Science
04.03.2012

Fußball: Torlinien-Technologie so gut wie fix

Der Einsatz einer Torlinien-Technologie während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien rückt näher. Die Weltfußball-Regelhüter einigten sich "im Prinzip" auf die Einführung des Systems, wie FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke nach der 126. Jahreshauptversammlung des International Football Association Board (IFAB) am Samstag in London sagte.

Mit der Technologie sollen Schiedsrichter bei strittigen Torentscheidungen ein objektives Hilfsmittel zur Verfügung haben. Die Letztentscheidung, ob ein Tor gefallen ist, wird aber beim Schiedsrichter liegen. Die Technik könnte möglicherweise bereits bei der Club-WM in Japan im Dezember und beim Confederations Cup 2013 in Brasilien zum Einsatz kommen. "Wir wollen das System für die WM 2014 etabliert haben", sagte der Franzose. In der ersten Testphase hätten zwei von acht Tortechnologie- Systemen "sehr positive Ergebnisse" erzielt, sagte Alex Horne, Generalsekretär des englischen Fußballverbandes FA.

Systeme bereits in anderen Sportarten etabliert

Dabei handelt es sich um das in Großbritannien entwickelte System "Hawk-Eye", das bereits in anderen Sportarten wie Tennis, Cricket und Snooker eingesetzt wird, und ausschließlich mit Kameras operiert. Über die Auswertung der geschossenen Einzelbilder errechnet der Computer, ob der Ball die Torlinie überquert hat. Das zweite System, die dänisch-deutsche Entwicklung "GoalRef" verwendet neben Kameratechnologien auch einen Chip im Ball, der mit dem Tor kommuniziert. Das System ist auch für Handball verfügbar.

Der Plan der Fifan sieht vor, die beiden Systeme in Phase zwei zwischen März und Juni noch einmal genauer zu testen. Bei einer IFAB-Sondersitzung in Kiew einen Tag nach dem EM-Finale soll die endgültige Entscheidung fallen. Erweist sich die Technik als robust und akkurat, soll die Einführung am 2. Juli beschlossen werden. FIFA-Präsident Joseph Blatter macht sich nach anfänglichem Zweifel nun auch für die Einführung der Technologie stark.