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gaming
11/28/2010

Videospiele: Retro liegt im Trend

Videospielsysteme und Videospiele aus der Vergangenheit stellen für viele Menschen seit jeher eine Faszination dar und werden immer wieder in verschiedensten Formen wiederbelebt. In Wien trifft sich die Szene bei der Börse für klassische Videospiele am Samstag, dem 4. Dezember.

von Thomas Prenner

Für viele von uns wäre eine Kindheit oder Jugend ohne Videospiele undenkbar gewesen. Auch wenn man viele Spiele oder Charaktere im Alter bereits vergessen hat, eine gewisse Faszination für die Unterhaltung der eigenen frühen Jahre bleibt doch immer bestehen. Selbst wenn man sich keine funktionstüchtige Konsole samt Spiele aus diesen Zeiten erhalten hat, bestehen heute viele Möglichkeiten sich trotzdem in die "gute alte Zeit" zurück zu versetzen.

Das Smartphone als virtuelle Konsole
Ein beträchtlicher Teil der alten Spiele-Klassiker wurden auf aktuelle Endgeräte portiert um auch heute noch problemlos zugänglich zu sein. Eine beliebte Plattform stellen hier Smartphones dar. Durch die geringen Systemanforderungen älterer Software ist die Umsetzung auf den modernen, leistungsfähigen und handlichen Geräten oft sehr einfach möglich: Spieleklassiker wie Ms Pacman (original 1981 erschienen), Space Invaders (1978) oder auch Bomberman (1983) sind mittlerweile im Original, sowie in vielen verschiedenen Remakes für gängige Smartphone-Plattformen verfügbar.

Klassiker auf Wii und Xbox
Doch auch wer sich an den kleinen Bildschirmen der tragbaren Geräte stört, hat verschiedene andere Möglichkeiten: So bietet Nintendo im Rahmen seines Wii Ware-Angebotes auch viele Klassiker früherer Tage an. Der einschlägige Abschnitt im Online-Store nennt sich "Virtual Console" und hat sich, dem Namen entsprechend, auf das emulieren älterer Konsolen-Spiele spezialisiert. Neben Spielen von Nintendos populären Konsolen wie dem Nintendo Entertainment System (NES, 1983), sowie dem Super Nintendo Entertainment System (SNES, 1990) und dem Nintendo64 lassen sich hier auch Spiele von Segas Master System, sowie Mega Drive herunterladen und spielen. Nintendo bietet für diese Zwecke ein eigenes Gamepad, den sogenannten Classic Controller an, ohne den die Spiele nicht spielbar wären.

Auch Xbox ist auf den Zug der klassischen Videospiele aufgesprungen. Im Rahmen der Xbox Live Arcade werden auch hier ausgewählte Klassiker auf Microsofts High-End-Konsole spielbar gemacht. Bekannte Titel, die für Microsofts Konsole verfügbar sind, sind etwa die PC-Klassiker Duke Nukem 3D (1996) oder Doom (1993).

Börse für klassische Videospiele in Wien
Wem die emulierten Inhalte zu wenig Atmosphäre bieten und selbst auch keine Originale-Konsole zur Verfügung hat, hat nur mehr den Weg auf den Flohmarkt, zu Ebay oder zu Sammlerbörsen, wie sie am Samstag, den 4. Dezember in Wien stattfinden wird.

Veranstalter Mark Guttenbrunner sieht im Gespräch mit der FUTUREZONE durchaus einen Trend, der hier im Entstehen ist. "Immer wieder kommen zu den Börsen oft 16- bis 17-jährige Jugendliche, die eigentlich mit der PlayStation 2 aufgewachsen sind, nun aber auch gern die Ursprünge dieser Spiele kennenlernen wollen." Laut Guttenbrunner ist dies nicht zuletzt den Emulatoren zu verdanken, über die manch ein Spieler vielleicht erst auf den Geschmack der klassischen Spiele kommt. Trotzdem glaubt Guttenbrunner, dass ein Großteil der Besucher die Börse aus nostalgischen Gründen besucht, vielleicht auch um endlich diese Konsole zu bekommen, die als Kind unerreichbar erschien. Diese Leute wollen wieder das Gefühl der alten Konsole bekommen, indem sie den vertrauten Controller zur vertrauten Musik in die Hand nehmen.

Ein Highlight der Börse ist laut Guttenbrunner unter anderem die Präsentation eines seit den 80er Jahren unveröffentlichtes Spiels für das Philips Videopac G7400 (Konsole aus 1978). Darüber hinaus wird es die seltene britische Handheld-Konsole Gizmondo (2005) zu kaufen geben.

Die zweite Retro-Börse für klassische Videospiele findet am 4. Dezember 2010 im Freihaus der TU-Wien (Wiedner Hauptstraße 8, 1040 Wien) statt. Geöffnet ist von 10 bis 16 Uhr, der Eintritt kostet drei Euro.

(Thomas Prenner)