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19.02.2015

Sony SmartWatch 3 im Test: Klobig aber gut

Sonys dritte Smartwatch ist gleichzeitig die erste des Unternehmens mit Android Wear. Die futurezone hat die Uhr mit eingebautem GPS getestet.

Sony ist kein Neuling in Sachen Wearables oder Smartwatches. Die ersten beiden smarten Uhren, die der Konzern auf den Markt brachte, basierten auf einer selbst entwickelten, abgespeckten Android-Variante und wurden zum Teil von Sony selber mit Apps versorgt. Die dritte Uhr mit dem simplen Namen SmartWatch 3 ist nun das erste Modell des Konzerns mit Googles Wearable-Betriebssystem Android Wear. Sony will sich unter anderem mit seinem transreflektiven Display, einem integrierten GPS-Empfänger sowie einer besonders langen Akkulaufzeit von der Konkurrenz abheben. Die futurezone hat die SmartWatch 3 getestet.

Erster Eindruck

Sony setzt bei der Optik seiner SmartWatch 3 ziemlich eindeutig auf Fitness-Optik. Standardmäßig wird die Uhr mit einem Gummiband ausgeliefert. Die Uhr wird dabei in das Band eingesetzt, was zur Folge hat, dass gewöhnliche Uhrenbänder nicht mit der Sony SmartWatch kompatibel sind.

Im Vergleich zu anderen Android-Wear-Geräten ist die SmartWatch 3 relativ klobig ausgefallen, was zu einem Teil auch am Akku liegen dürfte. So hat die SmartWatch 3 eine Akkukapazität von 420mAh. Zum Vergleich: Motorolas Moto 360 hat einen Akku mit 320mAh. Das dürfte auch der Grund sein, wieso die Sony-Uhr kein Leichtgewicht ist: Mit Band wiegt die Smartwatch 74 Gramm. Damit ist sie war schwerer als ein Großteil der Konkurrenz (Die Moto 360 wiegt 60 Gramm, die G Watch R 62 Gramm), in der Praxis ist dieser Unterschied aber kaum wahrnehmbar.

Galerie: Sony SmartWatch 3

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Sony SmartWatch 3

Sony SmartWatch 3

Sony SmartWatch 3

Sony SmartWatch 3

Sony SmartWatch 3

Sony SmartWatch 3

Sony SmartWatch 3

Sony SmartWatch 3

Sony SmartWatch 3

Sony SmartWatch 3

Sony SmartWatch 3

Die Uhr selbst ist auf der Rückseite durch eine Metalloberfläche geschützt, auf der Vorderseite dominiert Glas und Kunststoff. Die Uhr ist wasser- und staubdicht laut IP68-Standard, kann also theoretisch auch beim Schwimmen getragen werden. Geladen wird die Uhr über einen gewöhnlichen Micro-USB-Anschluss auf der Rückseite, der mit einer Abdeckung geschützt ist, um die Wasserfestigkeit zu ermöglichen. Einziges Bedienelement ist der Knopf auf der rechten Seite des Gehäuses, über den die Uhr auch eingeschaltet wird.

Insgesamt ist die SmartWatch 3 ordentlich verarbeitet und es sind keine offensichtlichen Schwachstellen erkennbar. Auch das Uhrenband wirkt so, als würde es den Alltag ohne weiteres überstehen. Der Verschluss ist so konzipiert, dass man die Uhr mit nur geringem Aufwand enger bzw. weiter stellen kann.

Display

Die Displaydiagonale der Sony-Smartwatch beträgt 1,6 Zoll. Die Uhr ist das erste Android-Wear-Gerät mit transflektivem Display. Das bedeutet, dass die Uhr neben der integrierten Hintergrundbeleuchtung auch das Umgebungslicht nutzt, wodurch man selbst bei hell erleuchteter Umgebung noch genug erkennen kann. Der Plan geht bei der Sony-Smartwatch gut auf. Selbst bei strahlendem Sonnenschein kann man auf der Uhr noch alles ablesen.

