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11/05/2020

Google Pixel 4a 5G im Test: Das seltsamste Google-Handy

Groß und günstig ist beim Google Pixel 4a 5G angesagt. Mit dem kleinen Pixel 4a hat es aber nicht mehr viel zu tun. Wir haben das Handy getestet.

von Thomas Prenner

Gleichzeitig mit dem neuen Pixel 5 (futurezone-Test) hat Google auch das Pixel 4a 5G vorgestellt. Rein vom Modellnamen her, könnte man jetzt meinen, es handelt sich dabei lediglich um ein 5G-fähiges Pendant des zuvor veröffentlichten Budget-Pixels 4a (futurezone-Test). 

Tatsächlich hat das Pixel 4a 5G seltsamerweise aber nicht viel mit dem Pixel 4a gemein. Offenbar hat sich Google gedacht, wenn wir schon den Chip auf eine 5G-fähige Variante wechseln müssen, können wir auch gleich das ganze Handy neu designen. Und das führte nun dazu, dass aus dem 4a 5G eigentlich eine vergrößerte Version des Pixel 5 (mit ein paar anderen Unterschieden) geworden ist. 

Plastik, aber ein Kopfhöreranschluss

Wie schon erwähnt ist das Pixel 4a 5G das größte der neuen Google-Handys. Die Abmessungen betragen 153.9 x 74 x 8.2mm. Damit ist es zwar nicht riesig, aber man muss schon große Smartphones mögen, um sich mit dem Handling des Gerätes anfreunden zu können. Mit 168 Gramm ist es auch deutlich schwerer als das Pixel 5, das Gewicht geht aber in Ordnung. Als gewöhnungsbedürftig empfinde ich die Verteilung des Gewichts. So ist das Handy an der Oberseite etwas schwerer. Wenn man es also hochkant in einer Hand hält, muss man aufpassen, dass es nicht nach hinten überkippt. 

Die Verarbeitung ist erstklassig, die Materialen sind aber nicht ganz so hochwertig wie beim Pixel 5. So hat das 4a 5G keine Aluminium- sondern eine Plastik-Rückseite. Gleiches gilt für den Rahmen. Das dürfte nicht nur Auswirkungen auf die Haptik, sondern auch auf die Stabilität haben. So sollte man wohl besonders gut aufpassen und das Handy so gut als möglich nicht auf den Boden knallen lassen. Auf einen näheren Test der Bruchsicherheit habe ich bei dem leihweise zur Verfügung gestellten Smartphone aber lieber verzichtet. Das Nicht-auf-den-Boden-fallen-lassen gestaltet sich beim 4a 5G leider manchmal etwas schwierig, da die Plastik-Rückseite eher rutschig ausgefallen ist. Wer zu Missgeschicken neigt, sollte sich also lieber ein Case anschaffen.

Auf der Rückseite befindet sich der derselbe quadratische Kamerabuckel wie beim Pixel 5 mit dem - in der Praxis wieder hervorragend funktionierenden - Fingerabdrucksensor. 

Geladen wird über USB-C, microSD-Karten werden nicht unterstützt. Das Handy kann mit einer Nano-SIM und/oder einer eSIM betrieben werden. Positiv: Google hat eine gewöhnliche Kopfhörerbuchse verbaut.

Verzichten muss man übrigens auf Staub- oder Wasserfestigkeit nach IP-Standards. 

Display

Das OLED-Display hat eine Diagonale von 6,2 Zoll bei einer Auflösung von 1080 x 2340 Pixel. Im Unterschied zum Pixel 5 unterstützt es kein HDR10+ sowie keine erhöhte Bildwiederholrate von 90Hz oder mehr. Auch ist der Rahmen um den Screen etwas breiter ausgefallen. 

Ganz so schön flüssig wie mit 90Hz präsentiert sich die Anzeige nicht, dennoch geht sie für ein Mittelklasse-Handy mehr als in Ordnung. Der OLED-Screen ist farbstark und kontrastreich und bietet genügend Helligkeit um bei strahlendem Sonnenschein genug erkennen zu können. Die Auflösung geht bei der Displaydiagonale auch noch in Ordnung, um für eine scharfe Anzeige zu sorgen.

Inneres, Software und Akku

Im Inneren ist das Pixel 4a 5G dem gewöhnlichen Pixel 5 sehr ähnlich. So kommt der selbe 5G-fähige Mittelklasse-Snapdragon 765G als SoC zum Einsatz, dessen Octa-core-CPU genau gleich getaktet ist. Für die Grafik ist ein Adreno 620 zuständig. Der einzige Unterschied bei der Ausstattung ist der Arbeitsspeicher. Hier bietet das 4a 5G 6 GB, im Unterschied zum 5, das über 8GB RAM verfügt. 

