Science
10.11.2013

Abstürzender Satellit schlägt nicht in Europa auf

Der Satellit „GOCE“ wird nach Auskunft der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in der Nacht zum Montag in die Erdatmosphäre eintauchen. Der Absturzort ist nicht in Europa.

Die Esa erwartet das Eintreten des tonnenschweren Satelliten (die futurezone berichtete) in die Atmosphäre zwischen 19.30 Uhr am Sonntagabend und 01.00 Uhr Montagfrüh. Er werde voraussichtlich über dem Pazifik, der Antarktis oder kaum besielten Gebieten Australiens abstürzen, sagte der Esa-Sprecher für Erdbeobachtungen, Robert Meisner im italienischen Frascati am Sonntag. „Ein Absturz über Europa kann ausgeschlossen werden.“

„Bis jetzt ist er sehr stabil geflogen“, erläuterte Meisner. „Die Zeitspanne für den Absturz ist so groß, weil wir nicht wissen, wann der Satellit zu taumeln anfängt.“ Ein Großteil des fünf Meter langen und 1,2 Tonnen schweren Satelliten werde verglühen. Meisner rechnete mit etwa 20 bis 40 Teilen von insgesamt rund 200 Kilo, die auf Wasser oder Land aufschlagen werden. Der jüngste Wissensstand kann auf der ESA-Homepage abgerufen werden.

100 Kilometer an Höhe verloren

Bis Sonntagnachmittag war „GOCE“ nach Esa-Angaben bereits von einer ursprünglichen Umlaufbahn um die Erde in Höhe von 224 Kilometern auf nur noch 133 Kilometer gesunken. Ein Unglück sei extrem unwahrscheinlich. Dutzende Satelliten endeten bereits ähnlich. Unfälle wurden bisher nicht bekannt.

„GOCE“ hatte erstmals ein weltweites zentimetergenaues Höhenprofil der Erde geliefert. Er sollte ursprünglich nur eineinhalb Jahre im All bleiben. Doch wegen geringer Sonnenaktivität reichte der Treibstoff fast dreimal so lang. Eine hohe Aktivität bremst den Satelliten ab. Im Oktober ging der Sprit dann aber endgültig aus. Seitdem warten die Forscher auf das Verglühen beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. Die Abkürzung GOCE steht für „Gravity field and steady-state Ocean Circulation Explorer“.