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14.03.2015

Retina-Scan am Smartphone: ZTE Grand S3 ausprobiert

Während Apple und Samsung auf Fingerabdruck-Scans setzen, will ZTE die Smartphone-Sicherheit mit einem Retina-Scan erhöhen. Die futurezone hat den Augenscanner ausprobiert.

Der chinesische Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller ZTE will mit seinem neuen Smartphone mit einem besonderen Sicherheitsfeature punkten: Nutzer sollen ihr Smartphone mit den Augen entsperren können. ZTE nutzt dabei die Technik des US-Unternehmens EyeVerify, dessen System die spezifische Anordnung der Blutgefäße im Augapfel registriert. Dieses Muster ist bei Menschen in etwa so einzigartig, wie der eigene Fingerabdruck. Die futurezone hat das Grand S3 ausprobiert.

Will man den Augenscan auf dem Grand S3 nutzen, muss das Smartphone zuerst die Augen registrieren. Dazu muss man das Gerät 20 Zentimeter vom Gesicht entfernt halten, während am Display eine grüne Linie das Augenpaar von oben nach unten abfährt. Das Handy nimmt dabei nicht Fotos, sondern ein kurzes Video von den Augen auf, über das es die entsprechenden Merkmale extrahiert. Nach rund einer Minute ist der Vorgang abgeschlossen. Die aufgezeichneten Infos werden dabei lokal am Handy abgelegt und nicht zentral auf einem Server abgelegt. Technisch funktioniert das System über die Frontkamera, die eine überdurchschnittliche Auflösung von acht Megapixeln aufweist.

Galerie: ZTE Grand S3

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Will man das Handy per Augenscan entsperren, muss man am Lockscreen eine Leiste von oben nach unten ziehen, wodurch die Frontkamera anspringt. Anschließend hält man das Handy rund 20cm vor die Augen, wodurch es sich im besten Fall entsperrt. Im futurezone-Handson hat der Scan in etwa neun von zehn Fällen beim ersten Mal funktioniert. Das Aufsetzen bzw. Abnehmen von Brillen machte keinen Unterschied, das Handy wurde nach kürzester Zeit korrekt entsperrt. Wie es unter schlechteren Lichtverhältnissen klappt, konnte im Rahmen des Kurztests leider nicht ausprobiert werden. Die Funktion schien insgesamt jedoch weit verlässlicher zu funktionieren, als etwa der Gesichtsscan (Face Unlock), der standardmäßig in Android integriert ist. ZTE hat angekündigt, auch eine API für die Funktion bereit zu stellen, damit der Augenscan auch in anderen Apps genutzt werden kann. Denkbar wäre das etwa bei Passwortmanagern oder Bezahl-Apps.

Hardware

Abgesehen von dem Augen-Scan ist das Grand S3 ein High-End-Android-Phone, wie man es auch von anderen Herstellern kennt. Das Gehäuse besteht zwar aus Kunststoff, macht im Hands-on aber keinen schlechten Eindruck. Alle Kanten sind abgerundet und auch zu große Spaltmaße sucht man vergebens. Die rückseitige Kamera macht zwar einen kleinen Buckel, jener ist aber angenehm dezent ausgefallen.

Bei der Anzeige handelt es sich um ein IPS LC-Display mit FullHD-Auflösung, das im Test ebenfalls so aussieht, wie man es sich von einem modernen Smartphone erwartet. Die Farben sind leuchtend und die Kontraste passen.

Im Inneren werkelt ein Snapdragon 801 mit einer Krait 400 Quad-Core-CPU, die mit 2,5 GHz getaktet ist. Für die Grafik ist ein Adreno 330 verbaut, der von drei GB Ram unterstützt wird. Interner Speicher sind 16 GB vorhanden, der wahlweise per Micro-SD erweitert werden kann. Neben der hochauflösenden Frontkamera ist noch eine Hauptkamera vorhanden, die mit maximal 16 Megapixeln fotografiert.

Das Grand S3 ist bereits in China um umgerechnet rund 430 Euro erhältlich. Wie es mit Verfügbarkeit und Preis in Europa aussieht, ist laut ZTE-Vertretern noch nicht abschließend geklärt. Jedoch sei es wahrscheinlich, dass das Gerät im Laufe des Jahres auch in Europa auf den Markt kommt.

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Disclaimer: Redakteure der futurezone berichteten live vom Mobile World Congress in Barcelona. Die Reisekosten wurden von der futurezone GmbH selbst sowie von Samsung, ZTE und T-Mobile übernommen.