Ein Nachteil dieser Technologie ist, dass das Display nicht so scharf und farbintensiv ist, wie man es von IPS- oder AMOLED-Technologie kennt. Das fällt auch bei der Sony-Uhr auf. Die Auflösung liegt mit 320 x 320 Pixeln zwar im Bereich der Konkurrenz, die Anzeige sieht in der Praxis jedoch nicht so schön aus, wie bei Moto 360, G Watch R und Co. In der Mittagssonne kann man dafür keine dieser Uhren besser ablesen, als die Sony Smartwatch.

Funktionen

Im Unterschied zu einigen Konkurrenzmodellen verzichtet Sony trotz des sportlichen Äußerem auf einen Pulsmesser. Dafür ist ein Pedometer integriert sowie ein eigenständiger GPS-Empfänger. Letzteres ist für Sportler gedacht, die ihre zurückgelegten Strecken auch ohne Handy aufzeichnen wollen. Besonders für Schwimmer dürfte diese Funktion praktisch sein.

Um den integrierten GPS-Sensor zu nutzen, muss die entsprechende App das natürlich auch unterstützen. Bislang sind es lediglich eine Handvoll Apps, die auf den in der Uhr verbauten GPS-Sensor zugreifen, darunter Runkeeper oder Googles hauseigenes Tracks. Im Test mit Tracks ließ sich der GPS-Empfänger anstandslos aktivieren und er zeichnete mehrere Fahrradstrecken genau auf.

Neben einem GPS-Chip ist die Uhr auch noch mit NFC sowie einem WLAN-Adapter ausgestattet. Allerdings fehlt es derzeit noch an Apps, die von diesen Möglichkeiten auch Gebrauch machen.

Innenleben und Akkulaufzeit

Herzstück der Sony-Uhr ist eine ARM A7 QuadCore-CPU mit einer Taktrate von 1,2 Ghz, Arbeitsspeicher sind 512 MB vorhanden. Diese Kombination reicht aus, um Android Wear ohne auch nur die geringste Verzögerung bedienen zu können. Im Rahmen des Tests sind keinerlei Ruckler oder ähnliches zu beklagen gewesen.

Die Akkulaufzeit war im Test für Android Wear durchaus zufriedenstellend. Mit permanent eingeschaltetem Display und rund zwei Stunden GPS-Aufzeichnung hielt die Uhr zwei Tage bei intensiver Nutzung durch. Nachts war die Smartwatch dabei komplett ausgeschaltet. Wenn man das Display nicht permanent an hat, ist noch eine deutlich längere Laufzeit möglich.

Die SmartWatch 3 ist natürlich nicht nur mit Googles Fit-App, sondern auch mit Sonys hauseigener Lifelogging-App kompatibel. Dort werden neben köperlichen Aktivitäten wie Schritte auch Dinge wie Facebook-Nutzung oder wann man Musik hört aufgezeichnet.

Fazit

Die Sony SmartWatch 3 ist in Sachen Leistung und Akkulaufzeit bestimmt eine der besten Android-Wear-Smartwatches am Markt. Der integrierte GPS-Empfänger ist ein sinnvolles Feature und auch die Akkulaufzeit ist lange genug, um keinen Frust darüber aufkommen zu lassen. Auch der Umstand, dass man die Uhr per gewöhnliches Micro-USB laden kann und keine bestimmte Docking-Station oder Ladeschale braucht, ist durchaus positiv zu bewerten.

Einziger Wermutstropfen an der ganzen Sache ist die Optik. Die Uhr sieht mehr dafür konzipiert aus, damit lediglich Sport zu machen und weniger wie ein Accessoire, das man täglich am Arm trägt und gerne ansieht.

Etwas Abhilfe schafft hier die Metall-Version, die Sony im Rahmen der CES in Las Vegas vorgestellt hat. Jene versprüht einen Tick mehr Eleganz, ist aber immer noch sehr groß und klobig.

Technische Daten

Modell: Sony SmartWatch 3 SWR50Display: 1,6 Zoll transreflektives Display - 320 x 320 PixelProzessor: 1,2 GHz Quadcore (ARM A7)RAM: 512 MBSpeicher: 4 GB intern, kein microSD-KartenslotBetriebssystem: Android WearAnschlüsse/Extras: microUSB, Bluetooth 4.1, GPS, WLAN, NFCAkku: 420 mAhMaße: 36 x 51 x 10; 74 Gramm (mit Standard-Band)Preis: 219 Euro UVP