Ein Mann kocht in einer dunklen Küche mit einer tragbaren Powerstation und Lampe auf der Arbeitsplatte.
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Riesen-Akku als Blackout-Schutz: Worauf ihr beim Kauf unbedingt achten solltet

Als Blackout bezeichnet man einen großflächigen und länger andauernden Stromausfall. Dass ein solches Szenario real werden kann, hat man in jüngerer Vergangenheit mehrfach gesehen. Etwa in Berlin, wo ein Brandanschlag Anfang Jänner dafür sorgte, dass tausende Haushalte tagelang ohne Strom waren. In Spanien kam es im April des Vorjahres ebenfalls zu einem Blackout, Millionen Menschen waren über 12 Stunden ohne Strom. 

Um im Falle eines Stromausfalls nicht ganz stromlos dazustehen, kann man zu klassischen Generatoren greifen, die mit Benzin, Diesel oder Gas betrieben werden. Für den Einsatz in Wohnungen sind diese allerdings denkbar ungeeignet. 

Eine Alternative sind große, tragbare Akkus für den Notfall. Diese werden oft unter Bezeichnungen wie Powerstation verkauft. Im Grunde sind sie nichts anderes als riesige Powerbanks. Sucht man bei Online-Versandhäusern wie Amazon danach, findet man Dutzende Hersteller und Produkte. 

Praktisch können diese nicht nur für den Blackout sein. Auch wenn man beim Camping eine leise, nicht stinkende Stromquelle sucht, könnten Powerstations eine sinnvolle Alternative zum Generator sein. Doch worauf sollte man achten, wenn man sich eine Powerstation zulegt?

➤ Mehr lesen: Stromausfall und Blackout: So steht Österreichs Energiesicherheit da

Namhafte Hersteller

Wenn es um Strom und vor allem um Akkus geht, sollte man sich an namhafte Hersteller halten. Denn mit einem solchen Produkt holt man sich zwar eine gewisse Sicherheit für den Blackout ins Haus gleichzeitig aber auch eine potenzielle Gefahrenquelle, weil Defekte oder Qualitätsmängel in den Akkus zum explosionsartigen Abbrennen (Thermal Runaway) führen können. 

Zu namhaften Herstellern von Powerstations zählen etwa:

  • Anker
  • DJI
  • Ecoflow
  • Jackery

Die meisten seriösen Powerstations kommen mit Lithium-Eisenphosphat- bzw. LiFePO4-Akku. Man sollte sicherheitshalber dennoch darauf achten, dass es dieser Akkutyp ist. Derartige Akkus sind langlebig und gelten als sicherer als andere Technologien wie Lithium-Ionen

Ein Nachteil ist, dass Lithium-Eisenphosphat-Akkus relativ schwer sind, was man auch bemerken wird, wenn man die Powerstation geliefert bekommt. Wie schwer genau, hängt mit der Kapazität zusammen.

➤ Mehr lesen: Ausgangspunkt des Blackouts in Spanien gefunden

Powerstation auf Campingtisch mit Kamera, Kaffeekanne, Brot und Getränken im Freien.

Kapazität und Leistung

Und genau das ist auch eine der wichtigsten Fragen, die man sich vor der Anschaffung stellen muss: Wie groß soll der Blackout-Akku sein? Üblicherweise wird die Kapazität solcher Geräte in Wattstunden angegeben (Wh). Grob lässt sich sagen, dass ein wirklich brauchbarer Notfall-Akku, mit dem man mehr machen möchte, als ein paar mal sein Handy aufzuladen, mindestens 1.000 Wh haben sollte. Bei dieser Größe muss man bei LiFePO4 mit einem Gewicht von 10 Kilogramm rechnen. 

Will man beim Blackout auch seinen Kühlschrank längerfristig betreiben, sollten es schon 2.000 oder sogar 3.000 Wh sein. Damit lässt sich ein moderner Kühlschrank einen halben Tag oder länger mit Strom versorgen. Ratsam ist es im Blackout-Fall dann auch, die Kühlschranktemperatur etwas wärmer einzustellen und die Tür so gut es geht geschlossen zu halten.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die maximale Ausgangsleistung. Diese gibt an, wie viele Geräte man gleichzeitig an der Powerstation betreiben kann. Hier wird in der Regel zwischen Dauer- und Spitzenleistung unterschieden. In der Regel lässt sich sagen: Je mehr Kapazität die Powerstations haben, desto mehr Leistung können sie erbringen. 

