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23.05.2017

MateBook X, E und D: Huawei greift MacBook und Surface an

Huawei fordert künftig nicht nur Microsofts, sondern auch Apples Laptops heraus. Mit dem MateBook X hat man eine kompakten MacBook-Pro-Konkurrenten präsentiert.

Huawei kann es einfach nicht lassen und greift neben dem Smartphone-Markt auch weiter den Laptop-Markt an. Der Technologie-Konzern hat im Rahmen eines Events in Berlin drei neue Laptops und 2-in-1-Geräte vorgestellt. Während das Huawei MateBook X vor allem mit Apples MacBook Pro konkurrieren soll, fordert das MateBook E Microsofts Surface Pro heraus.

MateBook X: Kleiner als ein Blatt Papier

Huawei legte den Fokus vor allem auf das MateBook X, mit dem man wohl Apples größte Schwäche ausnutzen möchte: Die heftig kritisierten MacBook-Pro-Geräte. Deswegen ähnelt das MateBook X nicht nur bei der Optik, sondern auch in der Ausstattung dem US-Konkurrenten stark.

Der 13-Zoll-Laptop ist laut Huawei kleiner als ein A4-Blatt Papier. Damit ist es der kleinste Laptop mit dieser Display-Diagonale. Um das zu ermöglichen, wurde der Rand so schmal wie möglich ausgeführt. Die Ränder sind lediglich 4,4 Millimeter schmal - Huawei spricht von einem „randlosen“ Bildschirm.

Das Gehäuse wurde durchgehend aus sandgestrahltem Aluminium gefertigt. Huawei-Manager Richard Yu hob hervor, dass die Kanten abgeschliffen wurden und der Laptop so besonders angenehm zu halten sei. Das MateBook X ist lediglich 12,5 Millimeter dünn und damit sogar dünner als das kompakte MacBook 12 (13,1 Millimeter). Auf der Power-Taste wurde zudem ein Windows-Hello-kompatibler Fingerabdrucksensor verbaut, mit dem der Laptop binnen 1,9 Sekunden aus dem Standbymodus geholt werden kann.

Die Chiclet-Tastatur nimmt nahezu die komplette Breite des Laptops ein und ist hintergrundbeleuchtet und vor Spritzwasser geschützt. Wie beim MacBook setzt das MateBook X ausschließlich auf USB-C-Anschlüsse und kann auch über ein herkömmliches USB-C-Ladegerät geladen werden. Als Adapter bietet man optional das MateDock 2 an, das über den USB-C-Anschluss HDMI, VGA und USB-A-Anschluss nachrüstet.

Weltraum-Kühlung

Das Gewicht des Laptops beträgt 1,05 Kilogramm. Huawei verglich sich hier durchgehend mit Apples MacBook: Das MateBook X würde den Platz besser ausnutzen (88 Prozent Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis gegenüber 77 Prozent beim MacBook Pro 13) und sei rund 300 Gramm leichter.

Der 13-Zoll-Bildschirm löst mit 2160 mal 1440 Pixel auf und setzt damit auf ein Bildschirmverhältnis von 3:2 statt dem branchenüblichen 16:9. Das LCD-Panel soll den sRGB-Farbraum zu 100 Prozent abdecken und ein Kontrastverhältnis von 1000:1 bieten. Der Bildschirm wird zudem mit Corning Gorilla Glass vor Kratzern geschützt.

In puncto Hardware setzt der Windows-10-Laptop auf die energiesparenden U-Prozessoren von Intel. Es wird in zwei Konfigurationen, mit dem Core i5 (7200U) bzw. i7 (7500U) der siebenten Generation angeboten. Weitere Details, beispielsweise zur GPU, nannte man bisher nicht. Hier dürfte man wohl auf die integrierte Iris-GPU setzen.

