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09/24/2016

Snapchat stellt Sonnenbrille mit integrierter Kamera vor

Eine Brille, mit der kurze Videoclips und Fotos aufgenommen werden können, hat Snapchat vorgestellt. Außerdem wurde der Name der Firma in Snap Inc. geändert.

Die Foto- und Videosharing-Plattform Snapchat hat eine Sonnenbrille mit integrierter Kamera entwickelt. Das Gerät mit dem Namen "Spectacles" kann bis zu zehn Sekunden lange Videos aufnehmen.

Aktiviert wird die Videoaufnahme mit einem Knopf, der seitlich auf den Brillen angebracht ist. Die eingebaute Kamera setzt auf Weitwinkel und nutzt eine 115-Grad-Linse. Wie das "weite" Video in der App dargestellt wird, ist noch unklar, denn Snapchat setzt hauptsächlich auf hochformatige Videos und Fotos.

Mitgründer und Chef Evan Spiegel stellte die Kamera-Brille dem "Wall Street Journal" vor und bezeichnete sie dabei als "Spielzeug", das vielleicht beim Grillen oder einem Konzert getragen werde. Das Gerät mit runden Gläsern solle nur eingeschränkt vertrieben werden. Erhältlich soll die Brille ab Herbst sein. Der Kostenpunkt soll bei 130 US-Dollar liegen.

Über ein mögliches Hardware-Projekt von Snapchat wurde schon länger spekuliert. Bereits im Juni wurde Snapchat-Gründer Spiegel mit einer Sonnenbrille fotografiert, die an die nun vorgestellten "Spectacles" erinnert.

Aus Snapchat wird Snap Inc.

Snapchat, das mit seinen automatisch verschwindenden Fotos bekannt wurde, ist inzwischen auch immer mehr zu einer Medienplattform geworden. Aktuell werde der Dienst von 150 Millionen Nutzern täglich besucht. Spiegel ließ den Namen der Firma von Snapchat in Snap Inc. ändern, um den Ausbau des Geschäfts über die bekannte App hinaus abzubilden.

Brillen mit integrierten Kameras können ein hartes Geschäft sein, wie schon Google erfahren musste. Der Internet-Konzern stellte seine Brille Google Glass mit Kamera und kleinem Bildschirm 2012 vor, sie kam aber nie über einen eingeschränkten Verkauf in den USA hinaus und wurde schließlich eingestellt.

Es waren vor allem Datenschutz-Bedenken sowie der hohe Preis und technische Schwächen, die einem Erfolg von Glass im Weg standen. Mehrfach wurde über Pläne für eine zweite Version berichtet, die auf den Einsatz in Unternehmen ausgerichtet sein solle. Sie kam bisher aber nicht heraus.