© Thomas Prenner

IFA
09/03/2011

HMZ-T1: Eyes-On mit Sonys 3D-Zukunft

Die Zukunft von 3D könnte so futuristisch aussehen, wie man es aus Science-Fiction-Filmen kennt. Sony will mit einem, am Kopf getragenen 3D-Display die Zukunft des Fernsehens einläuten. Die futurezone konnte bereits einen ersten Blick in diese Zukunft werfen.

von Thomas Prenner

Das Kernelement des Geräts mit der etwas sperrigen Bezeichnung HMZ-T1 sind zwei briefmarkengroße OLED-Bildschirme. Die Displays haben jeweils eine Auflösung von 2,8 Millionen Pixeln. Für den Nutzer vereinen sich beide Displays zu einem großen 3D-Bild, das eine HD-Auflösung von 720p hat. Laut Sony soll das Gerät dem Nutzer ein Bild vermitteln, das in etwa die Ausmaße einer 19 Meter großen Kinoleinwand hat. Zusätzlich enthält das HMZ-T1 Kopfhörer, über die Ton in virtuellem 5.1 Surround Sound ausgegeben wird.

Mittels HDMI kann die Brille etwa an Spielkonsolen oder Blu-ray-Player angeschlossen werden. Durch die schnelle Reaktionszeit von 0.01 Millisekunden soll das Display auch für schnelle Action-Spiele geeignet sein.

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Sony HMZ-T1

Sony HMZ-T1

Sony HMZ-T1

Sony HMZ-T1

Sony HMZ-T1

Sony HMZ-T1

Sony HMZ-T1

Einsteigerfreundlich
Das auf der IFA in Berlin ausgestellte Modell lässt sich auch ohne Übung relativ rasch im richtigen Winkel auf dem Kopf aufsetzen. Dadurch, dass man so immer den gleichen Blickwinkel auf die beiden Displays hat, ist die 3D-Darstellung konstant und störungsfreier, als wenn man etwa vor einem 3D-TV-Gerät sitzt und seinen Kopf unwillkürlich bewegt. Laut Sony soll das 420 Gramm-schwere Gerät hauptsächlich am Hinterkopf und der Stirn fixiert sein. Im Test war nach einiger Zeit aber auch ein gewisser Druck auf der Nase spürbar, der mitunter unangenehm werden könnte.

Sobald das Gerät einmal am Kopf sitzt kann der Nutzer mittels zwei Schiebereglern an der Unterseite die genaue Position der Displays an seinen eigenen Kopf anpassen und sie seitlich verschieben. Die ideale Einstellung lässt sich so innerhalb weniger Sekunden bestimmen und dem 3D-Erlebnis steht nichts mehr im Wege. Bildeinstellungen wie Kontrast oder Farbe können über ein integriertes Menü getätigt werden, die Knöpfe um es zu steuern befinden sich ebenfalls an der Unterseite des Gestells.

Das Bild des HMZ-T1 wirkt klar, scharf und natürlich. Wie eine 19 Meter große Kinoleinwand kam es einem trotzdem nicht ganz vor, wenn auch die Darstellung insgesamt überzeugend war. Der 3D-Effekt wirkt auch ein gutes Stück natürlicher, als man es von einem herkömmlichen 3D-TV-Gerät kennt.

Auf der IFA konnte das HMZ-T1 in Verbindung mit einer PlayStation 3 und den Spielen Gran Turismo 5 und Killzone 3 getestet werden. Dadurch, dass man als Spieler nicht ständig auf den richtigen Blickwinkel zum Bildschirm achten musste, konnte man sich voll auf das Spiel konzentrieren.

Ersteindruck
Mit dem HMZ-T1 hat Sony gekonnt vorgezeigt, in welche Richtung Heimkino-3D vielleicht gehen könnte. Besonders für Gamer könnte das Produkt interessant sein, da hiermit wirklich ein 3D-Erlebnis ohne Stolpersteine geliefert werden und sich der Spieler völlig auf das Spiel einlassen kann. Ein kleiner Wermutstropfen ist trotzdem die permanente Verkabelung.

Bei einem Preis von rund 800 Euro bleibt abzuwarten, ob sich für das Produkt ein ausreichend großer Markt finden lässt. Das HMZ-T1 soll im November in Österreich erscheinen.