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06.06.2013

Konica Minolta bringt Apps auf Drucker

Das Unternehmen bietet für seine Multifunktionsgeräte im Businessbereich künftig Apps an, die Kunden selbständig im "bizhub Marketplace" installieren können. Das Angebot soll in den kommenden Monaten in Europa ausgerollt werden.

Die Bedienfelder der großen Kombi-Geräte, auf denen der Marketplace verfügbar ist, erinnern mit ihren Touchscreens ohnehin stark an Tablets. Jetzt können passenderweise auch Apps verwendet werden, wie Konica Minolta am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mitteilte. Die Installation funktioniert direkt am Drucker über den Marketplace, das Ausführen benötigt keine Server-Umgebung.

In den USA sind bisher elf Apps verfügbar, sowohl kostenpflichtig als auch gratis. In Europa sollen erst die Gratis-Anwendungen angeboten werden, da die Bezahl-Modalitäten noch nicht restlos geklärt sind. In den USA erfolgt die Verrechnung standardmäßig über Firmen-Kreditkarten, die in Europa aber nicht überall verfügbar sind.

Diverse Anwendungen
Die derzeit verfügbaren Apps erfüllen verschiedenste Funktionen. So können über die Mini-Programme Arbeitsprozesse vereinfacht werden. Für  99,99 Dollar wird beispielsweise die Anzeige und Verwendung einer Sharepoint-Umgebung direkt auf dem Drucker-Display möglich. Kostenlos gibt es Apps zur Anzeige von Twitter, Newsfeeds oder personalisierten Mitteilungen oder Werbebotschaften auf dem Bedienfeld. Eine Wetter-App ist ebenfalls gratis verfügbar.

Andere Anwendungen ermöglichen eine flexible Abrechnung pro Auftrag. Mit einer Übersetzungs-App können Dokumente gescannt werden, die dann von einem Profi in die gewünschte Sprache übertragen und an eine definierbare E-Mail-Adresse geschickt werden. Hier wird pro Scan bezahlt. Auch eine App zum Scannen direkt in Word- und Excel-Dateien verrechnet nach eingelesenen Seiten.

Drittanbieter
Konica Minolta bietet auch eine Programmierschnittstelle für externe Anbieter an, die so eigenständig Apps entwickeln können. "Wir kontrollieren den Marketplace allerdings sehr streng, um die Sicherheit der Anwendungen gewährleisten zu können. Alle Hersteller müssen unser Interface verwenden und haben einen Vertrag mit uns", sagt Johannes Bischof, Geschäftsführer von Konica Minolta Austria zur futurezone. Am Gewinn der Apps ist Konica Minolta nicht beteiligt. Das Angebot an Anwendungen soll in Zukunft kontinuierlich erweitert werden.

Der Marketplace ist Teil einer Strategie von Konica Minolta, die neue Märkte erschließen soll. "Wir konnten den Umsatz im vergangenen Jahr weltweit zwar um rund sechs Prozent auf 6,22 Milliarden Euro steigern, insgesamt ist das Wachstum im Markt aber eher bescheiden. Deshalb schauen wir uns nach zusätzlichen Geschäftsfeldern um", so Bischof. Neben den Apps, mit denen auf spezielle Kundenwünsche eingegangen werden soll, heißt das für Konica Minolta vor allem, dass in Zukunft verstärkt in den Bereich Document- und IT-Management investiert wird. Hier hat das Unternehmen einige kleinere Firmen gekauft, die Know-how und Marktzugänge in mehreren Ländern mitbringen.

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