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02/27/2019

Volvos Elektroauto Polestar 2 setzt Tesla Model 3 unter Druck

Der Polestar ist das erste Auto, dessen Software komplett auf Googles Android aufbaut. Der Preis wird die Konkurrenz ins Schwitzen bringen.

von Florian Christof

Unter der Submarke Polestar hat Volvo bereits ein Hybrid-Fahrzeug im Angebot. Der Polestar 2 ist nun das erste vollelektrische Auto des schwedischen Autoherstellers. Mit einem Preis von 39.900 Euro nimmt Volvo damit potenzielle Tesla-Model-3-Kunden ins Visier und auch das Innere des Fahrzeugs könnte einem ein wenig bekannt vorkommen.

Der Akku mit einer Batteriekapazität von 78 kWh nimmt dabei die gesamte Fläche des Fahrzeugunterbodens ein. Die Reichweitenangaben lauten zwischen 443 und 500 Kilometer. Gebaut wird der Polestar 2 auf der modularen Plattform "Compact Modular Architecture" (CMA) der Volvo Car Group.

Der allradgetriebene Polestar 2 verfügt über zwei Elektromotoren, welche eine Leistung von 300 kW (408 PS) und ein Drehmoment von 660 Nm liefern. Daraus resultiert einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter 5 Sekunden.

Erstes Auto, das auf Android basiert

Volvo bringt mit dem Polestar 2 das weltweit erste Auto, dessen Infotainmentsystem zur Gänze auf Googles Android aufbaut. Dadurch ist Android Auto nicht mehr nur eine Zusatzfunktion, sondern stellt die Basis des Infotainmentsystems dar. Dadurch können Polestar-2-Fahrer auf Google-Dienste wie Maps, Play Music, Google Assistant oder dem Play Store zurückgreifen, ohne dass dafür das Smartphone mit dem Auto verbunden sein muss.

Angezeigt wird das Infotainmentsystem auf einem 11 Zoll großen Touchscreen, der im Hochformat quasi die komplette Mittelkonsole des Fahrzeugs einnimmt. Dieses Design erinnert ein wenig an Teslas Model 3. Doch der Polestar 2 verzichtet nicht komplett auf physische Tasten in der Mittelkonsole. Das erste elektrische Auto aus dem Hause Volvo verfügt auch über eine klassische Instrumententafel hinter dem Lenkrad.

Android für das Auto

Android bildet zwar den Unterbau des Infotainmentsystems, das Design und die Benutzeroberfläche stammen allerdings von Volvo. Google liefert also den Backbone und erlaubt den Autoherstellern, das Infotainmentsystem an ihre Design-Linien anzupassen. Beim Polestar 2 zeigt sich, dass die Software Anleihen an Volvos Sensus UI nimmt. Künftig werden auch Modelle von Nissan, Renault, Mitsubishi und Audi auf Android als Infotainment-Backbone zurückgreifen.

Für Google ist der Schritt ins Auto ein wichtiger Meilenstein. Bislang hat BlackBerry mit seiner QNX-Software den Markt für Auto-Infotainmentsysteme dominiert und damit Fahrzeuge von Audi, BMW, Chrysler, Ford, GM, Honda, Hyundai, Jaguar, Land Rover, Maserati, Mercedes-Benz, Porsche, Toyota und Volkswagen ausgestattet.

Google drängt ins Auto

Wenn nun Google mit seiner weitverbreiteten Android-Software ins Auto drängt, könnte das für QNX beziehungsweise BlackBerry unangenehme Folgen haben. Für Autofahrer hingegen könnte das bedeuteten, dass sich die Software im Fahrzeug weitgehend mit der ihres Smartphones verschränkt.

Apple-Kunden und iOS-User brauchen sich allerdings keine Sorgen machen. Für sie sind Infotainmentsysteme, die auf Android basieren, in derselben Weise nutzbar wie jedes andere Infotainmentsystem auch. Darüber hinaus ist die Android-Auto-Software auch mit Apples Car Play kompatibel.

Verfügbarkeit und Preise

Der Polestar 2 kann ab sofort online vorbestellt werden. Generell wird es das Fahrzeug nur per Online-Bestellung zu kaufen geben. Der Richtpreis für das Markteinführungsmodell des Polestar 2 beträgt 59.900 Euro. Zu einem späteren Zeitpunkt soll laut Volvo der Richtpreis des Polestar 2 bei 39.900 Euro liegen. Die Fertigung des Polestar 2 beginnt Anfang 2020 in China.