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28.06.2011

Microsoft startet Office aus der Cloud

Microsoft hat die Beta-Phase seines Cloud-Service Office 365 abgeschlossen und veröffentlicht den Dienst Dienstag weltweit gleichzeitig in 40 Ländern. Office 365 ist in rund 20 Sprachen verfügbar. In Österreich sind UPC und A1 als Partner mit an Bord. Microsoft will sich so als Konkurrent zu Googles "Apps for Business" in Stellung bringen.

Mit Office 365 will Microsoft kleinen und mittleren Unternehmen das Betreiben einer eigenen Server-Infrastruktur ersparen. Das Paket besteht aus vier Grundpfeilern: Mit Office Professional Plus beziehungsweise den Office Web Apps soll die gewohnte Office Umgebung, entweder aus der Cloud oder lokal, bereitgestellt werden. Exchange Online erspart Unternehmen das Betreiben eines eigenen E-Mail-Servers. Share Point Online ermöglicht kollaboratives Arbeiten. Lync Online wird für Videokonferenzen und Instant Messaging verwendet. Nach der Übernahme des Voice-Over-IP-Anbieters Skype kann davon ausgegangen werden, dass jenes auch bald in das Paket integriert werden wird.

Das Basispaket von Office 365 ist für Unternehmen ab 5,25 Euro pro Monat und User erhältlich, das umfangreichste Paket (inklusive Office Professional Lizenz) schlägt mit 25,50 Euro zu Buche. Laut Microsoft ist Office 365 somit weit günstiger, als das Betreiben und Warten eigener Server. Microsoft-Österreich-Chefin Petra Jenner sprach bei der Präsentation in Wien von einem "Meilenstein der Cloud Linie" und betonte, dass der Konzern bereits auf "15 Jahre Erfahrung mit Cloud-Diensten" zurückblicken könne.

A1 und UPC Partner
Office 365 ist ab sofort über Partnerunternehmen in Österreich erhältlich. Eines davon ist der Internet Service Provider UPC. Laut UPC-Österreich-Chef Thomas Hintze ist es eine weltweite Partnerschaft, die UPC mit Microsoft eingegangen ist. Auch von Seiten A1 wurde bereits vergangene Woche die Partnerschaft mit Microsoft im Rahmen von Office 365 verkündet. Jenner wollte heute zwar nichts bestätigen, sagte aber, dass sich der Weg in diese Richtung bereits abzeichnet. Laut der Presseaussendung wird das Service unter der Marke „A1 Austria Cloud“ verfügbar sein.

Konkurrenz zu Google
Microsofts Angebot steht in direkter Konkurrenz zu Googles Apps for Business. Bereits am Montag, einen Tag vor Microsofts Release, veröffentlichte Shan Sinha, Produktmanager der Google Apps, im offizielle Google-Blog den Eintrag "365 Gründe für die Google Apps". Darunter findet sich etwa das Argument, dass Google im Vergleich zu Microsoft auf kein modulares Gebührensystem setzt, sondern ein Paket mit allen Funktionen um vier Euro pro Konto und Monat anbietet. Der Jahrestarif ist nochmal reduziert und kommt auf 40 Euro pro Konto.

Von den Funktionen her deckt Google laut eigenen Angaben alles ab, was Microsofts teuerstes Paket verspricht. Außerdem sei Office 365 für Windows-PCs optimiert, was die Flexibilität reduziert. Google Apps laufen völlig plattformunabhängig auf einer großen Reihe von Endgeräten. Microsoft will im Konkurrenzkampf auf das Vertrauen und die hohe Akzeptanz der Office-Umgebung vertrauen und sich so den Marktvorteil verschaffen.

Privatanwender
Sowohl Microsoft als auch Google bieten ähnliche Dienste für Privatanwender bereits gratis an. In diesen Versionen fehlt jedoch umfassender Support sowie Verfügbarkeitsgarantie. Microsoft zielt etwa mit dem Freemail-Dienst Hotmail in Kombination mit dem Cloud-Speicher Sky Drive und den

auf Kunden am Privatsektor ab. Google setzt hier auf den populären Dienst Gmail, sowie auf die Online-Bürosuite Docs.

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