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11/04/2013

Microsoft Sculpt Ergonomic: Entspannung mit Grenzen

Das Sculpt Ergonomic Keyboard überzeugt im Test durch eine komfortable Hand-Positionierung. Auch die Maus soll für Entspannung sorgen. Das klappt aber nicht so ganz.

Mit dem dreiteiligen, kabellosen Eingabegeräte-Set Sculpt Ergonomic will Microsoft Verspannungen oder gar Schmerzen beim Arbeiten verhindern. Das Set besteht aus einer gewölbten Tastatur, bei dem ein Spalt die Tasten für die rechte und linke Hand klar trennt, einem separaten Nummernblock und einer kugelrunden Maus. Mittels eines Bluetooth-USB-Dongles ist das Set sofort einsatzbereit. Die zur Mitte hochgewölbte Tastatur und die Maus mit schrägen Tasten sind darauf ausgelegt, die Verdrehung des Unterarms zur horizontalen Ausrichtung der Handgelenke zu verringern.

Die Tastatur

Im Falle der Tastatur macht das durchaus Sinn. Die Handballen liegen auf einer erhöhten und gepolsterten Kunststoffauflage. Die Hände sind dadurch weniger angewinkelt und nach unten rotiert als bei einer flachen Tastatur. Abgesehen von einem circa zwei Finger breiten Spalt in der Mitte entspricht das Tastenlayout im Großen und Ganzen dem gewohnten Bild. Auf der rechten Seite ist die Position der Einfügen- und der Entfernen-Taste vertauscht. Die Entfernen-Taste liegt oben und ist doppelt so groß. Aufgrund der Benutzungshäufigkeit eine sinnvolle Veränderung.

Die Tasten sind flach ausgeführt, bieten einen angenehm geringen Widerstand. Nach wenigen Test-Tagen begannen zwei Tasten bei Druck zu quietschen. Einige weitere Tage später verschwand das Geräusch aber wieder. Die geteilte Tastatur bereitete während des Tests überraschend wenig Probleme. Einzig das Ausführen persönlich eingelernter Griffe, wie etwa der einhändige gleichzeitige Druck auf die "AltGr" und "Q"-Tasten zur Eingabe eines @-Zeichens kann sich aufgrund der größeren Distanzen schwieriger gestalten.

Ein Schieberegler an der rechten oberen Tastaturseite verleiht den schmal ausgelegten Funktionstasten am oberen Rand zusätzliche Fähigkeiten. Man kann dann damit etwa die Laustärke verändern, im Text ganze Wörter löschen oder ähnliches. Wirklich benötigt werden diese Funktionen kaum. Zeit erspart man sich dadurch ebensowenig.

Auf dem Schreibtisch eröffnet sich mit der Tastatur eine veränderte platztechnische Situation. Das Sculpt Ergonomic Keyboard ist schmäler, aber tiefer als eine gewöhnliche rechteckige Tastatur. Das Einklemmen eines Zettels unter dem Keyboard gestaltet sich aufgrund des Flach aufliegenden Standfußes unter der Handballenauflage der Sculpt Ergonomic unmöglich. Der magnetisch haftende Standfuß lässt sich jedoch schnell entfernen, falls er einem zuwider ist.

Der Nummernblock

Der separate Nummernblock des Desktop-Sets ist für Normalbenutzer höchstwahrscheinlich der Teil, der am meisten verstaubt. Einmal zur Hand genommen, wird der Nummernblock zum portablen Taschenrechner. Eine eigene Taste öffnet das Rechner-Programm. Die Eingabe von Zahlen setzt das Betätigen der "NumLock"-Taste voraus. Ob man Zahlen oder Feldfunktionen (wie das Verschieben der Cursor-Position in einem Text) betätigt, weiß man im Vorhinein nicht. Hier gilt das Prinzip "Trial and Error". Ein kleines LED-Lämpchen hätte hier geholfen.

Die Maus

Die Maus des Sculpt Ergonomic Sets erzielt im Test den geringsten Entspannungseffekt. Sie ist deutlich größer als eine herkömmliche Maus dimensioniert, wiegt mehr und ist höher. Die runde Form bringt die Hand, verglichen mit der üblichen Lage, in eine nach rechts geneigte Position. Der Daumen ist dadurch erhöht und erhält mit einer Mulde in der Maus eine eigene Auflage. Zwischen Zeigefinger und Daumen entsteht ein wenig Platz, der mit einer Windows-Taste gefüllt wurde. Mit jener kann man direkt auf das Startmenü zugreifen. Eine entbehrliche Annehmlichkeit.

Wer im Betrieb den Cursor nicht mit dem gesamten Unterarm über den Bildschirm schiebt, wird wenig bis gar keinen Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Maus erkennen. Der Daumen wird wesentlich mehr betätigt als üblicherweise. Das zusätzliche Gewicht hindert am präzisen Navigieren auf dem Bildschirm.

Stromversorgung

Wie lange man im Dauerbetrieb mit der integrierten Stomversorgung des Desktop-Sets auskommt, konnte im Test nicht in Erfahrung gebracht werden. Im sieben wöchigen Einsatz mussten die Batterien jedenfalls nicht getauscht werde. Wenn den Komponenten mal der Saft ausgeht, kann man sich jedoch auf einen variantenreichen Batterieeinkauf einstellen. Die Maus verwendet zwei AA-Batterien, die Tastatur zwei AAA-Batterien, der Nummernblock eine CR2430 Knopfbatterie.

Fazit

Mit Sculpt Ergonomic hat Microsoft das Ziel, eine entspanntere Arbeitsoberfläche zu bieten, teilweise erreicht. Die Tastatur bietet eine neue, aber sehr komfortable Tipp-Position. Die Maus ist hingegen zu klobig geraten. Die ergonomische Vorgabe, das Handgelenk von der Horizontale zu heben, birgt mehr Ver- als Entspannungspotenzial. In der Praxis wird die Maus meist durch leichte Bewegungen gesteuert, bei der das Handgelenk meist an einem Punkt verbleibt. Bei der Sculpt-Maus müsste man dagegen den gesamten Unterarm verschieben, um der ergonomischen Haltung Sinn zu verleihen.

Im Endeffekt erwies es sich als sinnvoller, die Sculpt Ergonomic Tastatur mit einer herkömmlichen Maus zu kombinieren, was auch problemlos möglich ist. Als Preis für das Set empfiehlt Microsoft unverbindliche 130 Euro. In der Praxis muss man 80 bis 90 Euro für das dreiteilige Set bezahlen. Manche Händler bieten Sculpt Ergonomic auch ohne Maus an.