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07.12.2013

Grünspar will mit nachhaltiger Technik punkten

Die futurezone hat diverse Geräte der Firma Grünspar auf ihre Alltagstauglichkeit geprüft. Anspruch und Wirklichkeit klaffen mancherorts auseinander.

Im klimaneutral versandten Paket mit Testgeräten, das Grünspar an die Redaktion geschickt hat, befinden sich verschiedene Apparaturen. Ein Solarpannel mit Akku zum wiederauffüllen von Handystromspeichern, eine iPhone-Hülle mit Photovoltaik-Modul, eine ferngesteuerte Steckdose und ein Sensor, der das Ablesen des Stromzählerstands auch bei nicht-smarten Messgeräten erlaubt. Grünspar hat sich dem Handel mit Technologie verschrieben, die Ressourcen schonen kann.

Steckdose mit Fernbedienung

Der “Ansmann AES2 Standby Abschalter” ist eine Energiespar-Steckdose, die es laut Packungsbeilage erlauben, den Stromverbrauch angeschlossener Geräte im Standby-Modus gänzlich abzustellen. Die Steckdose, die aussieht wie eine Zeitschaltuhr, unterbricht jeglichen Stromfluss, sobald das angeschlossene Gerät sich eine Minute im Standby-Modus befindet. Die AES2 kann auf jede herkömmliche Steckdose aufgesetzt werden. Alternativ kann die Energiezufuhr durch den eingebauten Infrarot-Sensor auch mittels einer handelsüblichen Fernbedienung unterbrochen werden.

Dann schaltet sich die Stromzufuhr eine Stunde nach dem letzten Signal der Fernbedienung ab. Das ist vor allem praktisch, wenn die Steckdose im Zusammenspiel mit einem Fernseher betrieben wird. Im futurezone-Test funktioniert die Steckdose gut. Mit einer normalen Fernseher-Fernbedienung lässt sich die Steckdose gut bedienen.

Nach einer Stunde ohne Input oder fünf Minuten im Standby Modus schaltet sich die Stromzufuhr wie beschrieben ab. Mit einem Druck auf die Fernbedienungstaste lässt sich die Steckdose dann wieder aktivieren. Laut Grünspar lassen sich mit der Steckdose ungefähr 10 Euro und 26 Kilo CO2 im Jahr einsparen. Die Steckdose erlaubt auch das Anschließen einer ganzen Steckerleiste, aber nur sofern die Maximale Belastungsgrenze nicht überschritten wird. Die Kosten für das Gerät belaufen sich auf 15 Euro.

Solarbetriebener Zusatz-Akku

Das Changers Solar Starter-Kit besteht aus einem Photovoltaik-Element, das mit Hilfe von Saugnäpfen an einer Fensterscheibe oder einer anderen glatten Oberfläche montiert werden kann, und einem Akku, der über ein Kabel geladen wird. Im Lieferumfang enthalten ist auch ein Kabel, um Geräte mit Micro-USB-Anschluss mit dem Akku zu verbinden. Dazu gibt es einen ganzen Satz von Adaptern, um auch andere Anschlusstypen anzuhängen. Laut Hersteller reicht eine volle Akku-Ladung, um ein iPhone zwei Mal zu laden.

Bis der Akku geladen ist, dauert es bei voller Leistung rund vier Stunden. An trüben, österreichischen Herbsttagen lädt der Akku im futurezone-Test teilweise überhaupt nicht. Am sonnentechnisch nicht gerade begünstigten Fenster der futurezone-Redaktion ist die Sonne um diese Jahreszeit einfach nicht kräftig genug, um im Chargers-Set für Spannung zu sorgen. An einem sonnigeren Platz funktioniert die Stromerzeugung dann doch, wenn auch nicht mit voller Kapazität. Die Lade-Rate wird durch eine blinkende LED am Gerät angezeigt. Eine zusätzliche Micro-USB-Buchse am Akku des Chargers-Sets dient dazu, Daten auszulesen. So kann festgehalten werden, wie viel Strom erzeugt wurde.

