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04/04/2016

LTE-Tarif bei bob: Ärger mit alten SIM-Karten

Bestandskunden von bob müssen beim Umstieg auf den neuen Tarif darauf achten, dass auch ihre SIM-Karte erneuert wird - sonst können sie kein LTE nutzen.

Die Diskont-Markte des österreichischen Mobilfunkmarktführers A1 macht derzeit massiv Werbung für seinen im Februar neu gestarteten Tarif superbob LTE“. Der neue LTE-Tarif verspricht Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s und beinhaltet ein Datenvolumen von sechs Gigabyte. 1000 Freiminuten und 1000 SMS sind ebenfalls inkludiert. Die Kosten des Tarifes belaufen sich auf 16,90 Euro.

USIM notwendig

Doch Bestandskunden, die auf den neuen Tarif umsteigen, könnten trotzdem noch längere Zeit im 3G- statt im 4G-Netz bleiben – und zwar dann, wenn sie noch eine alte SIM-Karte in ihrem Gerät haben. Kunden benötigen nämlich eine USIM-Karte, um LTE nutzen zu können. Das teilt A1 auf futurezone-Anfrage mit. Diese Information ist aber nicht auf der Website von bob zum Tarif zu finden. Auch der Hinweis von Callcenter-Mitarbeitern beim Tarifwechsel fehlte laut Hinweisen, die die futurezone von mehreren Nutzern erhielt - und auch selbst erlebte. Tage nach dem Tarifwechsel bekamen Nutzer und die Autorin weiterhin nur 3G-Verbindungen zustande - bis sie einmal nachfragten.

Laut bob sollte dies eigentlich nicht passieren. „Je nach Kanal sollten die Kunden aber einen Hinweis darauf erhalten. Kunden, die online über 'Mein bob' den Tarifwechsel auf superbob LTE machen, erhalten direkt online einen Hinweis, sofern sie noch keine USIM nutzen. Der Kunde wird aufgefordert, sich an die Serviceline für den kostenlosen SIM-Tausch zu wenden. Wenn der Kunde über die Serviceline wechselt, sind die Callcenter-Agents gebrieft, hier zu checken, ob der Kunde eine LTE-fähige Karte verwendet und gegebenenfalls einen SIM-Tausch direkt zu veranlassen“, heißt es seitens des Mobilfunkers.

Kostenloser Austausch

Die USIM-Karte werde den Kunden dann binnen drei bis vier Werktage per Post zugeschickt und der Tausch der SIM-Karte sei für die Kunden kostenlos. Bob-Bestandskunden, die selbst kontrollieren wollen, ob sie die richtige SIM-Karte für ihren LTE-Tarif besitzen, sollten auf ihrer SIM-Karte selbst nachsehen: LTE-fähige USIM-Karten sind bei bob immer an der Seriennummer erkennbar, die mit A58 beginnt.

„Bei A1 werden nicht-LTE-fähige SIM-Karten gar nicht mehr eingesetzt – und zwar schon seit 2009 nicht mehr“, erklärt Jochen Schützenauer, Pressesprecher bei A1. „Bei bob haben wir nur den superbob LTE. Die anderen Kunden bekommen eine normale SIM, weil sie kein LTE benötigen.“

Keine Probleme bei Drei und T-Mobile

Auch bei Drei und T-Mobile kommen keine „nicht-LTE-fähigen“ SIM-Karten mehr zum Einsatz. „Generell sollte LTE für 3Kunden mit allen aktuellen SIM-Karten verfügbar sein. Insofern ist kein Austausch notwendig“, heißt es seitens Drei. Der Mobilfunker hat eher das Problem, dass bei Drei noch hunderte verschiedene Tarife aktiv genutzt werden können und nicht jeder Tarif mit einem LTE-Zusatzpaket kombinierbar ist.

Bei T-Mobile kommen bei Vertragskunden bereits seit 2004 nur noch SIM-Karten zum Einsatz, mit denen man LTE nutzen kann. „Für T-Mobile-Wertkartenkunden fand die Umstellung 2006 statt, für tele.ring-Kunden um das Jahr 2008. Es gibt noch Kunden die reine 2G-Karten nutzen, die Zahl liegt jedoch im einstelligen Prozentbereich. Diese können LTE derzeit nicht nutzen, durch den Tausch der SIM-Karte, wenn beispielsweise eines neues Smartphone gekauft wird, wird dies wieder möglich. Neun von zehn verkauften Endgeräten sind Smartphones, die zum größten Teil LTE-fähig sind“, heißt es seitens T-Mobile.

Keine aktuellen Zahlen

Kunden anderer Mobilfunkhersteller können also beruhigt sein: Der Ärger mit den SIM-Karten, die nicht LTE-fähig sind, existiert derzeit also überwiegend bei bob. Denn dort kommen die benötigten USIM-Karten auch weiterhin vorwiegend dann zum Einsatz, wenn der LTE-Tarif gebucht wird. Wie viele Bestandskunden bereits auf den neuen LTE-Tarif umgestiegen sind oder Ärger mit ihren SIM-Karten hatten, wollte der Mobilfunk-Diskonter übrigens nicht bekannt geben.