Die Hardware wird laut Huawei mit einer Technologie aus der Weltraumforschung gekühlt, wodurch man auf einen Lüfter verzichten kann. Das MateBook X ist zudem der erste Laptop, der das Audio-System Dolby Atmos unterstützt. Der verbaute 41,4-Wh-Akku soll zudem ausreichend Leistung für zehn Stunden produktives Arbeiten bieten.

Das MateBook X soll in Rose Gold, Space Gray und Prestige Gold angeboten werden. Alle Modelle sind mit acht Gigabyte RAM ausgestattet, der sich wohl nicht tauschen lässt. Das günstigste Modell mit i5 und 256 Gigabyte SSD kostet 1399 Euro, für 512 Gigabyte werden 1599 Euro fällig. Das i7-Modell (512 Gigabyte SSD) kostet 1699 Euro. Zur Verfügbarkeit nannte man bislang lediglich den Sommer als Termin.

MateBook E: Tablet-Ersatz gegen Microsoft

Das Huawei MateBook E ist der Nachfolger des im Vorjahr vorgestellten 2-in-1-Geräts, das damals schlicht MateBook hieß. Das Tablet-Element des MateBook E ist lediglich 6,9 Millimeter dünn. Der verbaute 12-Zoll-Bildschirm löst mit 2160 mal 1440 Pixel auf und deckt den NTSC-Farbraum zu 85 Prozent ab. Wie beim Vorgänger verfügt der Bildschirm über einen Digitizer, sodass man mit dem HuaweiPen auf diesem schreiben und zeichnen kann.

Der Stift unterstützt bis zu 2048 Druckstufen und erfüllt drei verschiedene Funktionen: Stift-Eingabe, Laserpointer oder als Klicker für Präsentationen. Im Stift befindet sich zudem auch ein USB-C-Stecker, über den der Stift direkt am Tablet geladen werden kann.

Das neue Type Cover verfügt über ein Chiclet-Keyboard und soll ein besseres Tippgefühl bieten. Zudem soll es deutlich einfacher sein, den Winkel anzupassen. War der Vorgänger noch auf drei verschiedene Positionen beschränkt, kann das MateBook E nun frei aufgestellt werden. Es verfügt über Dual-Lautsprecher mit Dolby Audio Premium und soll acht bis neun Stunden Laufzeit ermöglichen. Zum Start wird es in den Farben Titanium Gray und Champagne Gold angeboten. Auch das MateBook E soll ab Sommer verfügbar sein, das günstigste Modell kostet 1199 Euro.

MateBook D: Günstiger Business-Laptop

Das MateBook D ist erstaunlich unspektakulär, aber solide: Dahinter versteckt sich ein 15,6 Zoll großer Business-Laptop, der zu einem relativ günstigen Preis (ab 799 Euro) angeboten wird. Der Bildschirm löst mit Full HD (1920 mal 1080 Pixel) auf und soll auf einen relativ dünnen Rahmen (6,2 Millimeter) setzen

Im Gegensatz zum MateBook X und E verfügt er über eine dezidierte Grafikkarte (Nvidia Geforce 940MX). Die restliche Ausstattung ist weitestgehend mit dem MateBook X ident: Wahlweise ein Intel Core i5 (7200U) oder i7 (7500U), bis zu 16 Gigabyte DDR4-RAM sowie 256 Gigabyte SSD plus einem Terabyte HDD-Speicher. Der Akku soll ausreichend Leistung für 8,5 bis 10 Stunden produktives Arbeiten bieten.

Das Gehäuse ist 16,9 Millimeter dick und wiegt insgesamt 1,9 Kilogramm. Zum Start soll es den Laptop in den Farben Champagne Gold, Space Gray und Aurora Blue geben. Das günstigste Modell (i5, 8 GB RAM, nur HDD) wird für 799 Euro angeboten, das i7-Modell (8 GB RAM, HDD und SSD) ist ab 999 Euro verfügbar. Ob das MateBook D auch in Österreich angeboten wird, ist noch unklar.