Wie viel Leistung man braucht, hängt in erster Linie davon ab, was man betreiben möchte. Handys, Computer oder das Notfall-Radio gehen immer, kritisch wird es bei Dingen, die viel Strom ziehen. Ein Klassiker dafür wäre etwa ein mobiles Induktionskochfeld, das man sowohl bei Blackout als auch bei Camping gut brauchen kann. Diese Geräte kommen in der Regel mit 2.000 W Leistung. Eine Powerstation mit 1.000 Wh liefert zum Beispiel aber meist nur 1.000 W Dauerleistung und 2.000 W lediglich als Spitze. 

Das heißt, man kann ein solches Kochfeld nicht lange mit voller Leistung betreiben. Wenn man das Kochfeld also vernünftig mit der Powerstation betreiben möchte, braucht man entweder eine leistungsstärkere (größere) Station oder ein kleineres Kochfeld (wie etwa dieses). Zur Not kann man die stärkeren Kochfelder auch auf kleinerer Stufe betreiben. Das funktioniert aber nicht immer reibungslos.

Will man einen Kühlschrank mit Strom versorgen, sollten es mindestens 1.000 W Dauer- und 1.500 bis 2.000 W Spitze sein. Grund dafür ist der Anlaufstrom, der bei Kühlschränken sehr leistungshungrig sein kann. Hier kann kurzzeitig das 5-fache der normalen Betriebsleistung anfallen.

Gerade beim Abrufen hoher Wattzahlen entsteht bei den Powerstations auch Hitze. Damit diese abtransportiert werden kann, setzen viele Hersteller auf aktive Kühlung, also Ventilatoren in den Powerstations. Es ist ratsam, ein Gerät mit einer solchen aktiven Kühlung zu wählen. Damit hat man zwar etwas Geräuschbelastung, dafür weniger Hitzeprobleme im Betrieb.

Nachladen per Solar

Geladen werden können Powerstations üblicherweise über gewöhnliche Steckdosen. Die meisten lassen sich außerdem per Solarpanels mit Strom versorgen. Im Idealfall nutzt man dafür die Panels, die der jeweilige Hersteller anbietet. Alternativ kann man auch Module von Drittherstellern verwenden. Hier sollte man aber darauf achten, dass sie kompatibel sind. 

Zu überprüfen sind hier in erster Linie Spannung (Input bei der Powerstation, Leerlaufspannung am Panel) sowie, dass der Stecker passt. Bei letzterem kann es sein, dass man Adapter braucht. 

Tragbare Powerstation mit mehreren Steckdosen und Solarpanel im Hintergrund.

Anschlüsse und Extras

Vor dem Kauf sollte man die Anschlüsse beachten. Meist verfügen die Powerstations neben den klassischen 230-Volt-Ports (Schuko) noch über USB-Ports. Hier sollte man darauf achten, dass sowohl USB-C als auch das größere USB-A vorhanden ist. 

Auf Drahtlos-Ladepads kann man in der Regel verzichten, denn beim Blackout braucht man vielleicht nicht unbedingt den Luxus, sein Handy kabellos laden zu können. Praktisch hingegen kann eine Automobilsteckdose mit 12V / 10A sein, da gerade auf Mobilität ausgelegte Geräte über diese Art und Weise mit Strom versorgt werden.

Ein Display, um den Ladestand und den aktuellen Stromfluss anzuzeigen, sollte auch vorhanden sein. Das ist bei den meisten Geräten ohnehin Standard

Viele Powerstations kommen noch mit Extras, wie etwa integriertem Licht, damit man nicht im Dunklen sitzt. Auch Kontrolle via App wird angeboten, was durchaus praktisch sein kann. 

Stromausfall-Modus

Sinnvoll ist es, wenn die Powerstation als permanentes Strom-Backup eingesetzt werden kann. Das heißt, man hängt sie permanent zum Beispiel zwischen Steckdose und Kühlschrank. Im Normalbetrieb wird der Strom aus dem Netz einfach durchgeleitet. Kommt es dann zum Ausfall, erkennt die Station das und schaltet auf Akkubetrieb um.

Will man das verwenden, muss man bei der Powerstation darauf achten, dass sie eine sogenannte USV-Funktion (unterbrechungsfreie Stromversorgung) oder EPS-Funktion (Emergency Power Supply) besitzt. 

Kosten

Je nach Hersteller und Modell sind die Preise für Powerstations teilweise sehr unterschiedlich. Grob lässt sich sagen, dass man für einen eher kleinen Blackout-Akku mit 1.000 Wh mit einem Preis ab 500 Euro rechnen muss. Für 2.000 Wh sind es dann in etwa 1.000 Euro.

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Thomas Prenner

ThPrenner

KURIER-futurezone Chefredakteur. Beschäftigt sich viel mit Dingen, die man täglich nutzt und schreibt darüber. Sitzt außerdem gerne am Fahrrad.

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