Science
20.02.2017

Disney: Drahtloses Laden im gesamten Wohnzimmer

Disney Research hat eine Methode entwickelt, mit der Geräte drahtlos mit Strom versorgt werden können, unabhängig davon, wo sie sich im Zimmer befinden.

Wenn es nach Disneys Forschungsabteilung geht, könnte bald automatisch das Smartphone geladen werden, wenn man das Wohnzimmer betritt. Zumindest bei einem Prototypen ist dies bereits möglich.

Das Projekt hat den etwas sperrigen Namen „Quasistatic Cavity Resonance for Ubiquitous Wireless Power Transfer“. Dahinter steckt ein 54 Quadratmeter großer Raum. In diesem sind zehn Geräte platziert, darunter ein Smartphone, eine Lampe, ein ferngesteuertes Auto und ein Ventilator, die alle drahtlos mit Strom versorgt werden. Im Gegensatz zu den üblichen Wireless-Lademethoden müssen diese nicht an bestimmten Punkten stehen, sondern können frei im Raum bewegt werden.

Laut den Forschern liegt die Effizient der Energieübertragung bei 40 bis 95 Prozent – je nachdem wo sich die Geräte im Raum befinden. Die Geräte brauchen einen speziellen Receiver, um den drahtlosen Strom empfangen zu können. Der Prototyp kann bis zu 1900 Watt Leistung an Geräte im Raum weitergeben. Dies ist laut Forschern noch ein sicherer Wert, bevor für Menschen im Raum gesundheitliche Schäden entstehen können.

Aluminium-Wände

Ein normales Wohnzimmer kann nicht einfach für das drahtlose Laden umgerüstet werden. Bei dem Raum-Prototypen sind alle Wände, Boden und Decke mit Aluminiumplatten verkleidet. In der Mitte steht eine Kupferstange. Außerhalb des Raums ist ein Signal-Generator und ein Verstärker. Dieser erzeugt ein 1,32MHz-Signal und ist mit den Kondensatoren verbunden, die an der Kupferstange montiert sind.

Wenn der Raum geschlossen ist, entsteht ein Magnetfeld. Der Empfänger an den Geräten ist so eingestellt, dass er in derselben Frequenz wie das Magnetfeld schwingt und schließlich über den Umweg von ein paar Kondensatoren das Gerät drahtlos mit Strom versorgt.

Die Forscher können sich vorstellen, das Prinzip auf verschieden große Räume umzulegen – von kleinen Kabinen bis zu großen Lagerhallen, in denen mehrere Kupferstangen platziert werden. Sie sind zuversichtlich, dass zukünftig die vollständige Aluminium-Verkleidung nicht mehr notwendig ist. Fenster und Türen scheinen nach jetzigem Forschungsstand die Leistung nicht allzu sehr negativ zu beeinflussen. Künftig könnte leitfähige Farbe die Aluminiumplatten ersetzen.