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09.11.2018

Vivo Nex A im Test: Ausfahrbare Selfie-Kamera als Hingucker

Rahmenloses Design ohne Notch, das schafft das Vivo Nex A durch seine versteckte Frontkamera. Wir haben uns das Smartphone näher angesehen.

Das Vivo Nex hat dieses Jahr im Juni für Furore gesorgt. Nach zahlreichen Teasern wurde das Gerät Mitte Juni präsentiert. Und zwar ohne Notch, mit ausfahrbarer Frontkamera und Fingerprintsensor im Display.

Auf den Markt gebracht hat Vivo zwei Versionen des Nex: Das Vivo Nex S, auch bekannt als Nex Special Edition oder Nex Ultimate und das abgeschwächte Vivo Nex A. Während das S über alle Premiumfeatures verfügt, hat das Nex A den Fingerprintsensor auf der Rückseite und einen schwächeren Prozessor.

Leider sind die Geräte in Europa nur über Umwege erhältlich. Trading Shenzhen hat uns Vivo Nex A für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt.

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Die ausfahrbare Selfie-Kamera

Was man als erstes macht, wenn man das Vivo Nex auspackt, ist natürlich so schnell wie möglich durch das Setup-Menü klicken, damit man schnellstmöglich die Kamera-App starten kann. Die Hauptkamera interessiert in diesem Moment niemanden, man will nur die ausfahrbare Selfie-Kamera ausprobieren.

Wechselt man von der rückseitigen Kamera zur Frontkamera, ist ein ganz leises Motorengeräusch zu vernehmen und die Selfie-Kamera fährt gemächlich aus dem Gehäuse heraus.

Die Frontkamera selbst löst mit 8 Megapixeln auf und hat eine Blende von f/2,0. Die Selfies sind von beachtlicher Qualität. Allerdings tut sich die Kamera-Software des Vivo Nex A mit dem Bokeh-Effekt schwer. Kopfhörer und ausgefranste Haare werden zum Teil dem unscharfen Hintergrund zugeordnet, wodurch das Ergebnis eines Selfies mit Bokeh-Effekt stark gemindert wird.

In Sachen Haltbarkeit ist es natürlich nicht wirklich förderlich, wenn mechanische Teile in einem Smartphone verbaut werden. Wie robust die ausfahrbare Selfie-Kamera ist, kann nicht getestet werden. Sie wirkt zwar stabil und wackelt nicht, wie es allerdings aussieht, wenn man mal unabsichtlich irgendwo dagegen stößt, sei dahingestellt.

Was sich allerdings bereits nach ein paar Tagen Nutzung gezeigt hat, ist dass sich im ausfahrbaren Teil sehr leicht Schmutz und Staub ansammelt. Auch dies könnte auf längere Sicht zum Problem für die innovative Selfie-Kamera werden.

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Hauptkamera

Bei der Hauptkamera setzt Vivo auf ein Dual-Kamera-Setup. Eine Linse löst mit 12 Megapixeln auf und hat eine Blende von f/1,8, die zweite Linse hat eine Auflösung von 5 Megapixel und eine Blende von f/2,4.

Die Qualität der Bilder kann sich allemal sehen lassen. Auch wenn sie nicht mit den Premium-Smartphones von Google, Samsung, Apple oder Huawei mithalten kann, nimmt das Vivo Nex A Fotos mit hoher Qualität auf.

Imposantes Display

Beeindruckend ist das 6,59 Zoll große Super-AMOLED-Display des Nex A. Es löst mit 1080 x 2316 Pixeln auf und kommt auf eine Screen-to-Body-Ratio von 86 Prozent. An der Qualität des Screens, der durch seine schiere Größe besticht, gibt es nichts auszusetzen.

Da die Frontkamera im Gehäuse verschwindet, ist das Vivo Nex A nicht auf einen Notch angewiesen. Daher kann das Display im oberen Bereich bis an den Rand gezogen werden.

