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01.03.2018

Faltbares Smartphone von ZTE im Kurztest

Warum nur ein Display, wenn es auch zwei sein können. Wir haben das Multi-Monitor-Handy Axon M von ZTE ausprobiert.

Dass nicht alle Android-Handys immer sehr ähnlich aussehen müssen, zeigte der chinesische Hersteller ZTE am Mobile World Congress in Barcelona. Das Axon M besteht aus zwei 5,2-Zoll-Displays, die über ein Scharnier miteinander verbunden sind und sich bis zu einem Winkel von 180 Grad aufklappen und so zu einem großen Display kombinieren lassen. Will man nicht, dass sich die gesamte Anzeige über die beiden Displays erstreckt, kann man das in einem entsprechenden Menü in der Navigationsleiste ändern. So kann man etwa grundsätzlich nur ein Display aktiv lassen, oder die Anzeige auch spiegeln. 

Der spannendste Modus ist der bei dem man eine übergroße Anzeige hat. Das wird auch von den meisten Apps ohne Probleme unterstützt. So konnten wir etwa Webseiten im Browser über die gesamte Fläche betrachten, oder auch YouTube Videos so konsumieren. Auch das Spiel Clash Royale ließ sich im Vollbild-Modus starten. 

Die Displays lösen mit jeweils 1080p auf und machten im Kurztest einen sehr guten Eindruck. Die Anzeige war scharf und kontrastreich, die Farben leuchtend. Weniger hochwertig wirkte der Klappmechanismus. Das verwendete Material machte einen nicht gerade langlebigen Eindruck, was die Frage aufwirft, wie viele Klappvorgänge das Gerät in der Praxis tatsächlich übersteht. 

ZTE Axon M

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Dadurch, dass das Handy im zusammengeklappten Modus sowohl vorne als auch hinten aus dem Display besteht, gibt es keine klassische Hauptkamera auf der Rückseite. Stattdessen ist das Axon M mit einer 20-Megapixel-Kamera ausgestattet, die sowohl als Front- als auch als rückseitig gedrehte Kamera fungiert. Will man Selfies machen, ist das Display, über dem sich die Linse befindet aktiv. Will man etwas vor sich fotografieren, wir das andere Display eingeschaltet. 

Der Klappmechanismus hat noch eine andere Auswirkung: So ist weder auf der Front- noch auf der Rückseite Platz für einen Fingerabdrucksensor. Aus diesem Grund hat sich ZTE dafür entschieden, den Sensor in den seitlichen Power-Button zu integrieren. 

Innenleben

Für die Rechenleistung des Axon M ist ein Snapdragon 821 verantwortlich, der Arbeitsspeicher beträgt vier Gigabyte. Der interne Datenspeicher hat eine Größe von 64 Gigabyte und kann per microSD-Karte erweitert werden. Problematisch könnte im Alltagsbetrieb die Akkulaufzeit werden. So hat die Batterie eine Kapazität von 3180 mAh, was in etwa dem entspricht, was man von gewöhnlichen Smartphones mit einem Display kennt. 

Die Tatsache, dass die Anzeige in der Regel für einen beträchtlichen Teil des Stromverbrauches verantwortlich ist und das Axon M gleich zwei davon betreiben muss, könnte bei der Betriebsdauer negativ ins Gewicht fallen. 

Fazit

Das ZTE Axon M ist ein Exot im Dschungel der Android-Smartphones. Das Konzept ist zumindest gewagt und interessant und könnte in einigen Fällen durchaus Potenzial haben. Besonders das Betrachten von Fotos oder das Surfen im Browser fand ich mit dem Doppel-Display sehr angenehm und auch für den Alltag nützlich. Auch für Spiele könnte das Multi-Display neue Möglichkeiten bieten. 

Auch wenn die Umsetzung in der Praxis unter der Qualität des Klappmechanismus und eventuell unter der Akkulaufzeit leiden könnte, ist das Experiment von ZTE beachtenswert und zeigt, dass in Sachen Smartphone-Design durchaus noch Potenzial da ist, Dinge anders zu machen und dadurch vielleicht besser für den ein oder anderen Usecase geeignet zu sein.

Das ZTE Axon M soll im März nach Europa kommen. Der genaue Euro-Preis ist noch unbekannt, dürfte aber zwischen 600 und 700 Euro liegen.