Oktober, im Mai wurde der Schalter in Vorarlberg und Tirol umgelegt. Die restlichen Bundesländer sollen in Etappen bis Ende 2016/Anfang 2017 folgen. Insgesamt wurden dafür rund ein bis zwei Millionen Euro pro Bundesland in die Infrastruktur investiert. So wird die technische Reichweite von simpliTV von 90 auf 98 Prozent erhöht.
Der Digital Switch Over sei bisher soweit “hervorragend” verlaufen. “Wir haben bislang kein negatives Feedback erhalten”, so Weber. Groß angelegte Info-Kampagnen per Fernsehen, Briefsendungen und lokale Medien sollen die betroffenen Haushalte darauf hinweisen. Zudem werden die erforderlichen Empfangsgeräte stark verbilligt angeboten. So kostet der entsprechende Receiver in den betroffenen Bundesländern lediglich rund 20 Euro. Viele aktuelle Fernseher sind aber bereits DVB-T2-fähig und benötigen daher nur ein Empfangsmodul, das bereits ab 10 Euro erhältlich ist. Die Aktion werde nicht nur von DVB-T-Umsteigern genutzt, auch viele Neukunden würden so gewonnen.

Noch kein Nachfolger in Aussicht

“Viele junge Menschen kaufen sich zum Beispiel Empfangsboxen mit Zimmerantenne. Die kann ich dann im Studentenheim verwenden und wenn ich nach Hause fahre, einfach einpacken.” Wie lange man diese Vorzüge nutzen kann, wagt jedoch selbst nicht einmal Weber zu prognostizieren. Die DVB-T2-Frequenzen wurden bis 2026 vergeben, dann werden diese neu ausgeschrieben. “Antennenfernsehen gibt es seit 60 Jahren und wird es wohl auch noch länger geben. Die Technologie dahinter steht aber im steten Wandel.” Eine mögliche Nachfolge-Technologie gibt es zumindest noch nicht.