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Mercedes EQS offiziell vorgestellt

Mercedes ist laut eigenen Angaben an einem "Wendepunkt" angekommen und hat sich deshalb für die offizielle Präsentation seiner Elektro-Luxuslimousine EQS gehörig ins Zeug gelegt. In den vergangenen Wochen sind bereits einige Details zu dem Fahrzeug - mit dem Mercedes vor allem dem Tesla Model S Konkurrenz machen will - durchgesickert. Am Donnerstagabend hat Mercedes allerdings erstmals das Aussehen seines neuen Elektro-Spitzenmodells enthüllt.

Für den Planeten

"Der EQS wurde designt, um höchste Erwartungen zu übertreffen, denn dafür steht das 'S'", leitete Daimler-Vorstandsvorsitzender Ola Källenius eine Präsentation ein, die an mehreren Stationen rund um die Welt zeigen sollte, dass der EQS "für den Planeten" gemacht wurde. Auch Regisseur James Cameron und Sängerin Alicia Keys hatten dabei einen Auftritt.

Das Aussehen des Mercedes EQS soll an einen Hochgeschwindigkeitszug erinnern, meint Daimler-Chefdesigner Gordon Wagener. Der Hersteller habe das Auto jedenfalls von Grund auf neu gestaltet mit dem Anspruch, einen überraschenden "X-Faktor" zu generieren.

Windschlüpfrig und kräftig

Die Front und Form des EQS unterscheiden sich tatsächlich um Einiges von bisherigen Vertretern der S-Klasse. Der weit geschwungene Dachbogen trägt dazu bei, dass der EQS einen der niedrigsten Luftwiderstandskoeffizienten für Serienfahrzeuge mit sich bringt. Der Cw-Wert liegt bei nur 0,2. Angetrieben wird der EQS von zumindest 245 kW. Die stärkste Antriebsvariante wird ein 560 kW Allradantrieb sein, der sich aber derzeit noch in Planung befindet. Dank des Bordakkus mit einer Kapazität von 108 kWh soll eine Reichweite von 770 Kilometer laut WLTP-Zyklus möglich sein.

Level-3-Autonomie

Aufladen kann man den EQS mit maximal 200 kW. Innerhalb von 15 Minuten soll man solcherart Strom für 300 Kilometer Fahrt erhalten. Das Modell für den japanischen Markt (warum nur dieses, ist unklar) wird auch bidirektionales Laden unterstützen. Dank Lidar, mehreren Kameras und Radarsensoren soll der EQS das Fahrzeugautonomielevel 3 erreichen. Erfahrbar werden soll dies etwa durch einen Autobahnassistenten, der 2022 eingeführt werden soll - per Over-the-Air-Update.

Individualität im Inneren

Neben Design und Fahrleistung ist Daimler besonders stolz auf die Innenausstattung des Mercedes EQS. Das Cockpit wird von einer breiten Display-Landschaft, dem so genannten MBUX Hyperscreen, dominiert. Im Fahrzeug können Profile für jeden Passagier angelegt werden. Jeder Sitz ist mit On-Board-Entertainment-System mit Touchscreen ausgestattet - sogar der mittlere Rücksitz (wenngleich mit einem Tablet aus längst vergangenen Tagen). Das Fahrzeug versteht Sprachbefehle und kann die jedem Passagier genau zuordnen. Farbige LED-Lichtleisten animieren diverse Vorgänge. Alles ist tiefgreifend personalisierbar.

Nachhaltigkeit

Für den EQS wurden auch eigene Fahrgeräusche kreiert, die besonders futuristisch klingen sollen. Bei den verwendeten Materialien flossen angeblich auch mehr denn je Recycling- und nachwachsende Ressourcen ein. Der EQS sei ein Meilenstein auf dem Weg zu einer CO2-neutralen Fahrzeugflotte. Dieses Ziel will Daimler bis zum Jahr 2039 erreichen, wie Vorstandsmitglied Britta Seeger vorträgt. Alicia Keys gefällt das. Wie sie während ihres Auftritts meint, findet sie es gut, "dass sich das Auto um den Planeten kümmert".

Verkauft wird der Mercedes EQS ab Juni. Über seinen genauen Preis ist noch nichts bekannt. Autobranchenexperten rechnen mit mehr als 100.000 Euro.

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David Kotrba

Ich beschäftige mit großteils mit den Themen Mobilität, Klimawandel, Energie, Raumfahrt und Astronomie. Hie und da geht es aber auch in eine ganz andere Richtung.

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