Dwarf planet Ceres is seen in the main asteroid belt, between the orbits of Mars and Jupiter released by NASA

© REUTERS / NASA

Science
02/17/2020

Künstliche Intelligenz warnt vor 11 Asteroiden

Die potenziell gefährlichen Asteroiden waren zwar bekannt. Die Software errechnete aber, dass sie der Erde näher kommen als gedacht.

Von den Millionen Asteroiden, die in unserem Universum unterwegs sind, wurden bis Ende 2018 knapp 20.000 erdnahe gezählt. Etwa 1000 davon haben einen Durchmesser, der mehr als ein Kilometer groß ist und das Leben auf der Erde auslöschen könnte. Die NASA stuft alle Asteroiden als "potenziell gefährlich" ein, die Berechnungen zufolge der Erde auf bis zu 0,05 Astronomische Einheiten oder 7,48 Millionen Kilometer nahe kommen und über 140 Meter Durchmesser haben.

11 Asteroiden gefährlicher als gedacht

Das hat einen einfachen Grund: Schon kleinere Abweichungen der Umlaufbahn können dafür sorgen, dass die Asteroiden auf ihren Umlaufbahnen irgendwann doch die Erde treffen. Ein Risiko sind aber auch Rechenfehler. So werden "potenziell gefährliche" Asteroiden immer wieder auf "ungefährlich" zurückgestuft, und umgekehrt. Ein Computerprogramm der Leiden Universität in den Niederlanden hat mittels künstlicher Intelligenz nun 11 bisher unverdächtig scheinende Asteroide entdeckt, die der Erde recht nah kommen sollen.

Dazu fütterten die Forscher das neuronale Netzwerk mit Hunderttausenden echten sowie simulierten Asteroiden-Daten. Bei einem Testlauf mit 2000 bekannten Asteroiden, die nicht Teil des maschinenbasierten Lernens waren, erkannte die Software zumindest 9 von 10 Objekte richtigerweise als potenziell gefährlich. Spannender ist aber, dass von elf Asteroiden eine größere Gefahr ausgeht, als bisher bekannt. Sie sollen der Erde auf weniger als 0,2 Astronomische Einheiten und folglich unter 3 Millionen Kilometer nahekommen.

Durchmesser von 100 bis 236 Meter

Die identifizierten Asteroiden 2005 RV24, 2008 UV99, 2011 BU10, 2011 HH1, 2011 WC44, 2013 AG76, 2014 GL35, 2014 TW57, 2014 WD365, 2017 DQ36, and 2017 JE3 haben einen Durchmesser von 100 bis 236 Meter, ein Einschlag auf der Erde wäre folglich verheerend. Eine, auch nach diesen Berechnungen unwahrscheinliche Kollision mit einem dieser Asteroiden wird allerdings erst 2131 schlagend. Manche der Vorhersagen beziehen sich auf einen Zeitraum bis 2923, was der Menschheit noch Zeit lässt, um sich vorzubereiten.

Riesen-Asteroid fliegt an Erde vorbei

Indes hat der von der NASA als "potenziell gefährlich" eingestufte Riesen-Asteroid 163373 (2002 PZ39) am Samstag die Erdumlaufbahn in sicherer Entfernung von 5,77 Millionen Kilometern (0,0386 Astronomische Einheiten) zur Erde gekreuzt, was etwa der 15-fachen Entfernung der Erde zum Mond entspricht. Der Asteroid hatte sich mit einer Geschwindigkeit von 56.000 Kilometern pro Stunde in Richtung Erde bewegt.

Das größere Problem sind ohnehin erst zu spät oder unentdeckte Asteroiden, die praktisch ohne Vorwarnung ihren Weg nahe oder sogar auf die Erde finden. Schon jetzt werden die meisten neuen Asteroiden automatisiert entdeckt. Künstliche Intelligenz soll sowohl in puncto Erkennung, als auch hinsichtlich der zu erwartenden Laufbahn sowie anderen Parametern wie Größe und Durchmesser künftig zuverlässigere Ergebnisse, aber auch Warnungen liefern.