Auf der Changers-Webseite können sich User einloggen und festhalten, wie viel CO2 sie durch die Nutzung des Solar-Ladegeräts eingespart haben. Jedes Gramm eingespartes Treibhausgas kann auf der Homepage bei Partnern von Changers als Währung eingesetzt werden, um Einkäufe zu tätigen. So sollen Nutzer motiviert werden, so oft wie möglich auf umweltfreundliche Energie zurückzugreifen. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung ist das Chargers-Set eine tolle Alternative zur Steckdose, die beinahe jedes Gerät laden kann. Für Tablets oder gar Laptops ist die Akku-Kapazität allerdings kaum ausreichend. Bei sub-optimalen Bedingungen ist die Energie-Ausbeute zu gering. Das Starter-Set kostet 148 Euro.

Stromzähler-Stand überall verfügbar

Wattcher ist ein Gerät, das es möglich macht, den Stromverbrauch eines Haushalts in Echtzeit zu kontrollieren. Dabei wird ein Sensor mit Sender am Stromzähler montiert. Sowohl analoge Zähler mit Drehscheibe als auch digitale Geräte mit LED-Taktgeber können ausgelesen werden. Der vom Sensor erfasste Stromverbrauch wird an einen Empfänger, der an einer gut einsehbaren Stelle im Gebäude an eine Steckdose angehängt wird, geschickt und dort angezeigt.

Wann immer ein Gerät im Haushalt ein oder ausgeschaltet wird, ist die Differenz im Stromverbrauch sofort sichtbar. Zudem werden die Daten erfasst, was die Anzeige des Tagesverbrauchs, des durchschnittlichen Tagesverbrauchs der vergangenen zwei Monate sowie der Einsparungen in Euro oder Prozent erlaubt.

Laut Hersteller lassen sich mit Wattcher 80 bis 160 Euro im Jahr einsparen. Dass der Stromzählerstand stets im Blickfeld liegt, führt im Test tatsächlich zu einem bewussteren Umgang mit Energie. Ob dieser Effekt allerdings auch dauerhaft erhalten bleibt, müsste in einem Langzeitversuch eruiert werden. Mit der Einführung von Smart-Metern, die praktisch in ganz Europa geplant ist, wird Wattcher aber wohl bald obsolet, da sich dann jeder Verbraucher in Echtzeit informieren kann. Dass der batteriebetriebene Sender mit Einweg-Batterien ausgeliefert wird, trübt die Öko-Bilanz zudem ein wenig. Das Gerät kostet bei Grünspar derzeit 79,99 Euro.

Sonnenanbetende iPhone-Hülle

Der “Soulra Mobius SP300” für das iPhone 4 und 4S verfügt über ein Photovoltaik-Element, das einen 1800 mAh-Akku aufladen kann. Auch das Laden über Kabel ist möglich. Der Mobius funktioniert gleichzeitig auch als Hülle und umschließt das Gerät wie ein Rahmen. Die Photovoltaik-Zellen befinden sich auf der Rückseite des Handys. Das ganze wirkt zwar etwas klobig, erhöht das Gewicht aber nur unwesentlich.

Der großzügige Lithium-Ionen-Akku verlängert die Betriebsdauer des iPhone dafür deutlich. Der Mobius dient gleichzeitig als Hülle, die auch einen gewissen Schutz bietet. Das Herausnehmen des iPhones gestaltet sich ab und an schwierig, weil Mobius wirklich fest sitzt. Das Aufladen funktioniert mit Sonnenlicht deutlich schlechter als mit dem beigepackten Kabel, was wie schon beim getesteten solarbetriebenen Akku auf die Umweltbedingungen zurückzuführen ist. Das Solar-Ladegerät kostet 73,99 Euro.

Fazit

Das Konzept von Grünspar, umweltschonende Technik anzubieten, ist löblich. Die angebotenen Waren haben auch tatsächlich das Potenzial, Energie zu sparen. Allerdings lohnt es sich, die möglichen Anwendungsszenarien erst durchzudenken. Zudem sind einige der Geräte nicht immer praktisch in der Anwendung. Einige Lösungen sind auch von Batterien abhängig, was der Umwelt nicht zuträglich ist. Gerade, wenn es um die Energieversorgung von Mobiltelefonen geht, muss das betreffende Gerät perfekt funktionieren, um Sinn zu machen.

Die Photovoltaik-Zellen von Grünspar funktionieren nur bei guten Lichtverhältnissen optimal und sind in der Praxis daher nicht immer verwendbar. Gerade in der düsteren Jahreshälfte ist es insgesamt schwierig. Einige Produkte, wie etwa die Steckdose mit Fernbedienung oder der Stromzähler-Ableser machen aber durchaus dauerhaft Sinn.