Science
26.06.2018

AIT zieht positive Bilanz und will weiter wachsen

© Bild: AIT/krischanz.zeiller / krischanz.zeiller.

Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung verzeichente im vergangenen Jahr ein EGT von drei Millionen Euro.

Das Austrian Institute of Technology (AIT) zog am Dienstag Bilanz über das vergangene Jahr. Die Betriebsleistung des AIT stieg den Zahlen zufolge 2017 auf 146 Mio. Euro (2016: 143 Mio. Euro), das EGT lag bei 3 Mio. Euro (2016: 3,3 Mio. Euro). Die Erlöse aus Auftragsforschungen sind um zwölf Prozent gestiegen. Aufsichtsratspräsident Hannes Androsch spricht von einem „guten Jahr 2017“. Auch das laufende Jahr sei bislang „zufriedenstellend“.

Androsch verweist auf den Expansionskurs des AIT. Erst Mitte Juni hat die Einrichtung die Mehrheit am oberösterreichischen Forschungszentrum Profactor übernommen. Auch künftig wolle man weiter auf Expansion setzen: „Der Expansionskurs ist wichtig, weil wir so langsam in die Größenordnungen kommen, die ähnliche Einrichtungen in anderen Ländern aufweisen“, so Androsch. Man würde einen wichtigen Beitrag für den Forschungs- und Innovationsstandort Österreich leisten.

Gute Basis

Laut Anton Plimon, kaufmännischer Geschäftsführer des AIT, ist das abgelaufene Geschäftsjahr auch eine gute Basis für das Geschäftsjahr 2018 dar. „Die Auftragsstandstruktur zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres zeigt ebenfalls deutlich höhere Auftragsstände bei der Auftragsforschung, sowie gestiegene Auftragsstände in Summe“, so Plimon.

Das AIT beschäftigt mit Ende 2017 rund 1300 Personen. Im abgelaufenen Jahr wurde der Personalstand um 74 Mitarbeiter erhöht, fast ausschließlich handelte es sich dabei um Neuzugänge im technisch-wissenschaftlichen Bereich.

AIT Bilanz-Pressekonferenz am 26. Juni
Alexander Svejkovsky (CFO), Hannes Androsch, (Aufsichtsratspräsident), Anton Plimon und Wolfgang Knoll (Managing Director) © Bild: AIT/APA-Fotoservice/Reither / Mirjam Reither

Patente und Arbeiten

Mit 37 erteilten Patenten konnte das AIT die entsprechende Zahl im Vergleich zum Vorjahr (27) ebenfalls steigern. Die Zahl an Publikationen in wissenschaftlich relevanten Zeitschriften mit Impact Faktor konnte von 194 auf 243 erhöht werden.

Außerdem wurden im Jahr 2017 39 Dissertationen und 63 Diplomarbeiten abgeschlossen. Auf hohem Niveau liegt dabei mit 34 Prozent der Anteil an Dissertantinnen und Dissertanten aus internationalem Raum.

Verwiesen wird auch auf die Eröffnung des neuen zentralen AIT-Standorts in Wien-Floridsdorf. Auf 26.000 Quadratmetern arbeiten nun 850 der 1300 Mitarbeiter in dem Gebäudekomplex.

Kritik an Politik

Der Regierung stellt Androsch ein weniger zufriedenstellendes Zeugnis in Sachen Förderung von Innovationen und Forschung aus. Ursprünglich hatte man sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 Innovations-Leader in Europa zu werden. „Dieses Ziel werden wir weit verfehlen“, so Androsch. Der Aufsichtsratspräsident verweist auch auf den vor wenigen Tagen veröffentlichten europäischen Innovationsanzeiger. 2011 lag Österreich auf Platz acht, aktuell ist man auf Platz zehn gerutscht. „Das heißt nicht, dass wir keine Fortschritte gemacht haben“, so Androsch. „Die anderen haben nur größere Fortschritte gemacht.“  

Androsch verweist auch auf die Forschungsquote. Mit 3,16 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegt Österreich zwar deutlich über dem EU-Durchschnitt von zwei Prozent. Dennoch wird es Österreich auch bis 2020 nicht in die Gruppe der Innovation Leader schaffen. Das geht auch aus dem Anfang Juni vom AIT präsentierten Bericht zur wissenschaftlichen und technologischen Leistungsfähigkeit Österreichs hervor.

Androsch diagnostiziert erneut eine Input-Output-Disrepanz. „In Österreich fehlt es an Verständnis für Wissenschaft, Forschung, Technik und Innovation.“ Androsch verweist hier auch auf die „chronische und massive Unterfinanzierung der Universitäten und der Grundlagenforschung.“