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23.08.2018

Z6 und Z7: Nikon präsentiert erste Vollformat-Systemkameras

Nikon hat seine ersten Systemkameras mit Vollformat-Sensor enthüllt und macht damit vor allem Sonys Alpha-Serie Konkurrenz.

Nach zahlreichen Leaks hat Nikon am Donnerstagmorgen seine ersten beiden spiegellosen Systemkameras mit Vollformatsensor vorgestellt. Die Nikon Z6 und Z7 sollen insbesondere Sonys Alpha-Serie Konkurrenz machen, deren Top-Modelle bereits seit 2013 Systemkameras mit einem Vollformatsensor verbinden. 

Nikon Z6 und Z7 in Bildern

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Der Vollformat-CMOS-Sensor mit rückwärtiger Belichtung ( BSI) löst mit 45,7 Megapixel  aus und unterstützt eine Lichtempfindlichkeit von ISO 64 bis ISO 25.600, die sich auf ISO 32 bis 102.400 erweitern lässt. Der Expeed-6-Bildprozessor unterstützt die Serienbildaufnahme von bis zu neun Bildern pro Sekunde. Zudem wurde ein neues Autofokus-System verbaut, dessen 493 Messpunkte mehr als 90 Prozent des Sucherbereichs abdecken.

Die Z6 soll im Vergleich zur hochauflösenden Z7 mit hoher Lichtstärke und schneller Serienbildaufnahme punkten. Der CMOS-Sensor löst zwar nur mit 24,5 Megapixel auf, dafür erstreckt sich der ISO-Bereich von ISO 100 bis 51.200 (erweiterbar auf ISO 50 bis 204.800) und die Serienbildaufnahme ist mit bis zu zwölf Bildern pro Sekunde möglich. Das Autofokus-System setzt auf 273 Messpunkte.

Bildstabilisator im Body

Die restlichen technischen Daten der beiden Kameras sind weitestgehend ident. Das Magnesium-Gehäuse ist vor Spritzwasser und Staub geschützt, an Bedienelementen wurden neben einem einfachen LC-Display an der Oberseite auch ein klappbarer 2,1 Zoll großer LC-Bildschirm mit Touch-Eingabe verbaut. Der elektronische OLED-Sucher löst mit 3,69 Millionen Pixeln auf und soll trotz Vergrößerungsfaktor von 0,8 eine weitestgehend unverfälschte Vorschau bieten.

Beide Modelle setzen zudem auf einen Fünf-Achs-Bildstabilisator, der auch mit den Bildstabilisatoren in Objektiven mit F-Bajonett funktionieren soll. Die Videoaufnahme ist in 4K-Qualität möglich, Slow-Motion-Aufnahmen mit 120 Bildern pro Sekunde können in 1080p aufgenommen werden. Ein erweiterter Batteriegriff soll die Laufzeit der Kamera bei der Foto- und Videoaufnahme um 80 Prozent verlängern. Anderes altes Nikon-Zubehör wird ebenfalls unterstützt.

Neues Bajonett

Mit der Z-Reihe wurde auch ein neues Bajonettsystem für die Wechselobjektive entwickelt. Das Z-Bajonett hat einen Innendurchmesser von 55 Millimeter und ist damit deutlich größer als das für DSLRs vorgesehene F-Bajonett mit 44 Millimeter. Durch die große Öffnung sowie den geringen Abstand zwischen Bajonett und der Sensorfläche sind besonders lichtstarke Optiken möglich. Laut Nikon können Objektive mit einer Lichtstärke von f/0.95 verwendet werden, beim F-Bajonett waren lediglich f/1.4 möglich. Nikon will neben neuen Objektiven für das Z-Bajonett auch einen offiziellen Adapter für Nikkor-Objektive mit F-Bajonett anbieten.

Zum Verkaufsstart bietet Nikon drei Objektive mit Z-Bajonett an: das Z 24-70 mm f/4 S, das Z 35 mm f/1.8 S sowie das Z 50 mm f/1.8 S. Zudem kündigte man die Entwicklung des Z 58 mm f/0.95 S an, das die derzeit höchste verfügbare Lichtempfindlichkeit bieten soll. Es wird aber, neben fünf weiteren Linsen, erst 2019 erscheinen. Auch für 2020 wurden mit dem Z 500 mm f/1.2 S, Z 24 mm f/1.8 S sowie dem 14-24 mm f/2.8 S weitere Objektive angekündigt. 

Ab 2450 Euro

Die Nikon 7 soll ab Ende September im Handel erhältlich sein, vorerst aber nur im Kit mit Bajonettadapter. Dieses kostet 3850 Euro, mit dem Z 24-70 mm f/4 S fallen 4300 Euro an. Body mit Adapter und Objektiv kosten 4450 Euro. Die Z6 wird erst ab Ende November verfügbar sein, voraussichtlich ebenfalls nur im Kit. Mit Adapter werden 2450 Euro fällig, mit Objektiv 2900 Euro und mit Adapter 3050 Euro. Einzeln soll der FTZ-Adapter 300 Euro kosten. Das Z 24-70 mm f/4 S und das Z 35 mm f/1.8 S sollen ab Ende September für 1100 bzw. 950 Euro im Handel verfügbar sein. Das Z 50 mm 1:1.8 S folgt Ende Oktober für 680 Euro.