Der Snapdragon 765G bietet genügend Leistung, um so gut wie alle Alltagsanwendungen flott und flüssig erledigen zu können. Auch die allermeisten aktuellen Spiele laufen mit dem Chip ohne Probleme. Die fehlenden 2 GB RAM könnten vielleicht bei exzessiven Multitasking ins Gewicht fallen, mir sind sie im Alltag allerdings nicht aufgefallen.

Wie alle anderen Pixel-Phones wird auch das 4a 5G mit Stock-Android ausgeliefert. Das User-Interface gleicht demnach dem Pixel 5 in jedem Detail. Auch die 3-jährige Update- und Support-Garantie gibt es selbstverständlich. Etwas mehr zu den Vorteilen von Stock-Android lest ihr in meinem Pixel-5-Test.

Das Pixel 4a 5G ist mit einem Akku mit einer Kapazität von 3885 mAh ausgestattet. Das ist etwas weniger als das Pixel 5, stromsparend wirkt sich allerdings die geringer Bildwiederholfrequenz des Displays aus. Unterm Strich geht die Akkuleistung des Pixel 4a 5G mehr als in Ordnung. Mit einer Screentime von etwa 5 Stunden komme ich dennoch locker durch den Tag. Bei sparsamer Nutzung dürften auch ohne weiteres eineinhalb oder fast 2 Tage drinnen sein. Die Zeiten der schlechten Pixel-Akkus (man erinnert sich an das Pixel 4) sind also endlich vorbei. Drahtloses Laden unterstützt das 4a 5G leider nicht. 

Kamera

Kommen wir zum Highlight eines jeden Pixel-Phones, den Kameras. Auch hier orientiert sich das 4a 5G eher beim Pixel 5 als beim 4a und setzt auf genau dasselbe Kamera-Setup. Es gibt sowohl eine Hauptkamera mit 12,2 Megapixel als auch eine Ultra-Weitwinkellinse mit 12,2 Megapixel. 

Die Aufnahmen können qualitativ mit so ziemlich jedem aktuellen Smartphone-Spitzenmodell mithalten. Egal ob Porträts oder Nachtmodus, das Pixel liefert Fotos, die eindrucksvoll, kräftig, aber natürlich zugleich sind. 

Die Entscheidung auf eine Ultraweitwinkel- statt Tele-Linse als Zweitkamera zu setzen, bereitet mir besonders viel Freude. Es macht mir einfach wesentlich mehr Spaß, mit einer Handy-Kamera bei Weitwinkel-Fotos zu experimentieren, als mit Tele-Aufnahmen. Besonders dann, wenn die Qualität so stimmt, wie bei der Pixel-Kamera. 

Videoaufnahmen können mit der Hauptkamera in 4K-Auflösung mit 30 oder 60fps gemacht werden. In FullHD sind es 30/60/120/240fps. Bei der Frontkamera muss man auf 4K verzichten.

Fazit

Bei Google hat offenbar seit dem Pixel 4a ein Umdenken in Sachen Smartphone-Strategie stattgefunden und das ist gut so. Man setzt eher auf die wesentlichen Faktoren, die ein Handy ausmachen. Display, Akku, Kamera und packt dann als “i-Tüpfelchen” noch Stock-Android samt Update-Garantie darauf. Leistung ist gerade so viel da, wie aktuell sinnvoll ist und auf Gimmicks verzichtet man, wodurch der Preis in einem attraktiven Rahmen gehalten werden kann. 

Genau diese Mischung ist es, die auch beim Pixel 4a 5G aufgeht. Das Handy bietet eine solide Leistung mit einem angenehm großen Screen zu einem Preis von 499 Euro. Wer ein großes Handy möchte und auf eine hohe Bildwiederholrate beim Display verzichten kann, kann auch gut und gern zum 4a 5G anstatt zum Pixel 5 greifen und spart dabei auch noch ein paar Euro. 

Unklar bleibt für mich, was sich Google bei der Markenstrategie des Pixel 4a 5G gedacht hat. Das Gerät ist dem regulären 4a in so vielen Punkten voraus, dass man es durch die Bezeichnung eigentlich abwertet. Man muss schon genauer hinschauen - oder einen futurezone-Testbericht lesen - um die wahren Vorzüge des Gerätes zu realisieren. Es scheint irgendwie, als wollte Google das Pixel 4a 5G nicht gut verkaufen. 

Preis und Verfügbarkeit

Das Pixel 4a 5G wird im offiziellen Google-Store in Deutschland in den Farben Schwarz und Weiß um 499 Euro verkauft. In Österreich ist es nicht über Google, sondern lediglich als Grauimport über diverse Zwischenhändler verfügbar. Der Preis kann dementsprechend geringfügig vom offiziellen Google-Preis abweichen.

Pro

  • Angenehm groß
  • Typische, gute Pixel-Kamera
  • Gleiches Innenleben wie Pixel 5
  • Guter Akku
  • Kopfhöreranschluss

Contra

  • Plastik-Gehäuse, Plastik-Rahmen
  • Kein micoSD-Slot
  • Kein Drahtlos-Laden 
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