Künstlerische Darstellung des verschwundenen Sterns

© ESA

Science
06/30/2020

Astronomen rätseln: Massereicher Stern plötzlich verschwunden

Das Verschwinden eines Sterns in der Zwerggalaxie PHL 293B lässt Wissenschaftler staunen.

Ein mysteriöses Verschwinden beschäftigt aktuell Astronomen. Ein massereicher Stern im Sternbild Wassermann in der Zwerggalaxie PHL 293B (Kinman) wurde seit etwa 10 Jahren immer wieder registriert. Doch als Forscher mithilfe des Very Large Telescope (VLT) der europäischen Südsternwarte nun wieder Ausschau nach ihm hielten, war er verschwunden. Die Wissenschaftler stehen nun vor einem Mysterium, wie die ESA auf ihrer Webseite berichtet.

Für das plötzliche Verschwinden sehen sie 2 mögliche Erklärungen. So wäre etwa denkbar, dass der Stern an Helligkeit verloren hat und darum von Staub verdeckt wurde. Eine zweite - aufsehenerregende -  Erklärung ist, dass sich sich der Stern in einem unbeobachteten Moment in ein Schwarzes Loch verwandelt hat, ohne dabei eine Supernova zu produzieren. Denn eine solche wurde nicht registriert. 

"Wenn das stimmt wäre dies die erste direkte Entdeckung eines solchen Monster-Sterns, der sein Leben auf diese Weise beendet”, sagt Doktorand Andrew Allan vom Trinity College Dublin, Irland. Er ist Mitautor einer entsprechenden Studie über das Verschwinden, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Es wäre höchst ungewöhnlich, dass ein so massereicher Stern verschwindet, ohne eine helle Supernova-Explosion auszulösen", sagt Allan.

75 Millionen Lichtjahren entfernt

Mit einer Entfernung von 75 Millionen Lichtjahren ist die Kinman-Zwerggalaxie zu weit entfernt, um einzelne Sterne sehen zu können. Mithilfe von Instrumenten wie dem VLT lässt sich jedoch die Signatur von Sternen registrieren. Auf diese Art wurde auch der nun verschwundene Stern entdeckt, der Berechnungen zufolge rund 2,5 Millionen Mal heller als die Sonne strahlt.

Zwar verschiebt sich die Helligkeit derartiger Sterne ab und zu, die Forscher geben aber an, dass sie den Stern dennoch aufgrund der Beschaffenheiten eindeutig wiederfinden müssten. Es fehlt aber nach wie vor jede Spur von ihm. 

Mit aktueller Technik wird sich das Rätsel kaum lösen lassen. Licht ins Dunkel könnte aber das Extremely Large Telescope (ELT) des European Southern Observatory bringen, das Mitte des Jahrzehnts in Betrieb gehen soll. Damit wollen die Wissenschaftler noch einmal am Ort des Geschehens nachschauen.

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