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29.10.2012

Philips HomeCooker: Umrührhilfe um 400 Euro

Das Küchengerät, das im Philips Kompetenz- und Entwicklungszentrum Klagenfurt entwickelt wurde, verspricht, ein “zusätzliches Paar an Händen” in der Küche zu sein und einiges an Arbeit abzunehmen. Dazu erhitzt der HomeCooker und rührt gleichzeitig um. Die futurezone hat das Gerät getestet.

Philips will mit dem HomeCooker die Küche revolutionieren. Die Idee dazu ist aber nicht ganz so spektakulär, wie man vielleicht im ersten Moment meinen möchte. Der Home-Cooker, der gemeinsam mit Jamie Oliver entworfen wurde, besteht aus einem Topf samt integriertem Rührarm. Das Ganze wird auf eine Basisstation gesetzt, die den Topf erhitzt und den Rüharm antreibt. Der Koch kann dabei entscheiden, wie heiß die Platte werden soll (40 - 250°C).

Die Geschwindigkeit, mit der sich der Rührarm dreht, bleibt immer gleich, laut Philips ist sie perfekt auf die möglichen Temperaturen abgestimmt, so, dass auch nichts anbrennt. Außerdem ist ein Timer integriert, mit dem reguliert werden kann, wie lange der Kochtopf heizt beziehungsweise den Rührarm dreht. Zusätzlich ist noch ein Pasta-/Reiseinsatz sowie ein Dampfkorb und eine Dampfschale beigelegt, mit dem das Gerät in einen Dampfgarer umgewandelt werden kann. Ein Rezeptbuch liegt ebenfalls bei, mit gerade mal 20 Rezepten ist jenes aber etwas mager ausgefallen.

Der HomeCooker in Bildern

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HomeCooker Aufbau

Philips HomeCooker

Philips HomeCooker

Philips HomeCooker

Philips HomeCooker

Philips HomeCooker

Philips HomeCooker

Philips HomeCooker

Philips HomeCooker

Der Zusammenbau
Der erste Eindruck des Küchengerätes ist im ersten Moment gut. Der Zusammenbau ist schnell erledigt, da einfach nur der Topf samt Rührarm auf die Station gesetzt werden muss. Die Verarbeitung des Ganzen macht einen guten Eindruck. Der Topf besteht aus Edelstahl und fasst maximal drei Liter Flüssigkeit. Der Rührarm besteht aus Kunststoff und lässt sich ohne jegliche Probleme einfach in den Topf setzen.

Die Bedienung ist ebenfalls intuitiv, die integrierte Zeitschaltuhr zählt entweder auf- oder abwärts. Über eine zusätzliche Taste lässt sich bestimmen, ob der Topf nur heizen oder auch rühren soll. Die Bauteile (abgesehen von der Basisstation) sind darüber hinaus spülmaschinenfest, lassen sich demnach also auch entsprechend leicht reinigen.

Der Einsatz in der Praxis
Laut Philips und Jamie Oliver wird es mit dem HomeCooker "einfacher denn je, komplexe Geschmäcker zu kreieren, ohne lange in der Küche stehen zu müssen". Diese Aussage ist gewagt und auch nur zum Teil richtig, denn Küchenarbeit spart man sich mit dem HomeCooker nur in sehr geringem Ausmaß, wie der Test zeigt.

Philips zeichnet für seinen HomeCooker folgendes Bild vor: "Lassen Sie den Rührarm seine Arbeit machen und kommen Sie später zu einem Topf zurück, der voll von Geschmack und Frische ist." Wer meint, man kann in den Homecooker so einfach eine Reihe von Zutaten werfen und hat nach einiger Zeit ein fertiges Gericht, wird wohl enttäuscht werden. So muss man auch bei einfachen Gerichten nach wie vor eine Zutat nach der anderen in den Topf geben und die Temperatur immer wieder verändern. Der Unterschied mit dem HomeCooker liegt dabei nur darin, dass man dem Gerät beim Umrühren zuschaut, anstatt selbst Hand anzulegen.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Hat man etwa bei einem Risotto erst Zwiebel, Reis, Wein und Suppe in den Topf gegeben, kann man tatsächlich den Deckel schließen und der HomeCooker erledigt in rund 20 Minuten den Rest von alleine. Wirklich viele Gerichte, die auf diese Art und Weise zubereitet werden können, gibt es jedoch nicht. Zwar kann man auch Suppen oder Eintöpfe mit dem HomeCooker alleine vor sich hinkochen lassen, das geht aber in der Regel auch in einem normalen Topf, ohne, dass permanent umgerührt wird.

Fazit
Das, was der HomeCooker macht (nämlich umrühren und erhitzen), macht er verlässlich. Ob er dadurch in der Küche wirklich zur unverzichtbaren Hilfe wird, kann mit Recht bezweifelt werden. Unterm Strich bleibt ein Gerät für die Menschen, die die neueste Technik ausprobieren wollen und sich so vielleicht auch wieder näher mit Kochen und Essen auseinandersetzen wollen. Dafür braucht es aber auch nicht zwingend einen HomeCooker, der in Verbindung mit dem Schneideturm 400 Euro (UVP) kostet.

Schneideturm
Als optionales Zubehör bietet Philips noch einen "Schneideturm mit 5-in-1 DirectCut-Technologie" an. Im Test verrichtete jener seine Arbeit durchwegs gut und sparte beim Kochen fast noch mehr Zeit, als der HomeCooker selbst. Das Gerät ist mit fünf verschiedenen Klingen ausgestattet, die wahlweise Gemüse schneiden, oder Fleisch oder Käse zerkleinern. Einziger Kritikpunkt ist, dass man das zu zerkleinernde Gut schon im Vorfeld relativ klein schneiden muss, damit es in die vorgesehene Öffnung passt. Wie beim Homecooker ist der komplette obere Teil zerlegbar und Spülmaschinenfest. Der Schneideturm ohne HomeCooker wird um 100 Euro (UVP) angeboten.

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