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06.04.2017

Ubuntu: Aus für Unity und Smartphone-Ableger

Nach sechs Jahren stellt Ubuntu seine umstrittene Unity-Benutzeroberfläche ein und wechselt zurück zu Gnome. Damit sterben auch die Smartphone- und Tablet-Pläne von Ubuntu.

Ubuntu setzt künftig wieder auf die Benutzeroberfläche Gnome statt Unity. Das gab Canonical-Gründer Mark Shuttleworth in einem Blogpost am Mittwoch bekannt. „Ich möchte euch wissen lassen, dass wir unsere Arbeit an Unity 8, dem Smartphone und der übergreifenden Oberfläche einstellen werden. Die Standard-Oberfläche von Ubuntu 18.04 LTS wird Gnome sein“, erklärte Shuttleworth im Blogpost. Diese Version soll in rund einem Jahr erscheinen.

Als Datenschutzrisiko kritisiert

Damit geht eine Ära zu Ende. Unity wurde erstmals 2010 mit Ubuntu 10.10 veröffentlicht und ersetzte ab 2011 mit Ubuntu 11.04 Gnome als Standard-Benutzeroberfläche. Unity wurde zu Beginn als unübersichtlich kritisiert, erfuhr aber in den vergangenen Jahren zahlreiche Verbesserungen. Für eine Kontroverse sorgte die sogenannte „Shopping Lens“, die in die Suchfunktion integriert wurde.

Sobald der Nutzer nach einem bestimmten Begriff suchte, wird dieser auch mit der Produktdatenbank von Amazon abgeglichen. Sollte der Nutzer eines dieser Produkte kaufen, bekommt Canonical einen Anteil von Amazon. 2014 reagierte man auf die Kritiker und ließ den Nutzer selbst wählen, wonach man suchen will.

Zurück zum Kerngeschäft

Mit dem Ende von Unity wird auch Ubuntu Touch bzw. Ubuntu Phone eingestellt. Bereits im Jänner kündigte man an, dass die Arbeit am Smartphone- bzw. Tablet-Ableger vorerst auf Eis liegen. Mit der Einstellung von Unity wolle man das Projekt vollständig einstellen. Canonical konnte zwar immer wieder namhafte Hersteller für sich gewinnen, doch das Betriebssystem konnte nie einen nennenswerten Marktanteil erreichen.

Zudem werden in weiterer Folge auch die Arbeiten am Anzeige-Server Mir eingestellt, der ursprünglich das X Windows System ersetzen sollte. Stattdessen kommt gezwungenermaßen das von Gnome bekannte Wayland zum Einsatz.

Laut Shuttleworth wolle man sich wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren und ein nutzerfreundliches Linux entwickeln. Hier hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren harte Konkurrenz bekommen, unter anderem Elementary OS und zahlreiche Ubuntu-Ableger wie Linux Mint oder Zorin OS.