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© APA/AFP/Beijing Planetarium via the Chin/YU JINGCHUAN / YU JINGCHUAN

Science
01/16/2020

Forscher sind begeistert über bizarre Objekte bei Schwarzem Loch

Die „G-Objekte“ könnten es ermöglichen, dem Schwarzen Loch in der Milchstraße beim Fressen zuzusehen.

Erst sind sie rund, dann bizarr langezogen und dann wieder rund: Forscher haben über Jahre hinweg diese mysteriösen Objekte in unserer Galaxie beobachtet. Sie scheinen aus Gas zu sein, benehmen sich aber doch wie Sterne. Die Wissenschaftler glauben jetzt herausgefunden zu haben, was es mit damit auf sich hat.

Entdeckt wurden diese Objekte in der Nähe des supermassiven Schwarzen Lochs, das sich im Zentrum der Milchstraße befindet. Das Erste wurde 2005 beobachtet und G1 genannt. Das Zweite tauchte 2012 auf und heißt G2.

G2 sah relativ normal aus. Als sich dessen Umlaufbahn dem Schwarzen Loch näherte, zog es sich jedoch in Länge, wie man es von Gas erwarten würde. Allerdings konnte es dem Schwarzen Loch irgendwie entkommen. Derzeit wird es wieder kompakter und scheint erneut die annähernd runde Form von zuvor bekommen.

Binäre Sterne

Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass das Objekt sternenähnlich ist. Das Gas der äußeren Schicht von G2 wurde demnach vom Schwarzen Loch angezogen und verschluckt. Der Staub im Inneren von G2 hat sich aber nicht so stark ausgedehnt – das Objekt ist so dem Sog des Schwarzen Lochs entkommen.

Die Forscher haben dadurch eine Theorie, was G2 ist. Sie vermuten, dass G2 ursprünglich aus zwei Sternen entstanden ist. Beide hatten einen Orbit umeinander und um das Schwarze Loch. Die Gravitation des Schwarzen Lochs hat sie schließlich zusammengezogen. So entstand über einen Zeitraum von über einer Million Jahre ein extrem großer Stern, mit einer ungewöhnlichen dicken Gas- und Staubschicht. G2 hat die Masse von 4 Millionen Erdensonnen.

Mittlerweile wurden weitere Objekte entdeckt, die ähnliche Eigenschaften wie G1 und G2 haben. Diese heißen G3 bis G6. Auch die könnten binäre Sterne sein – also aus zwei Sternen zusammengezogen worden sein. Die Forscher müssen diese aber noch länger beobachten, um die Theorie bestätigen zu können.

Beim Essen beobachten

Während G1 und G2 ähnliche Umlaufbahnen um das Schwarze Loch haben, sind die von G3 bis G6 merkbar anders. Dies lässt die Forscher darauf hoffen, dass die Umlaufbahn eines der G-Objekte nahe genug ans Schwarze Loch führt, damit dieses komplett hineingezogen wird. Man könnte damit dem Schwarzen Loch in unserer Galaxie beim Fressen zusehen. Für den Astrophysiker Ziri Younsi wäre das ein Traum und sehr cool, berichtet The Guardian.

Sollte das wirklich passieren, rechnen die Forscher mit einem „eindrucksvollen Feuerwerk“. Die Materie, die vom Schwarzen Loch gefressen wird, erhitzt sich und wird reichlich Strahlung ausstoßen, bevor sie hinter dem Ereignishorizont des Schwarzen Lochs für immer verschwindet.

Bis es soweit ist, könnte es noch etwas dauern. Die Umlaufzeit der Objekte um das Schwarze Loch beträgt zwischen 170 und 1.600 Jahren.