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Meilenstein Künstliche Intelligenz schlägt Profi-Pokerspieler.

Foto: ap
Eine Software namens Liberatus hat vier der weltbesten Pokerspieler in einem 20 Tage dauernden Turnier in Pittsburgh in die Schranken gewiesen.

Im Schach sind Computer Menschen seit mehr als 20 Jahren überlegen, auch in dem asiatischen Brettspiel Go setzte sich eine Software bereits gegen die weltbesten Spieler durch. Nun erobert künstliche Intelligenz auch die Casinos. 20 Tage lang spielte die an der Carnegie Mellon University entwickelte Software Liberatus in einem Casino in Pittsburgh gegen vier der weltbesten Pokerspieler. Schon zwei Tage vor Ende des Turniers lag die Software mit einem theoretischen Gewinn von mehr als 1,7 Millionen Dollar uneinholbar in Führung, wie die Carnegie Mellon University am Dienstag mitteilte.

Gespielt wurden Texas Hold’em ohne Setz-Limit. Die Software trat dabei einzeln in täglich bis zu zehn Stunden dauernden Sessions gegen die Poker-Profis an. Bei der Poker-Variante bekommt jeder Spieler zwei dem Gegner unbekannte Karten, fünf Karten werden aufgelegt. Um den Glücksfaktor auszuschließen spielten die Profis insgesamt mehr als 100.000 Hände gegen Liberatus. Am Ende jeden Tages wurden die Spiele mit einem Meta-Algorithmus analysiert, um Schwachstellen der Software, die sich die menschlichen Profis während des Tages zunutze machten, auszubügeln.

Bluffs und aggressives Spiel

Die Software überraschte die Profis mit aggressivem Spiel und verstand es auch zu Bluffen. Eine Fähigkeit, die maschineller Intelligenz lange Zeit abgesprochen wurde. Frank Pfenning, Leiter der Informatik-Abteilung an der US-Universität, sprach deshalb von einem „Meilenstein für die künstliche Intelligenz“.

Die Entwicklung einer künstlichen Intelligenz, die in der Lage sei zu bluffen, sei ein großer Schritt nach vorne, sagte der Computerwissenschaftler. Künstliche Intelligenz könne künftig auch in Bereichen mit unvollständiger Information zum Einsatz kommen. Denkbar seien etwa Anwendungen im militärischen Bereich oder der Medizin. Es sei auch vorstellbar, dass künftig Smartphones in der Lage seien, den besten Preis für einen Neuwagen auszuhandeln, wird Pfenning in einer Aussendung der Carnegie Mellon Universität zitiert.

(futurezone) Erstellt am 01.02.2017, 07:34

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