Science
10.04.2017

Japanische Forscher wollen Loch zum Erdmantel bohren

Von einem Bohrschiff aus wollen japanische Wissenschaftler ein Loch durch den Meeresboden bis zum Erdmantel bohren - unter anderem für bessere Erdbeben-Prognosen.

Wissenschaftler der Japan Agency for Marine Earth Science and Technology (JAMSTEC) wollen schaffen, was bisher noch niemandem gelungen ist. Sie wollen ein Loch bis zum Erdmantel bohren. Dazu wollen sie das riesige Bohrschiff Chikyu einsetzen. Von dort aus soll der Meeresboden und anschließend rund sechs Kilometer dickes Gestein mit einem Bohrkopf durchstoßen werden. Wie Japan News berichtet, soll das Projekt im September 2017 mit einer Voruntersuchung beginnen. Mit einem Durchbruch in den Erdmantel rechnen die Forscher erst nach 2020.

Die Bohrung soll mehrere Ziele erreichen. Laut CNN geht es den JAMSTEC-Forschern zunächst darum, die ozeanische Erdkruste zu erforschen, danach soll die Übergangszone zwischen Erdkruste und Erdmantel erforscht werden. Außerdem wollen die Forscher herausfinden, bis in welche Tiefe Leben in Form von Mikroben existiert. Die Ergebnisse der Mission sollen am Ende dabei helfen, die Plattentektonik besser zu verstehen und Erdbeben in Zukunft besser voraussagen zu können.

Für die genaue Position der Bohrung existieren verschiedene Möglichkeiten. Eine davon befindet sich vor der Küste von Hawaii, andere vor Costa Rica und Mexiko. An diesen Orten ist die Erdkruste unter dem Meer am dünnsten. Eine der größten Herausforderungen neben der Bohrtechnik ist die Finanzierung des Projekts. Die Kosten dafür werden auf 60 Milliarden Yen (rund 500 Mio. Euro) geschätzt.