Science
31.05.2018

Britische Forscher entwickeln lebende, 3D-gedruckte Hornhaut

An der Newcastle University wurde ein Verfahren entwickelt, das Millionen Augenkranken helfen könnte.

Den britischen Forschern Steve Swioklo und Che Connon von der Newcastle University ist es gelungen, lebende Hornhaut mit dem 3D-Drucker herzustellen. Sie wollen Millionen Menschen damit helfen, die an Augenkrankheiten leiden und möglicherweise dadurch ihre Sehfähigkeit verlieren. Ihre Forschungsergebnisse haben sie nun in der Fachpublikation Experimental Eye Research veröffentlicht.

Bio-Tinte

Swioklo und Connon haben Stammzellen aus einer Spender-Hornhaut mit den Substanzen Algin (aus Algen gewonnen) und Kollagen (ein Strukturprotein) vermischt, um daraus "Bio-Tinte" zu produzieren, die mit einem 3D-Drucker in Form gebracht werden kann. Im Unterschied zu bisherigen Versuchen, bleiben die Stammzellen innerhalb des Materials am Leben, berichtet TechCrunch. Aus einer einzigen Spender-Hornhaut können genügend Stammzellen für eine Vielzahl an 3D-gedruckten Hornhautlinsen gewonnen werden.

Engpass

Derzeit warten laut den Forschern weltweit 10 Millionen Menschen auf eine Hornhaut-Transplantation. Gewebe von Spendern ist jedoch nicht annähernd in ausreichender Menge vorhanden. Das neue 3D-gedruckte Material könnte diesen Engpass beseitigen. Die Forscher betonen jedoch, dass es bis zu einem praktischen Einsatz der Methode an Patienten noch Jahre dauern wird und dass Hornaut-Spenden in der Zwischenzeit weiterhin unumgänglich sind. Wie die Financial Times berichtet, entfallen jedoch immer mehr Hornhaut-Spender, weil Augenkorrekturen mittels Laser immer verbreiteter werden. Eine solchermaßen behandelte Hornhaut kann nach dem eigenen Ableben leider nicht mehr gespendet werden.