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Jubiläum
10/22/2011

Windows Phone 7: Der vielgelobte Ladenhüter

Vor einem Jahr, am 21. Oktober 2010, veröffentlichte Microsoft die erste Version seines Smartphone-Betriebssytem Windows Phone 7 in Europa und erntete großteils positive Kritiken. Zahlreiche Verbesserungen wurden mit der neuen Version Mango nachgeliefert. Windows Phones bleiben trotzdem Ladenhüter.

von Thomas Prenner

Knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung des Smartphone-Betriebssystems Windows Phone 7 hat Microsoft das große Update “Mango” nachgeliefert. Die Aktualisierung soll zusätzliche Funktion bringen, das anders als sein Vorgänger „Windows Mobile“ nie mit schlechten Kritiken zu kämpfen hatte. Mit dem Update liefert Microsoft unter anderem einen Task-Switcher oder Multitasking für Software von Drittanbietern.

Das Update soll Windows Phones mehr Rückenwind in der Verbreitung  geben. Berichten zufolge stellt Microsoft den Smartphone-Herstellern Samsung und Nokia rund 32 Millionen Euro Marketing-Budget zur Verfügung, um die neuen Windows Phone Mango Geräte entsprechend zu bewerben. Aktuell ist der Anteil von Windows Phone 7 verschwindend gering, er liegt je nach Berechnung zwischen einem und vier Prozent, zuletzt ging die Verbreitung in den USA sogar leicht zurück. Laut Experten ist Windows Phone 7 darum trotzdem noch lange nicht tot. Das Marktforschungsunternehmen Gartner prognostiziert sogar einen rasanten Anstieg. Bei den vertragsfreien Smartphones soll das Betriebssystem demnach bis zum Jahr 2015 sogar iOS überholen.

Partnerschaft
Diese Progose ist nicht zuletzt auf die Partnerschaft zurückzuführen, die Microsoft mit Nokia eingegangen ist. Im Februar 2011 wurde bekannt gegeben, dass Nokia-Smartphones in Zukunft ausschließlich mit Microsofts Betriebssystem ausgestattet werden sollen. Die Redmonder wollen damit einen Schritt näher an den Hardware-Herstellungsprozess. Schon bei den ersten Windows Phone 7-Geräten von HTC, LG und Samsung stellte der Konzern anspruchsvolle Hardware-Anforderungen, die von Microsoft selbst als “hart aber fair” bezeichnet wurden. Sie besagten etwa, dass die Handys mindestens über einen ARM v7-Prozessor, 256 MB Arbeitsspeicher und eine fünf-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz verfügen müssen.

Diese Politik schlug sich in soliden Geräten nieder. So wurden Windows-Phones etwa für ihre gute Reaktionsfähigkeit und der intuitiven Oberfläche gelobt. Das Design wurde sogar mit Preisen ausgezeichnet. Der modulare Stil, der auf Kacheln basiert, soll auch im kommenden Windows 8 eingesetzt werden.

Kritik
Doch nicht alles am Smartphone-Betriebssystem wurde positiv bewertet. An der ersten Version wurde etwa die fehlende Copy&Paste-Funktion stark kritisiert. Daneben waren die Nutzer auch durch andere Kleinigkeiten verägert. So ist es etwa auch erst seit dem letzten Update möglich, einen individuellen Klingelton zu nutzen. Darüber hinaus war die Multitasking-Funktionen bis zu Mango sehr eingeschränkt, es gab weder einen Task-Switcher, noch konnten Apps von Drittherstellern im Multitasking-Modus genutzt werden. Gleichzeitig gab es mangels Kompatibilität bis jetzt auch keine Smartphones mit Dual-Core-CPUs. Auch LTE blieb bis dato aus. Beides soll nun nachgeliefert werden, wie Windows Phone 7-Chef Andy Lees im Oktober angekündigte.

Zukunft
Wie erfolgreich Windows Phones in Zukunft sein werden, kann nur schwer vorhergesagt werden. Die Kooperation mit Nokia wird die Verbreitung jedenfalls nicht negativ beeinflussen. Mit diesem Schritt passt sich Microsoft auch an den Markt an. Der Rivale Google hat mit Motorola vor kurzem ebenfalls einen eigenen Hardware-Hersteller angekauft.

Geringe Anzahl an Apps
Der für Konsumenten wohl relevanteste Kritikpunkt ist die geringe Zahl an Programmen, die zusätzlich geladen werden können.  Zum Vergleich: Apple hat derzeit über eine halbe Million Apps auf seinem Marktplatz zum Download zugelassen, Google bietet in seinem Android Market  ebenfalls  rund eine halbe Million Programme an. Im Windows Marketplace hingegen sind nur rund 33.000 Programme verfügbar.

Wie sich App-Entwickler in Zukunft verhalten wird auch davon abhängen, wie es um die Zahlungsbereitschaft der Nutzer bestellt ist. Laut aktuellen Zahlen sind bei Android rund 66 Prozent der angebotenen Applikationen kostenlos - beim iTunes App-Store ist der Anteil weniger als halb so hoch. Auch im Windows Marketplace ist der Anteil ähnlich wie bei Apple. Die Faktoren, die über die weitere Verbreitung von Windows Phone 7 entscheiden, sind vielfältig.  Das letzte Wort hat der Kunde.

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