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16.01.2014

Toshiba M9 im Test: Die Suche nach 4K

Toshibas M9-Serie bietet Ultra-HD-Auflösung um knapp 3500 Euro. Die futurezone hat den Flat-TV getestet.

Jeder TV-Hersteller, der etwas auf sich hält, hat mittlerweile 4K-Geräte im Angebot. Die Fernseher mit einer maximalen Auflösung von 3840 x 2160 Pixel sind innerhalb kurzer Zeit auch für Endkunden deutlich günstiger geworden. Während man vor einem Jahr noch mindestens 6000 bis 7000 Euro für die hohe Auflösung auf den Ladentisch legen musste, sind die Preise mittlerweile deutlich gefallen. Toshibas M9 kostet bei 58 Zoll Displaydiagonale 3.490 Euro. Ob er das Wert ist, wollte die futurezone herausfinden.

Äußeres

Optisch macht der 4K-Fernseher einen dezenten, aber durchaus edlen Eindruck. Der Standfuß ist schnell und unkompliziert montiert und ist auch stabil genug. Der Rahmen des Fernsehers ist in silber gehalten, die Rückseite besteht aus Plastik. Mit knapp 35 Kilogramm (mit Standfuß) ist der M9 außerdem nicht gerade ein Leichtgewicht. Die Fernbedienung ist großteils aus Plastik und wird dem Edel-TV-Gerät so eigentlich nicht wirklich gerecht.

Bei den Anschlüssen ist der Toshiba-Fernseher gut ausgestattet. Neben den vier HDMI-Anschlüssen (Version 1.4) gibt es noch eine SCART-Buchse, einen Komponenten-Anschluss. Außerdem ist neben der Ethernet-Schnittstelle noch WLAN und NFC integriert. Um Fotos und Videos direkt am Fernseher abspielen zu können, sind zwei USB-2.0-Schnittstellen sowie ein SD-Kartenleser vorhanden. Obwohl Videotelefonie über Skype zwar über die Smart-TV-Plattform unterstützt wird, ist keine Webcam im TV-Gerät verbaut. Jene muss man sich als Zubehör separat kaufen.

Nichts vormachen kann man dem M9 in Sachen Bildqualität. Videos und auch Fotos in 4K Auflösung sind gestochen scharf. Die Farbdarstellung ist angenehm neutral, Kontraste kommen gut zur Geltung, ohne übertrieben zu wirken. Beim Betrachten der Anzeige wird es umso schmerzhafter, dass es derzeit kaum möglich ist, echten 4K-Content auf seinen Fernseher zu bringen.

Auch beim Upscaling macht der M9 eine gute Figur. Sofern das Ausgangsmaterial mindestens in 720p verfügbar ist, schafft es der Fernseher, die Bilder so hochzurechnen, dass die Anzeige 1080p-Geräten überlegen ist. Um diesen Unterschied bei dem hochgerechneten Material wahrzunehmen, muss man allerdings schon sehr nahe am Display dran sein.

Der Ferseher bietet einige vorgegebene Bildmodi wie etwa die farblich sehr satte “Dynamisch”-Einstellung sowie eigene Modi für Filme, Spiele oder PCs.

Sound

Im Unterschied zu Sonys 4K-Gerät X9 ist Toshiba minimalistischer und versteckt die Boxen im Rahmen. Das wirkt sich auch auf die Tonqualität aus. Der Sound des M9 ist für Flat-Screen-Lautsprecher zwar durchaus kräftig, lässt bei den Bässen jedoch deutlich nach. Wie bei den meisten Flat-TVs gilt: Zur Not kann man die integrierten Lautsprecher nutzen, für einen optimalen Film- und Fernsehgenuss sollte aber eine externe Lösung, zumindest eine Soundbar, angeschafft werden.

Software

Toshiba hat aut dem M9 die hauseigene Smart-TV-Plattform Cloud TV vorinstalliert. Die Grundidee dabei ist, dass die Apps großteils Web-basiert sind und nicht auf den Fernsehern installiert werden müssen. Das spart Zeit und außerdem werden die Apps im Hintergrund aktuell gehalten, ohne dass man selbst einen Update-Vorgang ausführen müsste.

Toshiba unterstützt Standard-Apps, wie etwa YouTube und Skype. Die Apps funktionieren grundsätzlich zwar alle so, wie sie sollen, leider sind sie jedoch nicht 4K optimiert. Besonders frustrierend ist das mit YouTube, wo es bereits ein beträchtliches Angebot an 4K-Content gibt, das sich über die TV-App aber nicht abspielen lässt. Um diese Videos tatsächlich in 4K zu betrachten, muss man einen Laptop per HDMI (Version 1,4 ist zwingend notwendig) an den Fernseher anschließen und sie so abspielen.

4K in der Praxis

4K ist zwar auf den Fernsehern angekommen, der Weg in die Wohnzimmer und Heimkinosääle ist aber immer noch ein langer. Distributionskanäle für die hochauflösenden Videos sind kaum bis gar nicht etabliert, erste Gehversuche, wie sie etwa Sony wagt, stecken noch in den Kinderschuhen.

Um 4K-Content am Fernseher abzuspielen, muss man derzeit entweder einen Computer (mit HDMI 1.4-Unterstützung) anschließen, oder einen USB-Stick mit einem entsprechenden Video-File. Zweiteres funktionierte im Test mit dem M9 allerdings nicht ganz problemlos, bei einem 4K-Trailer im MP4-Format versagte der Fernseher den Dienst.

Fazit

Der M9 von Toshiba erzeugt ein großartiges Bild und schafft es auch, niedrig aufgelöste Inhalte qualitativ ansprechend hochzurechnen. Wie immer bei 4K stellt sich aber auch hier auch die Frage, ob man in der Regel nah genug am Fernseher sitzt, um die Unterschiede überhaupt wahrnehmen zu können. Wer ein echtes 4K-Video betrachten will, muss derzeit außerdem noch einige Zeit suchen, um überhaupt eines aufzutreiben.

Ob man bei einem Preis von knapp 3500 Euro zuschlagen sollte, ist eine andere Frage. Problematisch ist in erster Linie, dass der M9 auf den HDMI-Standard 1.4 setzt, über den 4K-Inhalte lediglich mit 24 oder 30 Bildern pro Sekunde übertragen werden können. Mittlerweile sind auch schon Geräte mit HDMI 2.0 verfügbar. Dieser neue Standard erlaubt es auch, 4K-Bilder mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde zu übertragen.

Ein weiterer Minuspunkt für den M9 ist außerdem, dass die hauseigene Software nicht 4K-optimiert ist. Sogar das Toshiba-Logo beim Einschalten des Fernsehers wird pixelig angezeigt. Das ist im Alltag zwar egal, trübt aber den Gesamteindruck.

Laut Toshiba will man an dieser Problematik arbeiten und sie bei der nächsten Generation an 4K-Geräten ausbügeln. Aus diesem Grund ist der M9 auch nur denjenigen zu empfehlen, die unbedingt jetzt auf den 4K-Zug aufspringen wollen. Alle anderen sollten noch einige Monate warten. Auch bei der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wurden Geräte präsentiert (wie etwa von Sony, LG und Panasonic), auch solche mit gebogenen Bildschirmen. Wie es mit 4K weitergeht, wird sich zeigen. Eines ist jedoch sicher: Der Preis für die Ultra-HD-Geräte wird weiter fallen.