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23.02.2016

LG G5 im Hands-on: Der Modular-Schmäh

Der Hersteller LG preist sein neues Handy als modulares Gerät an. Die futurezone hat das G5 ausprobiert und etwas genauer hingesehen.

LG hat im Rahmen des Mobile World Congress sein neues Spitzenmodell G5 vorgestellt. Um sich von den Mitbewerbern abzuheben, will man nicht nur mit “klassischen” Spezifikationen punkten, sondern auch mit einem neuem Aufbau des Gerätes. Durch sein modulares Prinzip hat es LG geschafft, auch Brachenprimus Samsung auf dem Mobile World Congress ein wenig die Show zu stehlen. Die futurezone hat das G5 auseinandergenommen.

Liest man das Datenblatt, ist das LG G5 ein Flaggschiff-Smartphone, wie es derzeit sehr viele auf dem Markt gibt: 5,3-Zoll-IPS-Display mit 1440p-Auflösung, Snapdragon 820, vier GB RAM, 16-Megapixel-Kamera und Fingerabdrucksensor. Sieht man etwas genauer hin fällt auf, dass das G5 über zwei Kameralinsen und Kamerasensoren verfügt. Eine davon ist eine Weitwinkel-Linse, die zweite hat eine größere Brennweite. Zwei Linsen heißt, dass auch zwei Bildsensoren vorhanden sein müssen: Einer löst mit acht Megapixel auf und der andere mit 16.

Galerie: LG 5

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LG G5

LG G5

LG G5

LG G5

LG G5

LG G5

LG G5

LG G5

LG G5

Modular

Die wirkliche Besonderheit des G5 befindet sich an der Unterseite des Gehäuses. Der untere Teil des Handys ist abnehmbar, wodurch auch der Akku herausnehmbar bzw. austauschbar ist. Außerdem kann man verschiedene Module anstecken, um dem Handy so neue Funktionen zu verleihen. Klingt in der Theorie vielversprechend, die tatsächlichen Einsatzmöglichkeiten sind aber sehr begrenzt.

Insgesamt gibt es derzeit neben dem Standard-Aufsatz noch zwei Alternativen: Der Foto-Aufsatz ist mit einem zusätzlichen Akku ausgestattet und verleiht dem Handy so eine Art Batteriegriff, wie man ihn von DSLRs kennt. An dem Griff befinden sich noch Bedienelemente wie ein Auslöseknopf und ein Zoom-Rad. In der Praxis geht das Prinzip zwar auf, allerdings ist es nichts, was nicht etwa auch durch eine Hülle hätte gelöst werden können.

Das Sound-Modul ergänzt das Handy um einen externen Soundprozessor sowie zwei zusätzliche Lautsprecher. Revolutionär ist anders, andere Handys verfügen bereits über umfangreiche Sound-Optionen (darunter etwa das LG V10, das einen 32 bit Hi-Fi Digital/Analog-Wandler verbaut hat, um HiRes-Audio-Dateien wiederzugeben).

Verarbeitung

Das Gehäuse ist sauber verarbeitet, durch den breiten Kamerabuckel ist das G5, von hinten betrachtet, kein besonders schönes Gerät. Der Verschlussmechanismus der Module wirkt zwar funktional, allerdings nicht besonders stabil, langlebig oder clever. Auch das Abkoppeln des Akkus von den Modul-Endstücken ist ein kleiner Kraftakt und lässt befürchten, dass dabei einmal etwas brechen könnte.

LG hat mit dem G5 für viel Wirbel gesorgt, wirklich revolutionär ist das “modulare” Konzept jedoch nicht. Hilfreich im Vergleich zu anderen Smartphone-Flaggschiffen mit Unibody ist, dass man den Akku dadurch austauschen kann.

Weder Foto- noch Audio-Modul würde ich nach dem Kurztest als “must-have” einstufen. Würde LG aber diese Module kostenlos zum G5 mitliefern. wären sie ein nettes Gimmick.

Von einem wirklich sinnvollen modularen Konzept, wie es etwa Fairphone entwickelt hat, ist LG noch weit entfernt. Dort liegt der Fokus auf einfacher Austauschbarkeit einzelner Komponenten, wie etwa dem Display. Das würde dem Nutzer im Alltag mehr bringen, als ein optionaler Kamera-Akku.

Weitere News, Hands-ons und Berichte zum Mobile World Congress 2016 gibt es hier.

Disclaimer: Redakteure der futurezone berichten vor Ort von dem Mobile World Congress in Barcelona. Die Reisekosten werden von der futurezone GmbH selbst sowie von Huawei, Samsung und T-Mobile übernommen.