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26.02.2017

LG G6 vorgestellt: Riesen-Smartphone für kleine Hände

Ein 5,7-Zoll-Smartphone im Gehäuse eines 5,2-Zoll-Gerätes: LG setzt bei seinem neuen Flaggschiff auf Usability statt High-End-Hardware.

LG hat im Rahmen des Mobile World Congress sein neues Flaggschiff-Smartphone G6 vorgestellt. LG Mobile-Präsident Juno Cho enthüllte das Smartphone, das in den vergangenen Wochen bereits durch zahlreiche Leaks an die Öffentlichkeit geraten ist.

LG G6 in Bildern

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LG G6

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Das Smartphone setzt auf einen 5,7 Zoll großen QHD+-Bildschirm (2880 mal 1440 Pixel), der allerdings im Gehäuse eines klassischen 5,2-Zoll-Smartphones (148 mal 71,9 mal 7,9 Millimeter) steckt. Damit soll das Smartphone auch mit einer Hand bedienbar bleiben und in die Hosentasche passen. Es soll zudem in seiner Display-Klasse das beste Bildschirm-Gehäuse-Verhältnis haben.

2:1 statt 16:9

Statt auf das branchenübliche 16:9 setzt LG auf ein 18:9-Bildschirmverhältnis. Dadurch ist der Bildschirm deutlich schmaler als vergleichbare Modelle. Das Bildschirmverhältnis basiert auf dem vom italienischen Regisseur Vittorio Storaro entwickelten „Univisium“-Format. Das Format, das auch als „2,00:1“ bekannt ist, wurde unter anderem von Netflix für seine Serien „House of Cards“ und „Stranger Things“ eingesetzt. Der von LG integrierte Videoplayer soll aber jegliche Inhalte automatisch an das neue Bildformat anpassen, sodass man ohne „schwarze Balken“ auskommt.

LG argumentiert, dass man mit dem schmalen Gehäuse den „Sweet Spot“ getroffen habe, der auch einhändige Bedienung ermögliche. Diese Behauptung wurde auch von einem Ergonomie-Forscher der Pennsylvania State University untermauert. Durch das ungewöhnliche Bildschirmformat muss auch die hauseigene Oberfläche LG UI angepasst werden. Diese teilt den Bildschirm meist in zwei Quadrate (1:1) auf. Die Kamera erlaubt so beispielsweise „Guide Shots“, bei denen unten ein Motiv angezeigt und mit dem Kamerabild verglichen werden kann.

Erstes HDR-Smartphone

Neben dem ungewöhnlichen Bildschirmverhältnis soll das G6 auch mit HDR-Unterstützung (HDR 10 und Dolby Vision) punkten. Damit ist das G6 das erste HDR-fähige Smartphone. Netflix unterstützt passend dazu künftig auch den Dolby-Vision-Standard auf Smartphones und Tablets.

Das G6 ist zudem eines der ersten Smartphones neben dem Google Pixel, das den „Google Assistant“ integriert hat. Der persönliche Assistent soll im Alltag helfen, ähnlich wie Apples Siri und Microsofts Cortana. Zum Start soll der Assistent auf Deutsch und Englisch verfügbar sein, weitere Sprachen werden folgen.

Weiter Weitwinkel, größerer Akku

Wie erwartet setzt das Smartphone zudem auf den Qualcomm Snapdragon 821, der für die Dual-Kamera angepasst wurde. So setzt LG weiterhin auf zwei Linsen mit unterschiedlichen Brennweiten. Neben einer herkömmlichen Linse wird eine Weitwinkel-Linse verbaut, die einen sichtbaren Bereich von 125 Grad abdeckt - das ist mehr als das menschliche Auge erfassen kann.

Auch bei der 5-Megapixel-Frontkamera kommt künftig eine Weitwinkel-Linse zum Einsatz, die ein Sichtfeld von 100 Grad hat. Der Einsatz der verschiedenen Brennweiten ermöglicht zudem „optischen Zoom“, ähnlich wie beim iPhone 7 Plus oder dem Huawei Mate 9. Zudem wurde ein optischer Bildstabilisator verbaut.

Der Akku wurde im Vergleich zum Vorgänger kräftig aufgestockt (3300 statt 2800 mAh), Angaben zur Laufzeit wurden jedoch nicht gemacht. LG betonte jedoch, dass der Akku „sicher sei“, auch durch den Einsatz von Heatpipes, die Hitze vom Gerät gleichmäßig auf das Aluminium-Gehäuse verteilen.

Mit geflopptem G5 "dazugelernt"

Das G6 ist IP68-zertifiziert und somit vor Staub und Wasser geschützt. Die Bauweise soll zudem verhindern, dass der Bildschirm bei Stürzen bricht - eine Garantie gibt LG jedoch nicht ab. Einen Preis und Verfügbarkeit blieb LG schuldig, das Smartphone soll jedoch in schwarz, weiß und silber angeboten werden.

LG habe mit dem modularen G5, das zum Ladenhüter verkommen ist, „viel gelernt“. Es müsse eine „Balance zwischen Innovation und Kernfunktionen“ geben. Zudem sei das „Wettrennen um das schnellste Smartphone vorbei“, stattdessen werde man sich künftig über die Usability von der Konkurrenz abheben müssen.

"Behaltet uns im Auge"

Die als „TrueVision“ bezeichnete Bildschirm-Technologie soll jedoch in mehr Geräten zum Einsatz kommen, möglicherweise auch bei jenen der Konkurrenz. Laut LG-Mobile-Präsident Cho werde es 2017 einen „großen Wandel“ bei den Formfaktoren für Smartphones geben. LG Display ist neben Samsung einer der größten Hersteller von Smartphone-Displays. LG bekräftigte zudem sein Engagement im Smartphone-Markt, nachdem diese Sparte zuletzt starke Verluste verkraften musste. „Behaltet uns weiter im Auge“, so Cho.