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Linz Forscher machen Wasserstoff mit Salz und Sonne aus Wasser.

Wasserstoff
Wasserstoff - Foto: REUTERS/HEINZ-PETER BADER
Neue Methode, um den umweltfreundlichen Energieträger klimaneutral zu produzieren - Gleichzeitig kann Schwefel aus industriellen Rauchgasen unschädlich gemacht werden.

Wasserstoff wäre ein sauberer, klimaneutraler Energieträger, würde er nicht größtenteils kraft fossiler Brennstoffe hergestellt. Linzer Forscher gewannen ihn nun mit einfachen Zutaten aus Wasser: Nämlich mit Sonnenlicht, einem Farbstoff und einer Salzlösung. Ihre Arbeit erschien im Fachmagazin "Physical Chemistry Chemical Physics".

Die Forscher um Günther Knör vom Institut für Anorganische Chemie der Universität Linz haben sich das Prinzip von Grünalgen abgeschaut, die unter speziellen Bedingungen Wasserstoffgas durch Photosynthese produzieren und so die Energie des Sonnenlichts als chemischen Brennstoff speichern. Sie haben dazu einen grünen Farbstoff hergestellt, der wie Chlorophyll bei Pflanzen als Reaktionsbeschleuniger (Katalysator) funktioniert. Er ist recht simpel aufgebaut und trägt in seinem Reaktionszentrum ein häufig vorkommendes Metall, nämlich Zink, das den Prozess vorantreiben hilft, erklärte Knör im Gespräch mit der APA.

Labormaßstab

Mithilfe von Sonnenlicht kann dieser Farbstoff Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff spalten. Ersterer kann als Energieträger gespeichert und genutzt werden, letzterer wird von der verwendeten Sulfit-Salzlösung aufgenommen. Genauer gesagt, oxidiert dabei Sulfit zu Sulfat. Dies geschieht nicht ohne Hintergedanken, so Knör. Sulfit ist zwar in kleinen Mengen harmlos und kommt in Wein und Mineralwasser vor, fällt in der Industrie aber in großen Mengen im Rauchgas an, wenn etwa Erdöl verbrannt wird. Damit dies nicht zu saurem Regen führt, muss man Sulfit aus den Abgasen zum harmloseren Sulfat umwandeln. Dieses Unschädlichmachen könnte also gleich im Zuge der Wasserstoffgewinnung geschehen.

Die neue Methode funktioniere im Labormaßstab prächtig und sei wissenschaftlich gesehen ein wichtiger Schritt, so Knör. Von einer technischen Umsetzung im großen Maßstab sei man aber noch sehr weit entfernt.

(APA) Erstellt am 20.02.2017, 12:12

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