Das Klammern bremst den an sich schnellen Kampfverlauf.

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Test
04/03/2011

Fight Night Champion: Klammerndes Box-Erlebnis

EA steckt den neuesten Teil der „Fight Night“-Serie unter anderem hinter Gitter und lässt die Boxer wieder bluten. Eine gut inszenierte Story und ein einsteigerfreundlicher Zugang sorgen für viele blaue Augen.

von Thomas Prenner

EA lässt den Spieler wieder in den Boxring steigen. "Fight Night Champion" (PS3, Xbox360, ab 60 Euro, ab 18 Jahren) ist der aktuellste Teil der „Fight Night“-Serie und setzt auf die dunklen Seiten des Boxsports. Gleich zu Beginn der Story findet sich der Spieler in einem blutigen Boxkampf hinter Gittern. Umringt von Mitgefangenen wird hier ein Kampf ausgetragen, der mit dem sauberen Image und Spielgefühl des Vorgängers nur wenig zu tun hat.

Fesselnde Story
In der durchwegs gut gemachten Story spielt man das Leben des Andre Bishop nach, der sich buchstäblich von ganz unten wieder an die Spitze der Boxwelt kämpft. Wenn sich der Spieler den Respekt der Mitgefangenen erkämpft hat, geht es in die großen Hallen, die man aus den Vorgängern gewohnt ist. Nach etwa fünf Stunden hat man die Geschichte abgeschlossen. Längeren Spielspaß verspricht der Karriere-Modus, der, wie bei den Vorgängern, solide umgesetzt ist.

Den Protagonisten der Karriere kann man entweder selbst erstellen, oder auf eine der vorhandenen Box-Größen zurück greifen. So kann man etwa in die Boxhandschuhe der Klitschko-Brüder, in die von Lennox Lewis oder vieler andere schlüpfen. Mit über 50 verschiedenen Boxern ist die Auswahl so groß, wie nie zuvor in der Serie.

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Blutig und einsteigerfreundlich
Fight Night Champion will dezidiert die harte Seite des Boxens in den Vordergrund stellen. „The True Brutality of Boxing" heißt es von Seiten EA. Gleichzeitig will man Einsteigern den Zugang erleichtern. Während die früheren Teile durchwegs von dem Simulationscharakter geprägt waren, macht Fight Night Champion auch ohne lange Einarbeitungszeit Spaß.

Die umstrittene „Total Punch Control“ findet trotzdem auch beim neuen Teil ihren Platz. Damit kann man Schläge durch bestimmte Bewegungen des rechten Analog-Sticks ausführen. Gleichzeitig ist es bei Fight Night Champion nun standardmäßig möglich, Punches über die Aktionstasten auszuführen. Das bietet auch Einsteigern die Möglichkeit, schnelle Kombinationen zu landen.

Umklammerungen
Auch das Blocken von Schlägen ist bei Fight Night Champion besser umgesetzt. War es bei den älteren Teilen noch notwendig, die Arme selbst zu heben und zu senken, wird dies nun automatisch übernommen. Die Kämpfe entwickeln sich dadurch dynamischer und werden schneller. Getrübt wird der Kampffluss in den höheren Schwierigkeitsgraden durch das Klammern der Computergegner. Jenes wird in völlig ungewöhnlichen Situationen eingesetzt und der Spieler hat kaum Möglichkeiten es zu verhindern oder sich aus der Umklammerung zu lösen. So klammert die CPU nicht zur Verteidigung, sondern etwa, wenn der eigene Boxer ohnehin schon stark angeschlagen ist.

Prügeln kann man sich nicht nur gegen Computergegner, sonder auch gegen einen Mitspieler im Hot-Seat-Modus oder auch online. Besonders das Duell gegen einen realen Gegenüber macht Laune.

Fazit
Fight Night Champion ist durch die fesselnde Story, die einsteigerfreundliche Steuerung und das schnelle Spielgefühl die bis jetzt beste Version der Reihe. Die Story ist insgesamt vielleicht eine Spur zu kurz ausgefallen, für längeren Spaß sorgt jedoch der traditionelle Karriere-Modus, mit dem auch Kenner der Serie ihre Freude haben werden.