Science
03.07.2018

Forscher entwickeln effizientes Flüssigkristalldisplay

Eine neue Generation von LCDs bringt höhere Auflösung, bessere Farben und braucht weniger Strom.

Forscher der Technischen Universität Hongkong haben ein neues Flüssigkristalldisplay (LCD) entwickelt, das deutliche Verbesserungen gegenüber vorhandenen Varianten mitbringt, wie phys.org berichtet. Das sogenannte "Active Matrix Ferroelectric Liquid Crystal Display" (FLCD) ermöglicht eine drei- bis fünfmal höhere Energieeffizienz, eine dreifach höhere Auflösung und noch dazu deutlich geringere Produktionskosten als die LCDs, die heute produziert werden.

Die LCD-Technik leidet daran, dass Farbfilter 70 Prozent des Lichts und der Energie des Displays blockieren beziehungsweise konsumieren. Die Wissenschaftler aus Hongkong haben es geschafft, auf die Farbfilter zu verzichten. Das ist gelungen, indem eine sequentielle Farbdarstellung erreicht wurde. Die Technologie nutzt die Eigenschaften des menschlichen Gehirns, schnell hintereinander angezeigte Grundfarben zu einem vollfarbigen Gesamtbild zusammenzusetzen. Damit sind die Farbfilter herkömmlicher LCDs nicht mehr länger notwendig. Diese Filter sind auch für 30 Prozent der Produktionskosten verantwortlich.

Smartphones und VR

Die Farbsättigung der FLCDs ist ebenfalls besser als bei LCDs. Das wurde erreicht, indem RGB-LEDs statt weißer Dioden als Hintergrundbeleuchtung genutzt werden. Dadurch erhöht sich die Zahl der darstellbaren Farben soweit, dass FLCD in diesem Bereich alle gängigen Displaytechnologien in den Schatten stellt. Die Auflösung konnte verdreifacht werden, weil die Subpixel für die verschiedenen Grundfarben nicht mehr notwendig sind.

"Das FLCD braucht relativ wenig Strom, ist also sehr gut geeignet für tragbare Elektronikgeräte wie Smartphones, Tablets und Laptops, deren Akkus damit länger durchhalten könnten als heute. Das neue Display könnte auch bei anspruchsvollen Anwendungen wie Virtual-Reality-Brillen und tragbaren Bildschirmen eingesetzt werden, dank hoher Auflösung und exzellenter Farbdarstellung", sagt Professor Hoi-Sing Kwok, der die Entwicklung leitet. Mehr als einen Prototypen gibt es derzeit aber noch nicht.