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10.08.2016

Schindeln statt Module: Elon Musk will Solardächer bauen

Die Übernahme von SolarCity durch Tesla ist noch nicht abgeschlossen, doch Elon Musk schmiedet bereits Pläne. Er will Ende 2016 eine Lösung für "Solardächer" zeigen.

SolarCity, eines der vielen Start-ups von Unternehmer Elon Musk, wird künftig Solardächer bauen. „Es ist ein richtiges Solardach, nicht nur Module auf einem Dach“, so Musk bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen von SolarCity. Details, beispielsweise zu Effizienz der Module, gab es vorerst nicht. Das Produkt soll allerdings großen Wert auf Ästhetik legen und soll konzernintern, in der „Gigafactory“ von SolarCity in Buffalo, gefertigt werden. Diese soll ab 2017 Solarmodule mit einer Effizienz von 24 Prozent fertigen, wobei die jährliche Produktion an Solarmodulen eine kumulierte Leistung von einem Gigawatt haben soll.

"Gewaltiger Markt"

SolarCity-CEO Lyndon Rive bestätigte, dass man an zwei neuen Produkten arbeite, die im Laufe des vierten Quartals vorgestellt werden sollen. Dann soll auch die Übernahme von SolarCity durch Tesla abgeschlossen sein. Musk, der bereits 22 Prozent der Anteile an SolarCity besitzt, will den Solar-Dienstleister für 2,5 bis drei Milliarden US-Dollar kaufen und mit Tesla zusammenlegen. Musk gab an, das neue Unternehmen solle Solardächer und Batterie-Lösungen bauen, die Hauseigentümer dermaßen begeistern, dass sie sie unbedingt ihren Nachbarn zeigen wollen.

Laut Musk sei das neue Produkt keine Bedrohung für das Geschäft von SolarCity, das vorwiegend auf Solarmodule setzt, die auf bestehenden Dächern montiert werden. Man wolle gezielt Menschen ansprechen, die ein neues Haus bauen oder das bestehende Dach erneuern lassen müssen - laut Musk ein „gewaltiger“ Markt, der allein in den USA fünf Millionen neue Dächer jährlich umfasst.

Gescheiterte Vorgänger

SolarCity wäre nicht das erste Unternehmen, das sich an dieser Idee versucht. Der Chemie-Riese Dow Chemical stellte bereits 2010 seine „Powerhouse Shingles“ vor. Die Dachschindeln mit Solarzellen waren allerdings wenig erfolgreich, Ende Juni stellte der Konzern die Produktion ein. Neben den hohen Herstellungskosten dürfte auch die im Vergleich zu herkömmlichen Solarmodulen geringe Effizienz ein Problem gewesen sein.