Im Inneren

Unter der Haube werkt beim Vivo Nex A ein Qualcomm Snapdragon 710, eine Adreno 616 GPU sowie 6 GB Arbeitsspeicher. Der interne Speicher beträgt 128 GB. Das Vivo Nex S, das nicht getestet wurde, verfügt hier über einen Qualcomm Snapdragon 845 und 8 GB RAM. 

Der Akku des Vivo Nex A hat einen Kapazität von 4000 mAh. Trotz des riesigen Displays schafft er es, das Smartphone gut eineinhalb Tage mit Energie zu versorgen. 

Schlechte Gesprächsqualität

Aufgrund der fehlenden Display-Einkerbung ist der Lautsprecher unterhalb des Screen integriert. Der Lautsprecher leitet die Vibrationen an den Bildschirm weiter, dieser gibt sie wiederum an das Ohr weiter.

Selbst wenn man das Ohr direkt auf die dafür vorgesehene Fläche hält, ist die Gesprächsqualität nicht mit herkömmlichen Lautsprechern zu vergleichen. Irgendwie klingt das Gegenüber so, als würde er in eine Blechdose reden.

AI-Button

Seitlich sind der Power-Button und die Volume-Wippe angebracht. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der so genannte AI-Button, welcher personalisiert werden kann. Allerdings lässt sich der AI-Button lediglich mit drei verschiedenen Funktionen belegen. Die brauchbarste dabei ist die Bilderkennungsfunktion.

Angeblich kann dem AI-Button auch eine andere Funktion zugeordnet werden. Allerdings sind hier Umwege notwendig.

Der 3,5mm-Klinkenanschluss ist an der Oberseite neben der ausfahrbaren Kamera angebracht. Der Dual-SIM-Kartenslot befindet sich neben dem USB-C-Anschluss, mit dem das Smartphone auch geladen wird. Einen Einschub für eine SD-Karte ist nicht vorhanden.

Software

Als Betriebssystem dient Android 8.1 Oreo. Darüber legt Vivo sein Funtouch OS, das hauptsächlich chinesische User im Visier hat. Das Funtouch-Dashboard, zu dem man mit einem Wisch nach links kommt, listet zahlreiche so genannte Cards auf, die ein wenig an die Google-App erinnern. Allerdings sind die allermeisten dieser Cards mit chinesischer Schrift und für Europäer ohne entsprechender Sprachkenntnisse unbrauchbar.

Leider lässt sich dieses Feature nicht deaktivieren. Den standardmäßigen Vivo-Launcher zu ändern, ist umständlich und zum Teil gar nicht möglich. Dafür ist ein Vivo-Account nötig, den man allerdings nur mit einer chinesischen Telefonnummer erhält.

Das Vivo Nex A, das uns Trading Shenzhen zur Verfügung gestellt hat, verfügt über einen Google Play Store und hat somit Zugang zur gewohnten App-Welt.

Mit vorinstallierten Apps hat es Vivo extrem übertrieben. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind auf dem Nex A 45 vorinstallierte Apps. Einige davon können gelöscht werden, die meisten aber lassen sich nicht deinstallieren.

Fazit

Das Vivo Nex A sticht mit seinem imposanten Display und der ausfahrbaren Frontkamera aus der Masse an kaum unterscheidbarer Smartphones heraus und ist ein wahrer Hingucker. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass derartige mechanische Teile anfälliger sind für Fehler als fix verbaute Kameras.

Gäbe es das Vivo Nex A als europäische oder globale Version, wäre das innovative Smartphone eine Überlegung wert. Der Fokus auf chinesische Nutzer und auch die Masse an Bloatware, die ebenso hauptsächlich auf den chinesischen Markt abzielt, macht es für Nutzer in Europa uninteressant.

Ansonsten gibt es bei dem Vivo Nex A kaum etwas zu beanstanden: Display und Kamera-Qualität können sich sehen lassen und auch die technische Ausstattung lässt kaum Wünsche offen. Bei Trading Shenzhen ist das Vivo Nex A für 467 Euro zu haben. Das Vivo Nex S, das zusätzlich den Fingerprintsensor im Display verbaut hat, kostet dort 567 Euro.